Die 10 miesesten Spiele 2023: Spielt diese Flops auf keinen Fall!

Special Stefan Wilhelm
Der Herr der Ringe: Gollum
Quelle: PC Games

Hereingeschaut, ihr Katastrophentouristen! Wir lassen 2023 Revue passieren und küren unsere Top 10 der schlechtesten Spiele des Jahres!

Platz 7: Redfall - wenn man einem Kultentwickler das Blut aussaugt

Was kommt raus, wenn man einen beliebten Entwickler von Immersive Sims und Stealth-Games an einen 0815-Loot-Shooter setzt und ihm dafür auch noch viel zu wenig Zeit gibt? Redfall! Arkanes Einstand in die Microsoft-Familie war vor allem zum Release ein waschechtes Triple-A-Desaster. Redfall sieht nicht nur aus wie von Vorgestern, sondern auch, als wäre es in wenigen Monaten zusammengenagelt worden. Die namensgebende Stadt ist trist und leer, die Aufgaben monoton und die hauchdünne Story wird mit öden Standbildsequenzen erzählt. Auch die faden Schießereien gegen Soldaten und Vampire lassen alles vermissen, was man an Arkane-Spielen schätzt.

Drei Vampirjäger bereiten sich auf den Kampf gegen eine schwebende Vampirfrau vor. Quelle: Arkane Austin Xbox-Spieler wurden zusätzlich zur miesen Grafik zum Start mit 30 Bildern pro Sekunde abgespeist und durften sich mit einer fürchterlichen Controller-Steuerung herumärgern. Dazu gesellten sich reihenweise KI-Aussetzer und schäbige Optimierung am PC. Mittlerweile wurden diese Fehler zwar halbwegs ausgebügelt, aber ob das blutleere Produkt dahinter noch viele Spieler aus ihren Gruften locken kann, darf bezweifelt werden.

Hoffentlich wird Arkanes nächster Vampir, Marvel's Blade, nicht wieder vor Einbruch der Dunkelheit in die Sonne geschmissen. Sonst sieht es nämlich ganz so aus, als wäre dem Kultentwickler bei der Microsoft-Übernahme ein Pflock ins Herz gehauen worden.

Platz 6: Greyhill Incident - mein kleines graues Männchen vernascht mich auf der Farm

Wer die Resident-Evil-Reihe verfolgt, der weiß: Die Grenze zwischen Horror und Käse ist manchmal schwer zu definieren. Klar ist aber: Wenn Horror richtig schlecht gemacht wird, dann begibt man sich eigentlich automatisch ins Trash-Territorium. Ob es nun mit Grusel oder doch eher dem eigenen Unvermögen unterhalten will, scheint Greyhill Incident selbst nicht genau zu wissen.

Ein Mann im Karohemd trägt einen spitzen Aluhut. Quelle: Refugium Games Während das Horrorspiel rund um eine Alien-Invasion optisch zunächst noch ernstzunehmend daherkommt, verfliegt jegliche Spannung in dem Moment, in dem ihr die Charaktere seht und sprechen hört. Das fängt mit eurem etwas zu lasziv vor dem Fernseher liegenden Sohn an, geht mit einem Typen weiter, der unironisch einen Aluhut trägt, und findet sein grandioses Finale, wenn euch zum ersten Mal einer der Invasoren gegenübersteht. Es sind kleine graue Männchen, so klischeehaft, wie man sie sich nur vorstellen kann. Sie sind sogar so klein, dass ihre Versuche euch zu packen nicht aussehen, als wollten sie euch nur das Leben aussaugen ...

Weil trotz des vorhandenen Aluhutträgers eure Spielfigur der größte Trottel in Greyhill Incident ist, werdet ihr ständig auf öde Fetch-Quests geschickt, in denen ihr etwa dem Nachbarn eine Schachtel Nägel klaut, um eure Türen zu verrammeln. Kurz vorher hatten die Aliens euren Sohn mit einem Traktorstrahl entführt. Durchs Dach, wohlgemerkt.

Wir geben zu: Wir hatten ein paar Minuten lang unseren Spaß damit, den Marsmännchen unseren Baseballschläger drüberzuziehen, und hier und da kommt der trashige Appeal der Alieninvasion dann doch durch. Das einschläfernde Gameplay und die lachhafte Inszenierung machen die paar witzigen Momente aber nicht wett.

Platz 5: The Walking Dead: Destinies - Don't Shovelware Open Inside

Ihr seid Walking-Dead-Fans der ersten Stunde, von den späteren Staffeln enttäuscht und wollt eure Lieblingsmomente von früher in einem Spiel nochmal erleben - und sogar beeinflussen? Dann können wir euch leider auch nicht helfen. Dabei gäbe es eigentlich ein neues Action-Adventure, das sich genau das auf die Fahne schreibt. Dass es weit unten in dieser Liste vorkommt und ihr vermutlich noch nie davon gehört habt, verrät euch aber schon, dass hier neben den Zombies noch was anderes faul ist.

Rick und Shane zielen mit Pistolen aufeinander. Quelle: Flux Games Fangen wir doch gleich damit an, dass eure liebgewonnenen Figuren in The Walking Dead: Destinies aussehen wie chinesische Actionfigur-Plagiate und sich auch ungefähr so geschmeidig bewegen. Das Gameplay ist ein Mix aus beknackten Schleicheinlagen und stocksteifen Kämpfen gegen Zombies, die unter anderem deswegen keine Bedrohung sind, weil sie gerne mal irgendwo steckenbleiben. Technisch bewegt sich das Schlamassel bestenfalls auf dem Niveau eines PS3-Spiels.

Nun könnte man immer noch meinen, das eine, große Verkaufsargument, also die Möglichkeit, Schlüsselszenen der Serie zu beeinflussen, würde Destinies für Hardcore-Fans trotzdem spielenswert machen. Dass das Budget aber nicht einmal für animierte Cutscenes gereicht hat, raubt auch diesem Feature schnell wieder seinen Reiz. Der einzige Trost, den Walking-Dead-Fans mitnehmen können, ist, dass ihr Franchise nicht das einzige war, das 2023 einem lizenzierten Verbrechen zum Opfer fiel.

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