Star Trek: Voyager - Across the Unknown im Test: Knallharte Survival-Strategie oder seichter Fan-Service?
Test
Das Schicksal der Crew liegt in euren Händen. Star Trek: Voyager - Across the Unknown überlässt euch den Stuhl von Captain Janeway und schreibt die Geschichte der Serienvorlage neu.
Das Universum von Star Trek ist vollgepackt mit schwierigen Entscheidungen. In der Serie nimmt uns Captain Kathryn Janeway diese Last ab. Wir machen uns dabei eigene Gedanken und überlegen, wie wir gehandelt hätten, wenn es darum geht, Außerirdische zu retten und nebenbei für das Wohlergehen unserer eigenen Crew zu sorgen.
Hättet ihr anders gehandelt? Dann bietet euch Star Trek Voyager: Across the Unknown die Chance, Janeways vermeintlich falsche Entscheidungen zu korrigieren. Doch ist das auch spannend für Star-Trek-Neulinge?
In diesem Artikel
Weit weg von zu Hause
Der deutsche Entwickler Gamexcite, der bisher vor allem in der Welt von Asterix unterwegs war, bietet euch im neuen Spiel zwölf Sektoren, die Auszüge der Geschichte von Star Trek: Voyager beinhalten. Die Serie lief erstmals 1996 in Deutschland und erzählt die spannenden Abenteuer der Crew von Captain Janeway, die sich direkt in der Pilotfolge 70.000 Lichtjahre von ihrem Heimatsystem entfernt im Delta-Quadranten wiederfindet.
In 172 Episoden begleiten wir die Voyager und ihre Mannschaft in bisher unbekannte Galaxien. Gemeinsam mit ihnen begegnen wir außergewöhnlichen Phänomenen sowie interessanten Spezies und erkunden fremde Welten. Bis heute besitzt die Serie, die zwischen der Original Series von 1966 und Star Trek: The Next Generation in der Wahrnehmung gerne untergeht, eine treue Anhängerschaft und hat bei vielen Trekkies einen besonderen Platz im Fanherzen eingenommen.
Ähnlich wie in der Serienvorlage geht es so weit entfernt von der Heimat für die Crew in Star Trek Voyager: Across the Unknown erst mal ums Überleben. In den Sektoren finden wir verschiedene prozedural generierte Systeme. Die dort beheimateten Planeten können wir scannen und nach Rohstoffen absuchen, die unser Schiff mit Treibstoff versorgen, unsere Crew satt und zufrieden halten oder nötig sind, um die Voyager auszubauen.
Einmal aufwischen im Biolabor
Wer ein erfolgreicher Captain sein will, muss stets das Gleichgewicht aus Moral an Bord, Ressourcenmanagement und Forschung halten. Den Großteil davon erledigen wir in einer Etagenübersicht der Voyager, die uns von der Anmutung an Fallout: Shelter oder die modernen X-Com-Ableger erinnert. Hier räumen wir Schutt beiseite, geben den Bau neuer Einrichtungen in Auftrag und treiben Forschung und Produktion voran. So basteln wir uns unsere eigene Voyager. Großen Spielraum zur Individualisierung gibt es allerdings nicht.
Quelle: PC Games
Verantwortlich für das Schicksal der Voyager ist der Fürsorger. Direkt zu Beginn erleben wir einen großen Serienmoment.
Stärker beeinflussen können wir die Strategie an Bord. Es ist uns überlassen, ob wir den Fokus auf Kampf, Wissenschaft oder unsere Crewzufriedenheit legen. Allerdings habt ihr es am Anfang schwer, wenn ihr die Stimmung an Bord vernachlässigt. Das Spiel drückt euch in der linearen Geschichte immer wieder in bestimmte Richtungen, und manche Forschungen sind für den Fortschritt nötig. Dadurch geht die strategische Freiheit oft verloren und wir fühlen uns genötigt, bestimmte Einrichtungen zu bauen.
Wir mussten uns sehr schnell um ein Biolabor kümmern, das eine bestimmte Ressource erzeugt, ohne die ein weiterer Fortschritt in der Geschichte unmöglich gewesen wäre. Dafür mussten wir erst mal einige Forschungspunkte aufholen und Ressourcen sammeln. Zeitgleich stieg die Unzufriedenheit an Bord, weil es nicht voranging. Dadurch fühlten wir uns unter Druck gesetzt, den Sektor schnellstmöglich abzuschließen.
Wer bleibt an Bord?
Komplette Freiheit genießt ihr hingegen bei den moralischen Entscheidungen, die maßgeblich eure Spielerfahrung prägen. Hier trumpft Star Trek Voyager: Across the Unknown richtig auf. Die wichtigen Entscheidungen, die wir in den Schuhen von Captain Janeway treffen, haben Konsequenzen - teilweise drastische. Das Ableben eines Crewmitglieds bedeutet das finale Ausscheiden aus dem Spiel.
Das kann überraschend schnell gehen. Schiefgelaufene Expeditionen oder fehlende Ausstattung an Bord können schnell den Tod von in der Serie elementaren Figuren bedeuten. Für die Bodenmissionen stellen wir zuvor ein Team aus drei Crew-Mitgliedern zusammen, die bekannte Serienereignisse durchleben. Dafür gilt es, immer wieder Proben ihrer Fähigkeiten zu bestehen. Scheitern bedeutet ein verwundetes oder im schlimmsten Fall totes Mitglied, das zurück auf die Voyager gebeamt wird.
Quelle: PC Games
Erkunden, scannen und Ressourcen sammeln sind die grundlegenden Aufgaben des Spielablaufs. Zum Glück unterbricht die Geschichte diese eher monotone Herausforderung immer wieder.
Wir müssen beispielsweise mit ansehen, dass Seven of Nine ihre Rettung aus dem Borg-Kollektiv in unserem Spieldurchlauf nicht überlebt. Hätten wir eine bessere medizinische Einrichtung gehabt, wäre die Chance auf ihre Rettung größer gewesen.
Abzusehen war es für uns nicht, dass sich dank bestimmter Investitionen in unseren Wissenschafts- und Gesundheitsbereich dieser ikonische Charakter aus der Serie unserer Crew angeschlossen hätte. Das sorgt im ersten Moment für Frust und gleichzeitig für Spannung. Niemand an Bord - außer Captain Janeway - ist sicher.
Damit uns unsere Serienlieblinge weiter begleiten, müssen wir den richtigen Weg einschlagen. Das Ableben einiger Crewmitglieder wird allerdings schwer zu verhindern sein. Nur ein automatischer Spielstand sorgt dabei ebenfalls für gehörig Spannung. Ist dieser überschrieben mit den fatalen Konsequenzen, gibt es kein Zurück mehr, und es bleibt nur der Neustart des Sektors, um das Unheil zu verhindern. Zum Ausgleich bietet das Spiel drei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, die ständigen Frust vermeiden oder ständigen Stress verursachen können.
