Entwarnung: Stalker 2 wird ein richtiges Brett - der Release kann kommen
Special
Sämtliche Bedenken, die es zu Stalker 2 gab, hat die letzte Anspielsession beiseite gefegt. Dem Release des Story-Shooters fiebern wir jetzt schon entgegen!
Immersion
Die zu großen Teilen verstrahlte Zone ist sehr viel unnachgiebiger als die Welten in anderen Open-World-Spielen: Wir sterben schnell durch feindlichen Beschuss und Rohstoffe sind knapp. Inmitten einer Menschengruppe einen Streit zu eskalieren, ist nicht wagemutig, sondern extrem dämlich - etwas, das man nur ausprobiert, wenn man nichts zu verlieren hat.
Und genau das ist auch die Stärke von Stalker 2. Das Spiel ist so immersiv, dass wir trotz Schnellspeicherfunktion die realitätsnahe Entscheidung treffen. Anders kommen wir auf lange Sicht schlicht nicht durch die Zone, sondern würden ohne Munition und ohne Heilgegenstände im Nirgendwo stranden und beschämt einen alten Speicherstand laden.
Quelle: GSC Game World
Doch auch wer so passiv wie möglich spielt, es vermeidet in das Geschehen einzugreifen und sich jederzeit zurückhält, wird eine Veränderung und einen Fortschritt in der Welt feststellen. Wie im ersten Teil der Reihe bewegen sich Figuren selbstständig fort und handeln entsprechend. Ob Stalker so weit geht wie The Witcher 3, wo sich sogar Nebenaufgaben nach einiger Zeit von selbst erledigen, wissen wir noch nicht, vorstellbar wäre es aber.
Die Welt
Aber die Welt von Stalker 2 verhält sich auch abseits der ablaufenden Geschichte dynamisch. Wir waren etwa richtig beeindruckt von dem Sturm, der in einer Nacht über das ohnehin schon gefährliche Gebiet zog. Nach einigem Warten haben wir uns aufgrund der begrenzten Anspieldauer dann doch einfach in ihn hineingewagt und eher zufällig überlebt.
Blitzschläge um uns herum, das entsprechend donnernde Sounddesign, schwer auszumachende Anomalien im Blättersturm und einige Herzschlagaussetzern später waren wir froh, am Ziel angekommen zu sein.
Quelle: GSC Game World
Aber nicht nur das Wetter trägt zur Beklemmung in Stalker 2 bei, und neben dem Tod durch Blitzschlag gibt es auch noch hunderte andere Wege, um draufzugehen. Mehr als einmal zerfleischt uns eine Meute mutierter Hunde - wenig überraschend sind auch mutierte Schweine sehr tödlich, genauso wie mutierte Ratten und alles andere, was nicht so aussieht, wie es aussehen sollte.
Gelegentlich zerreißt uns eine Anomalie in der Luft - ein Anblick, der uns durch die First-Person-Ansicht glücklicherweise erspart bleibt. Den Beschuss durch menschliche Gegner überleben wir zwar in 90 Prozent der Fälle, dafür stürzen wir an anderer Stelle von einer Klippe, weil wir den Abgrund hinter einem Durchgangstor erst bemerken, als wir hindurchgeschritten sind.
Es ist schon bemerkenswert, wie viel Spaß Stalker 2 macht, dafür, dass wir regelmäßig wieder neu ins Spiel reinladen müssen. Laut dem GSC Lead Producer Slava Lukyanenka ist genau das die Magie, die den Shooter ausmacht. Die Zone ist sowohl wunderschön, voller unheimlicher Mysterien und unberechenbarer Phänomene, als auch gefährlich, unnachgiebig und grausam.
Quelle: GSC Game World
Doch es ist gerade diese Bedrohlichkeit, die zur Schönheit des unbezwungenen Gebiets um Tschernobyl beiträgt. Immerhin kann man das Farbenspiel der Blätter im Wind nur dann wahrnehmen, wenn man sich die Zeit nimmt, auch einmal innezuhalten und zu beobachten.
Etwas, das wir in Stalker 2 zwangsweise tun müssen - ein bunter Blättertanz weist in den meisten Fällen nämlich auf eine Anomalie hin. Nett anzuschauen - aber halt auch das Letzte, was man sieht, wenn man ihr zu nahe kommt.
Stalker 2 lebt
Die Aussicht auf ein besonders malerisches Ableben ist für uns aber letztlich nicht der Grund, warum wir uns auf den Release von Stalker 2 freuen. Neben Wetter, Anomalien und Mutanten treffen wir schließlich noch auf die Bewohner der Zone.
Das sind manchmal zufällige Begegnungen mit NPCs, die uns nicht wirklich etwas zu sagen haben, in unserer Vorschauversion waren aber tatsächlich die meisten Leute irgendwie mit den zahlreichen Neben- oder Haupt-Quests verbunden.
Die Bedenken, die es nach der ersten Anspielmöglichkeit auf der Gamescom 2023 gab, in der die offene Welt von Stalker 2 leer und unausgereift wirkte, können wir, Stand jetzt, glücklicherweise ausräumen.
Überhaupt merkt man die Liebe, die in das Spiel geflossen ist. Das Team hinter dem Shooter ist motiviert und hat selbst richtig Bock, ein richtig gutes Stalker abzuliefern und auch nach Release mit vollem Support dabei zu sein. Nach dem ganzen Chaos um die Entwicklungsgeschichte ist das nicht selbstverständlich. Etliche Verschiebungen, ein Krieg, Hacker-Angriffe und ein Brand im Prager Büro schüchtern die Entwickler nicht ein und sie haben ein Spiel auf die Beine gestellt, das uns nicht etwa Sorgen bereitet, sondern dem wir jetzt richtig entgegenfiebern.
