Attraktionen und Filme

Special Sebastian Zelada
Here comes the money: 
Womit machen große Gaming-Konzerne wie Nintendo zusätzlich Kapital?
Quelle: Nintendo

Ubisoft, Nintendo, Activision und Co. verdienen auch abseits von Videospielen Geld. Wir präsentieren euch die sogenannten "Side Hustles" der großen Hersteller.

Vergnügungsparks

Disney hatte es schon lange begriffen: Vergnügungsparks erweitern die eigene Markenwelt, festigen die Bekanntheit und können echte Gelddruckmaschinen sein. Kein Wunder, dass auch Videospielfirmen sich auf diesem Gebiet nicht lumpen lassen wollen, beinhalten ihre Portfolios doch oft beliebte Charaktere und Themenwelten. Die Hürden für ein derartiges Engagement sind jedoch hoch. Einen Vergnügungspark zu bauen ist eine teure Angelegenheit, die zudem sehr viel Know-how erfordert.

Grund zum Jubeln: 
Die Rabbids sind bereits in einem Themenpark in Frankreich vertreten, werden jedoch bald, neben anderen Ubisoft-Helden, in Malaysia ihre eigene Themenwelt erhalten. Quelle: Ubisoft Grund zum Jubeln: Die Rabbids sind bereits in einem Themenpark in Frankreich vertreten, werden jedoch bald, neben anderen Ubisoft-Helden, in Malaysia ihre eigene Themenwelt erhalten. Deshalb lassen sich nur wenige große Unternehmen auf ein derartiges Unterfangen ein. Ubisoft zum Beispiel. Nachdem es bereits im Futuroscope-Themenpark in Frankreich ein Rabbids-Fahrgeschäft gibt, hat der Assassin's Creed-Publisher nun einen Vertrag mit dem malaysischen Themenpark-Entwickler RSG unterzeichnet, der sich die Errichtung eines eigenen Vergnügungsparks in Kuala Lumpur zum Ziel gesetzt hat.

Der Park soll in einem 10.000 Quadratmeter großen Indoorbereich entstehen, der Fahrgeschäfte, Shows und Attraktionen aller Art bieten soll, welche sich rund um bekannte Ubisoft-Spiele und -Charaktere drehen. Mit dabei sein werden in jedem Fall die Rabbids und Assassin's Creed.

Jean de Rivières, Senior Vizepräsident von Ubisofts Filmsparte, erklärt den Deal folgendermaßen: "Ubisofts Absicht mit diesem Park ist es, die Menschen in Welten zu versetzen, in denen sie miteinander interagieren können und Helden ihres eigenen, lebensgroßen Spiels werden." Ubisoft wird die kreative Kontrolle über das Projekt behalten, während RSG, als Eigentümer des Vergnügungsparks für dessen Instandhaltung verantwortlich zeichnet. Leider haben die Vertragspartner ansonsten noch nicht viel über die Attraktionen verraten.

"Ubisoft wird alle digitalen Inhalte für die Fahrgeschäfte produzieren und helfen, die Route durch den Park zu entwerfen, um sicherzustellen, dass die Besuchererfahrung so gut wie möglich ist", so Rivières. Da Malaysia das am zweithäufigsten besuchte Land im asiatischen Raum ist, erhofft man sich sehr viel von dem Deal.

Nintendo Land

Ganz ähnlich geht es da Nintendo. Bis zum Start der olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio, soll in Osaka Nintendo Land entstehen.Das Mekka für alle Fans von Mario, Zelda, Donkey Kong und den zahlreichen weiteren Nintendo-Franchises soll jedoch nicht für sich alleine stehen. Die Attraktionen werden Teil des Universal Themenparks in Osaka und sollen Nintendo insgesamt 350 Millionen Dollar wert sein. Eine enorme Summe, vor allem, wenn man sich vergegenwärtigt dass die Harry Potter-Welt in den Universal Studios Orlando "nur" 265 Millionen Dollar gekostet hat.

Marios Macht: 
Das gigantische Nintendo Land, welches aktuell im japanischen Osaka entsteht, kostet mehr als eine Viertelmilliarde Dollar und soll das Mekka der Nintendo-Fans werden. Quelle: Nintendo Marios Macht: Das gigantische Nintendo Land, welches aktuell im japanischen Osaka entsteht, kostet mehr als eine Viertelmilliarde Dollar und soll das Mekka der Nintendo-Fans werden. Das investierte Geld erhofft man sich vergleichsweise schnell wieder einzuspielen, da im Zuge der Olympischen Sommerspiele 2020 besonders viele Touristen den Weg nach Japan finden dürften. Die offizielle Pressemeldung kündigt wenig überraschend Großes an: "Nintendo hat bemerkenswerte und fantasiereiche Welten erschaffen, die vor fesselnden Geschichten und liebenswerten Charakteren strotzen. Nun, zum ersten Mal überhaupt, werden diese Geschichten und Charaktere auf eine völlig neue Weise zum Leben erweckt. Diese spannenden Erfahrungen werden große Attraktionen beinhalten, die Nintendos berühmteste Charaktere und Spiele zeigen werden."

Im Gegensatz zu Ubisoft könnte bei Nintendo weniger Expansionsfreudigkeit als vielmehr die Not, neue Einnahmequellen zu finden, hinter dem Schritt stehen. Seit mehreren Jahren haben die Japaner mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen, die vor allem durch die schwachen Wii U-Verkäufe und das abflachende 3DS-Geschäft zustandekommen. Neue Wege der Finanzierung kämen da gerade Recht.

Deshalb streckt der Mario-Konzern auch in andere Bereiche seine Fühler aus. Man befindet sich seit Jahren in Gesprächen mit Filmstudios, über Leinwandabenteuer seiner großen Stars. Mario und Zelda scheinen Kandidaten. Geleakte Dokumente von Sony Pictures haben bereits 2014 Pläne für einen Super Mario-Film ans Tageslicht gebracht. Noch wurde dieser aber nicht angekündigt und Nintendo ist seit dem letzten und bislang einzigen Mario-Kinofilm äußerst vorsichtig, wenn es darum geht, seine Marken auf die Leinwand zu bringen.

Der Realfilm Super Mario Bros. - Der Film (1993) war ein gigantischer Flop und gilt als äußerst trashiges Machwerk. Ob der neue Streifen, der Gott sei Dank ein Animationsfilm werden soll, die Planungsphase also jemals überschreiten wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch unsicher. Doch im Filmgeschäft befände man sich in bester Gesellschaft. Hier scheinen Videospielumsetzungen aktuell wieder schwer an Fahrt aufzunehmen.

Angry Birds als Geldsegen

Mut machen könnte Nintendo vor allem der Angry Birds-Kinofilm, denn hier lassen sich einige Gemeinsamkeiten zu Nintendo finden. Ebenso wie die Mario-Macher standen die Angry Birds-Entwickler mit dem Rücken bereits ziemlich zur Wand. Nachdem der Erfolg von Angry Birds seinen Zenit erreicht hatte, fielen die Nutzerzahlen stetig und viele Mitarbeiter des rasch gewachsenen Rovio-Imperiums mussten entlassen werden.

Mit dem Rücken zur Wand: 
Rovio, die Macher von Angry Birds, befanden sich auf dem absteigenden Ast, doch der Kinofilm spülte hunderte Millionen Dollar in die Kassen von Sony und Rovio. Quelle: Sony Mit dem Rücken zur Wand: Rovio, die Macher von Angry Birds, befanden sich auf dem absteigenden Ast, doch der Kinofilm spülte hunderte Millionen Dollar in die Kassen von Sony und Rovio. Als man gemeinsam mit Sony den Film zum Spiel ins Kino brachte und 348 Millionen Dollar eingenommen hatte, konnte man sich nicht nur die zweiterfolgreichste Videospielverfilmung aller Zeiten auf die Fahnen schreiben, sondern denkt inzwischen auch laut über eine Fortsetzung nach.

Falls nun die Frage aufgekommen sein mag, welches denn die erfolgreichste Videospielverfilmung überhaupt ist, dann lautet die Antwort Warcraft. Der Fantasy-Streifen nagt mittlerweile an der 500 Millionen-Dollar-Grenze und konnte, wie auch Angry Birds, vor allem im wichtigen Wachstumsmarkt China Akzente setzen. Dort setzte die MMORPG-Verfilmung von Blizzard die Hälfte seiner Einnahmen um. Vielleicht traut sich der traditionell etwas gemütliche Mario nach dem Studium dieser Zahlen ja auch vor die Kamera.

Blockbuster: 
Nach den Kino-Erfolgen von Warcraft und Angry Birds, schickt sich nun Assassin's Creed an, die Massen in die Lichtspielhäuser zu locken. Die Erfolgschancen stehen gut. Quelle: Universal Blockbuster: Nach den Kino-Erfolgen von Warcraft und Angry Birds, schickt sich nun Assassin's Creed an, die Massen in die Lichtspielhäuser zu locken. Die Erfolgschancen stehen gut. Flinker ist da (wie immer) sein ehemals schärfster Konkurrent Sonic. Segas Überschall-Igel wird definitiv ein Leinwandabenteuer bestreiten, wie Sega bereits bestätigte. Noch ist unklar, wann der Streifen in den Kinos landen soll, doch sicher ist bereits jetzt, dass er eine Mischung aus Animation und Live-Action werden soll. Man kann sich also darauf einstellen, dass ein animierter Sonic auf menschliche Darsteller trifft. Aus der Pressemitteilung geht hervor, dass der Film die Schnelligkeit der Spiele einfangen soll und Sonic auf einige der beliebtesten und berüchtigtsten Charaktere der Reihe treffen wird, wie beispielsweise Dr. Robotnik.

Deutlich weiter mit seinen Leinwandbemühungen ist Ubisoft. Nachdem man bereits Prince of Persia erfolgreich ins Kino gebracht hatte, folgt am 21. Dezember 2016 der Kinofilm zu Assassin's Creed, von dem man sich hohe Einnahmen verspricht. Er dürfte aufgrund der Popularität der Marke problemlos in die Sphären von Angry Birds und Warcraft vorstoßen und ist ein weiterer Hinweis darauf, dass das Filmgeschäft wieder interessanter für die Videospielbranche wird. Sollte auch Assassin's Creed erfolgreich abschneiden, darf davon ausgegangen werden, dass auch weitere Hersteller prüfen werden, ob Kinofilme ihrer Marken Sinn machen.

Dauerbrenner: 
Ash, Pikachu, Rokko und ihre Freunde sorgen seit Jahren für klingelnde Kassen bei Nintendo und der Pokémon Company. Die TV-Serie ist heute noch beliebt und gerade auf DVD erschienen. Quelle: The Pokémon Company Dauerbrenner: Ash, Pikachu, Rokko und ihre Freunde sorgen seit Jahren für klingelnde Kassen bei Nintendo und der Pokémon Company. Die TV-Serie ist heute noch beliebt und gerade auf DVD erschienen. Weniger zögerlich sind Firmen dagegen bei Direct-to-DVD-Releases und TV-Serien. Nintendo und die Pokémon-Company haben zahlreiche Filme und eine mehrere Staffeln umfassende TV-Serie zu Pokémon lizenziert, die bis heute Geld abwerfen. Erst gerade ist die erste Staffel der Pokémon-TV-Serie in einer DVD-Box erschienen. Ebenso bekannt sollten Fans die Halo-Filme sein, die zwar nie im Kino liefen, doch auf DVD und Blu-ray erhältlich sind. Aber auch Square Enix sieht im Filmgeschäft weiterhin Potenzial und hat nach seinem durchwachsenen Kino-Abenteuer mit Final Fantasy: Die Mächte in Dir (2001), beispielsweise Final Fantasy 7: Advent Children (2010) und nun Kingsglaive: Final Fantasy 15 direkt auf DVD und Blu-ray veröffentlicht.

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