Die 10 miesesten Spiele 2023: Spielt diese Flops auf keinen Fall!

Special Stefan Wilhelm
Der Herr der Ringe: Gollum
Quelle: PC Games

Hereingeschaut, ihr Katastrophentouristen! Wir lassen 2023 Revue passieren und küren unsere Top 10 der schlechtesten Spiele des Jahres!

Platz 4: Schlag den Star: Das dritte Spiel - schlagt uns lieber ins Gesicht

Fans unserer Liste vom letzten Jahr müssen jetzt ganz stark sein: Es gab 2023 leider keinen Autobahn Polizei Simulator 4, sondern nur den Offroad-DLC zu Teil 3. Dort darf zwar erstmals mit einem vierbeinigen Kollegen ermittelt werden, aber die Flop 10 sind ein illustrer Club, in den wir nur vollwertige Spiele lassen. Keine Sorge, wir haben trotzdem eine deutsche Trashperle in petto: Die digitale Variante von Schlag den Star hat es nämlich aus unerfindlichen Gründen schon zum dritten Spiel gebracht.

Eine Szene aus Blamieren oder Kassieren. Quelle: PC Games Es darf sich also wieder in allerlei Quiz- und Geschicklichkeitsspielen miteinander gemessen werden. Und bitte wirklich nur miteinander, denn im Einzelspielermodus müsst ihr den Bots gerne mal zwanzig Minuten dabei zuschauen, wie sie ihre geistigen Umnachtungen gegeneinander aufwiegen. Währenddessen drischt der Sprecher aus dem Off seine immer gleichen Phasen. Abseits der nervigen Hintergrundmusik herrscht ansonsten gespenstische Stille in diesem zum TV-Studio umgebauten Vorhof zur Hölle.

Mit echten Menschen kann man sich immerhin noch gemeinsam über die miese Qualität beömmeln, aber auch da hört schnell der Spaß auf, wenn das Spiel am PC plötzlich den Controller nicht mehr erkennt oder die falschen Tasten anzeigt. Stars gibt's bei Schlag den Star übrigens auch keine. Außer Elton, dessen Animationen und Enthusiasmus beim Sprechen verraten, dass er eigentlich lieber ganz woanders wäre. Immerhin das ist authentisch! Als Kandidaten und Gegner erwarten euch aber nur ein paar Durchschnittsdeutsche, die bei jeder richtigen Antwort einen Dab raushauen, als hätten wir immer noch 2015.

Platz 3: The Day Before - und ein paar Days After war's schon wieder weg

Es war ein Release wie ein Krimi: Nach laut eigener Aussage "fünf Jahren" Entwicklungszeit, eindrucksvollen Trailern, vielen Spekulationen und dieser zunehmenden Vermutung, dass das Spiel eigentlich nur ein riesiger Schwindel würde sein können, schaffte The Day Before das Unmögliche: Es erschien auf Steam. Im Early Access. Also der nächstbesten Option nach Kickstarter, wenn man als Entwickler nichts Gutes im Schilde führt.

Zwei Infizierte sitzen ineinander in einem Polizeiauto Quelle: FNTASTIC Zuvor hatten es die Macher von Fntastic ihren Kritikern mal so richtig gezeigt und in einem Statement erklärt, dass sie keinen Betrug und kein Asset-Flipping betreiben, und dass sie sogar ihre Feinde lieben. Das hat Jesus auch immer gesagt, und habt ihr schonmal gehört, dass Jesus mit einem Fake-Spiel Leute über den Tisch gezogen hätte?

Da ist es natürlich sehr ungünstig, dass sich das Spiel zum Release nicht nur als Asset-Flip, sondern auch als betrügerisch herausgestellt hat, weil nicht einmal das versprochene Genre stimmt. Statt eines bahnbrechenden Survival-MMOs ist The Day Before nur ein banaler Extraction-Shooter, ohne Zombiehorden, ohne echte Survival-Mechaniken, ohne große Ziele im Spiel und mit einem massiven Technik-Downgrade gegenüber den Trailern.

Oh, und weite Teile der Map und Spielsysteme sind aus gekauften Assets zusammengekloppt. Und es ist verbuggt. Und das bisschen Story im Spiel dreht sich darum, dass kein Virus, sondern die Impfung dagegen für die Zombieseuche verantwortlich ist. Und die Entwickler haben fünf Tage nach dem Launch die Entwicklung eingestellt und ihr Studio dichtgemacht. Also, Fntastic, wir schätzen euch ja dafür, dass ihr auch eure größten Kritiker ins Herz schließen wolltet, aber die Sympathie können wir nach der Aktion leider nicht erwidern. Auf Nimmerwiedersehen!

Platz 2: Skull Island: Rise of Kong - Monke.exe

Während man bei einem Walking Dead: Destinies auf den ersten Blick vielleicht noch keine Shovelware erwarten würde, sieht das bei unserem nächsten Kandidaten anders aus. Schon nach den ersten paar Gameplay-Trailern zu Skull Island: Rise of Kong war klar, was uns hier bevorsteht: ein ganz schönes Affentheater.

Kong schaut grimmig in die Kamera. Quelle: GameMill Entertainment / IguanaBee Und das könnt ihr durchaus wörtlich nehmen, denn zwischen den dilettantischen Gameplay-Passagen versucht das Spiel noch, eine Rachegeschichte zu inszenieren. Ein böser Dino hat Kongs Mutter gefressen, und der kleine Primat sinnt auf Vergeltung. Blöderweise lässt die Qualität der Affenmimik aber ganz schön zu wünschen übrig, und Kong sieht auch weniger aus wie der König von Skull Island, sondern eher wie der Typ im Gorillakostüm aus dieser einen Spongebob-Folge, in der sich Spongebob den Hintern bricht.

Spielerisch ist Rise of Kong ähnlich affig. Ihr rennt und hüpft durch komplett leere Insellandschaften, vermöbelt Dinos und Krabben in grauenhaften Kämpfen und versucht, aus der nicht vorhandenen Spielerführung schlau zu werden. Weil die Engine wohl gerade Urlaub macht, werden Objekte, Texturen und Schatten wenige Meter vor euch zurechtgeschoben. Gut Ding will schließlich Weile haben!

Das dachten sich die Entwickler wohl auch, denn obwohl sich das Affenteuer eigentlich in wenigen Stunden beenden lässt, werdet ihr euch fühlen, als hättet ihr eine halbe Ewigkeit darin verbracht. Eine Ecke der Insel gleicht der anderen, und wenn ihr zur Orientierung einen Blick auf die Karte werfen wollt, werdet ihr feststellen, dass nicht einmal eure Position darauf abgebildet wird. Kurz gesagt: Wären wir Affen, dann würden wir lieber in einem VW-Labor Dieselabgase inhalieren und dabei Cartoons schauen, als in diesem Spiel vorzukommen.

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