25 Jahre Starcraft: Die chaotische Entwicklung des Blizzard-Klassikers
Special
Starcraft hat Echtzeitstrategiespiele maßgeblich geprägt. Kuriositäten, Einblicke und mehr gibt es in unserem großen Special zu 25 Jahren Starcraft!
Funktionierte die Spielbalance von Warcraft 2 also eher wie Schach, sollte es bei Starcraft stärker an das Schere-Stein-Papier-Prinzip angelehnt sein. Aus heutiger Sicht sind die drei in Starcraft präsentierten Fraktionen legendär: Protoss, Zerg und Terraner passen in ihrer Präsentation, aber vor allem in ihren spielerischen Eigenheiten nahezu perfekt zusammen. Jede Partei unterstützt einen ganz speziellen Gameplay-Ansatz und unterscheidet sich dadurch maßgeblich von den anderen beiden. Das bedeutet auch: Die Spieler mussten die eigene Strategie - gerade im Multiplayer-Modus - stark anpassen. Es ist schlicht nicht möglich, mit den Schwarm-basierten Zerg die gleichen Taktiken anzuwenden wie beispielsweise mit den hochgerüsteten Terranern.
Die Entstehung der Starcraft-Fraktionen allerdings war allerdings längst nicht so koordiniert und professionell, wie es heute den Anschein hat. "Als wir die drei Rassen erfanden, warfen wir einfach jede Menge Mist an die Wand und schauten, was kleben blieb. Wir wussten, dass die Terraner rau und dreckig sein würden. Die Protoss sollten dagegen nicht wild, sondern eher ursprünglich und mächtig sein. Und die Zerg sollten eben ein Schwarm sein", so Art Director Samwise Didier.
Natürlich machten die Fraktionen im Verlauf der Zeit auch Veränderungen durch. Während die Protoss etwa durch die "Grauen Aliens" aus Filmen inspiriert waren und hoch entwickelte Krieger darstellen sollten, gab es auch Konzeptzeichnungen, in denen sie - ähnlich wie die Zerg - Insekten ähnelten. Doch diese Überlegungen wurden fallen gelassen, damit die Fraktionen stärker für sich standen.
Quelle: Blizzard
25 Jahre Starcraft: Die chaotische Entwicklung des Blizzard-Klassikers (15)
Diese spontanen Kursänderungen zeigen sich auch in der heute legendären Story, die Blizzard durch aufwendige CGI-Renderfilme präsentierte. "Viele der Zwischensequenzen wurden zum Spaß entwickelt. (...) Ich ging dann hin und straffte sie, sodass sie in den Flow und den Ablauf der Kampagne passten", erklärte Co-Autor Chris Metzen gegenüber IGN.
Die Zwischensequenzen nahmen also einen wichtigen Teil innerhalb der Erzählstruktur ein, stellten aber in ihrer Technik und Inszenierung für Blizzard ebenfalls Neuland dar. Wie Patrick Wyatt bestätigte, spähte man auch in diesem Sektor die Konkurrenz aus und diskutierte, wie man deren Ansätze toppen könnte.
Einschränkungen gab es dennoch: "Ich möchte sagen, dass wir ein wirklich kleines Cinematics-Team hatten, das all die Arbeiten machte. (...) Wir hatten damals keine Renderfarms. Stattdessen bauten wir sie aus Desktop-PCs, wenn Leute diese Rechner nicht mehr verwendeten. Es war also eine große Herausforderung, gemessen an den Ressourcen, die zur Verfügung standen."
Quelle: Moby Games
25 Jahre Starcraft: Die chaotische Entwicklung des Blizzard-Klassikers (25)
Auch Jahrzehnte später noch da
Starcraft erschien schließlich am 31. März 1998 für den PC und avancierte zum Mega-Hit. Es verkaufte sich in diesem Jahr 1,5 Millionen Mal weltweit und war 1998 damit das erfolgreichste PC-Spiel. Insgesamt sollte sich Blizzard über neun Millionen verkaufte Exemplare freuen. Das Echtzeitstrategiespiel heimste obendrein reihenweise Awards und Game-of-the-Year-Auszeichnungen ein.
Diese positive Resonanz ist auch auf dem Bewertungsportal Metacritic sichtbar: Bis heute besitzt Starcraft hier einen Metascore von 88 Punkten, der User-Score liegt mit 9.1 sogar noch ein Stück darüber. Einzig die später veröffentlichte Starcraft-Version für das Nintendo 64 konnte diesen Standard nicht ganz halten.
Auch, wenn die Entwicklung sicherlich alles andere als problemlos verlief und Blizzards Firmenpolitik Fragen aufwirft, so ist Starcrafts Bedeutung für Computer- und Videospiele unangefochten. Das Spiel gehört auch 25 Jahre nach Erscheinen noch zu den Dauerbrennern des Echtzeitstrategie-Genres und erhielt 2017 eine gute Neuauflage. Starcraft ist rückblickend die größte RTS-Marke, die dem Hype der 90er entsprungen ist.
Weder Command & Conquer noch Age of Empires oder Warcraft konnten innerhalb dieser Spielart eine derartige Langzeitwirkung verbuchen wie das Sci-Fi-Epos.
Wer diese Faszination auch 25 Jahre nach Erscheinen noch einmal nachempfinden möchte, für den bietet Blizzard das Original kostenlos an. Einfach im Online-Dienst Battle.Net einwählen, Spiel herunterladen und selbst noch einmal die Geschicke von Zerg, Terranern und Protoss in die Hände nehmen!
