Soulslikes sind Mainstream - Zeit für einen wichtigen Schritt!

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Soulslikes sind Mainstream - Zeit für einen wichtigen Schritt!
Quelle: Bandai Namco Entertainment

Soulslikes im Dark-Fantasy-Stil gibt es mittlerweile zur Genüge. Das Genre braucht neue Settings und originelles Gameplay, um sich weiterzuentwickeln.

Die Entwickler müssen nicht einmal komplett auf bewährte Konzepte verzichten, um etwas Besonderes zu erschaffen. Star Wars Jedi: Survivor und sein Vorgänger Fallen Order machen sich die weit, weit entfernte Galaxis der berühmten Saga zunutze und sind ein gutes Beispiel dafür, welchen Einfluss das Setting auf die Gameplay-Mechaniken hat. Schließlich kämpft ihr hier mit einem Laserschwert und verfügt über verschiedene Machtfähigkeiten, wodurch sich der Spielstil im Vergleich zu Dark Souls zwangsläufig verändert. Die soulsigen Action-Adventures von Respawn Entertainment gehören zu den wenigen Titeln, deren großes Budget in neue Ideen geflossen ist, anstatt auf die bekannte Designformel zu setzen. Genau dieses Vorgehen wünschen wir uns von mehr Studios, insbesondere dann, wenn sie sich im nächsten Schritt sogar trauen, ihre eigenen Welten zu erschaffen.

Dark Fantasy als Giftsumpf der Soulslikes

Nicht jedes Setting eignet sich gleichermaßen für ein Soulslike, schließlich müssen verschiedene Faktoren gegeben sein: eine abwechslungsreiche Spielwelt, verschiedene Gegnertypen und Bosse, der Fokus auf Nahkampfwaffen sowie eine Rechtfertigung für das gewaltsame Vorgehen des Protagonisten und der Feinde.

Auf Reddit hat ein User beispielsweise die Frage aufgeworfen, ob wohl ein Soulslike entstehen könnte, dass in der heutigen Zeit in unserer Welt angesiedelt ist.

Ein spannendes Gedankenspiel, das direkt einige Probleme aufwirft: In einer realistischen Welt bleibt außer Menschen, gewöhnlichen Tieren und mit einer Menge Fantasie vielleicht noch Maschinen keine sinnvolle Möglichkeit, kreative Gegner und vor allem Bosse zu konzipieren.

Eine Gruppe von Gegnern steht neben einem Sarg, auf dem das Wort Liar steht. Quelle: Neowiz Lies of P Außerdem müsste es eine Erklärung dafür geben, wieso keine Schusswaffen genutzt werden - zumindest, wenn es sich um das klassische Kampfsystem handeln soll und nicht um einen Shooter wie Remnant 2.

Abwechslungsreiche Gebiete wären höchstens mithilfe einer Weltreise denkbar, ansonsten wäre die Spielfigur in repetitiven und langweiligen Gebieten gefangen. Oder habt ihr Lust, 30 Stunden in mitteleuropäischen Städten zu verbringen?

Die Handlungen in Soulslikes leben zudem von einer drohenden Apokalypse, für die es in realistischen Settings nur wenige Erklärungsmöglichkeiten gäbe.

Daran wird deutlich, wieso Dark Fantasy nicht nur altbewährt, sondern auch eine sehr geschickte Wahl ist. Schließlich gibt es kaum Einschränkungen hinsichtlich des Designs und die Weltuntergangsstimmung ist quasi vorprogrammiert.

Für die frühen Soulslikes war es von Vorteil, auf ein entsprechendes Setting zurückzugreifen. Immerhin gab es damals noch nicht so viele Titel dieser Art und die Fans haben sich über ähnlichen Nachschub gefreut, selbst wenn er nicht von den ursprünglichen Entwicklern kam.

Mittlerweile ist Dark Fantasy schlicht abgenutzt und wirkt selbst mit optischen Veränderungen wie bei Lords of the Fallen zu eintönig - wir haben einfach schon zu viel davon gesehen.

Außerdem sinkt bei so ziemlich jedem anderen Setting die Wahrscheinlichkeit, dass die Spiele ein Sumpfgebiet enthalten, in dem das verseuchte Wasser den Charakter vergiftet. Ein Sieg auf ganzer Linie also, denn auf so etwas können wir gut verzichten.

Hollow Knight Quelle: Team Cherry Hollow Knight

Das Gegenteil von Dark ist ... High?

Doch die größeren Studios greifen weiter zum Patentrezept und trauen sich kaum mal, sich allzu weit davon zu entfernen - oder sie wollen es nicht. Dabei würde das im Vergleich zu Indie-Spielen große Budget zulassen, mehr Zeit und Aufwand in die Konzeption der Spielwelt und des Settings zu stecken.

Eine starke Abweichung von den bekannten Mustern ist allerdings mit dem Risiko verbunden, dass sich eine ungewöhnliche Wahl schlecht verkauft oder über die Dauer des Spiels nicht gut genug funktioniert.

Dabei müsste der Sprung gar nicht allzu weit sein, um frischen Wind in das Genre zu bringen. Lies of P macht sich zum Beispiel die unheimliche Atmosphäre im Stil von Bloodborne zunutze, spielt aber zu einer anderen Zeit und legt seinen Fokus auf die Maschinen und Pinocchios Puppenmechaniken. Die einzelnen Gebiete sind zunächst eindrucksvoll, werden mit der Zeit aber unspektakulärer.

Ein ähnlicher Ansatz wäre, zunächst von Dark Fantasy wie in den Souls-Titeln zu High Fantasy zu wechseln. Dadurch könnten die Entwickler weiterhin auf bewährte Konzepte zurückgreifen und sich dennoch die neuen Möglichkeiten zunutze machen. So wäre die Spielwelt potenziell weniger düster und würde im Gegenzug den Grundstein für eine Geschichte legen, die leichtherziger ist als üblich.

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