CS:GO, CoD, FIFA,eSports-Zukunft, Doom, Overwatch, Paragon
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Einst belächelt, heute ein Massenphänomen: In den populärsten eSports-Titeln League of Legends und Dota 2 wird im Jahr 2016 um Preisgelder in Millionenhöhe gekämpft - und Millionen schauen auch live auf Twitch zu. Höchste Zeit, einen Blick auf die Geschichte des eSports zu werfen, aktuelle Trends zu analysieren, mit den Stars der Szene zu sprechen und einen Blick in die Zukunft zu wagen.
In diesem Artikel
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Massenphänomen eSports, League of Legends, Dota 2, Reich werden mit eSports
- 1.1 eSports: Unterhaltung für Massen
- 1.2 Der Blick zurück: Alles begann mit einem Ferrari
- 1.3 Mit Gewaltdiskussion zum Star
- 1.4 Ein deutscher Profi erklärt das Phänomen League of Legends
- 1.5 Reich werden mit LoL?
- 1.6 Dota 2: Der LoL-Herausforderer
- 1.7 Der reichste eSportler Deutschlands: Kuro Salehi Takhasomi
- Seite 2 CS:GO, CoD, FIFA,eSports-Zukunft, Doom, Overwatch, Paragon
- Seite 3 Bildergalerie
Counter-Strike: Die Wiedergeburt der alten Diva
Doch es gibt nicht nur LoL und Dota 2 im eSports-Kosmos. Vor allem in Europa und Deutschland ist das altehrwürdige Counter-Strike (CS) nach wie vor ein großes Thema. Der Lieblings-Shooter aller Netzwerk-Partys wird bereits seit 2000 professionell gespielt und lange Zeit dominierten vor allem deutsche Clans wie Alternate aTTaX und SK Gaming die internationale Szene. Das Setup ist hier deutlich simpler als in Dota und LoL: Anti-Terror-Einheiten müssen eine Bombe entschärfen oder Geiseln retten, die Terroristen versuchen, ebendies zu verhindern. CS erlebte jedoch durch das verhunzte und in der Community wenig beliebte Source einen starken Einbruch und erholt sich wieder durch Valves Engagement für das 2012 veröffentlichte Counter-Strike: Global Offensive (CS: GO).
Quelle: PC Games
Counter-Strike: Global Offensive - Einige der wichtigsten internationalen Clans der Szene wie SK Gaming wurden in Deutschland geboren. Und mit der ESL One Cologne hat sich Counter-Strike zurück in die Herzen der Fans gespielt.
Der größte CS-Turnierveranstalter ist die in Köln ansässige Turtle Entertainment GmbH, der die Electronic Sports League (ESL) gehört. Die Preisgelder befinden sich noch nicht auf dem hohen Niveau von LoL oder Dota 2, ein Preisgeld-Kontingent von 220.000 Euro muss sich aber auch international nicht verstecken. Auf der ESL One Cologne im Juni 2015, dem wichtigsten Counter-Strike-Turnier, war zudem erstmals Valve selbst als Haupt-
sponsor an Bord. Die Veranstaltung in der Kölner Lanxess-Arena avancierte zum größten CS-Wettstreit aller Zeiten. Spätestens mit der ESL One meldete sich damit Counter-Strike zurück in die Top 3 der wichtigsten eSports-Games der Welt.
Davon ist auch Tom "Spiidi" Richter vom Clan mousesports überzeugt: "27 Millionen Menschen haben die ESL One Cologne gesehen, das ist der absolute Wahnsinn. Wir konnten die Zahlen selbst kaum glauben. Das war schon ein großer Tag für CS, auch wenn wir selbst nicht so gut abgeschnitten haben." Dafür hat der 21-Jährige mit seinen Mitspielern gerade erst die renommierten Acer Predator Masters gewonnen und kann sich über 17.000 Euro Preisgeld freuen. Nach einer sehr langen Durststrecke war das im Februar 2016 der erste deutsche eSports-Titel in einem großen internationalen Wettbewerb seit über zehn Jahren.
Call of Duty: Der 3-Millionen-Dollar-Aufsteiger
Im Prinzip funktioniert es bei eSports genauso wie im klassischen Sport: Geld lockt Talente an, die werden zu Stars und sorgen für Zuschauerrekorde. Dadurch wird der Sport interessant für Sponsoren und Werbepartner, die mehr Geld in die Liga pumpen. Gibt's keine Sponsoren, müssen die Entwickler selbst in die gewöhnlich gut gefüllte Geldbörse greifen. Bei über einer Milliarde Umsatz durch Call of Duty: Black Ops 3 ist es für Hersteller Activision kein Problem, jedes Jahr eine Million US-Dollar für die Call of Duty Championship zu stellen. 2016 wird daraus jetzt die Call of Duty World League mit umgerechnet 2,6 Millionen Euro an Preisgeld. Die Liga wird allerdings aktuell noch gnadenlos von den Top-Teams der USA dominiert, allen voran OpTic Gaming. Deutsche Clans wie SK Gaming, Killerfish und FABE Germany halten mit Engagement und Einsatz dagegen, tun sich aber in den Finals regelmäßig sehr schwer.
Quelle: PC Games
Call of Duty ist der meistgespielte Shooter der Welt und auch in Deutschland enorm beliebt. Die deutschen Clans tun sich allerdings schwer gegen die Übermacht aus den USA.
"Die US-Dominanz zu knacken, ist verdammt schwierig", erklärt FABEs Team-Captain Kevin "Kivi" Fiala. "Die deutschen Spieler haben alle reguläre Berufe, die Amerikaner hingegen sind fast alle Profis." Clans wie OpTic Gaming seien durch Sponsorendeals mit Firmen wie Red Bull und dem Controller-Hersteller SCUF zudem finanziell exzellent ausgestattet. "Es macht einen großen Unterschied, ob man sich nur für Turniervorbereitungen an Wochenenden trifft oder jeden Tag in einem Clan-Haus trainiert."
Call of Duty hat offensichtlich das gleiche Problem wie viele eSports-Arten: In den großen Turnieren lassen sich zwar Millionen absahnen - es gibt aber immer weniger kleine Events mit niedrigeren Preispools, durch die sich Teams finanzieren könnten, die nur national, aber nicht international oben mitspielen.
FIFA: Jagd nach alten Glanzzeiten
Quelle: EA Sports
Kicker-Prominenz: David Alaba vom FC Bayern München unterstützt die Virtuelle Bundesliga, eine eigens von EA Sports veranstaltete Liga für FIFA 16.
Während wir im realen Fußball Weltmeister und Weltklasse sind, versucht die deutsche FIFA-Szene seit Jahren, an alte Glanzzeiten anzuknüpfen, beißt sich aber an der internationalen Konkurrenz die Zähne aus. Beim FIFA Interactive World Cup reckte am Ende Abdulaziz Alshehri aus Saudi-Arabien den Pott in den Münchner Nachthimmel. Die deutsche Hoffnung Daniel Butenko musste sich bereits in der Vorrunde geschlagen geben. Für ihn wäre ein Traum in Erfüllung gegangen, denn der Sieger wurde zur Verleihung des Fußballers des Jahres, dem FIFA Ballon d'Or, geladen. "Christiano Ronaldo zu treffen hätte für mich einen viel höheren Wert als die 17.000 Euro. Das wäre ein Erlebnis gewesen, das man sich nicht kaufen kann", so der Kölner. Er ist allerdings auch erst 15 Jahre alt - es bleibt ihm also noch jede Menge Zeit, um Preisgelder zu kassieren und Promis zu treffen.
Bislang hat es kein FIFA-Profi geschafft, an die Dominanz Deutschlands in den Jahren 2003 bis 2006 anzuknüpfen. Die Zwillinge Daniel und Dennis Schellhase glänzten damals nicht nur mit dem Triple, weil sie gleich drei Mal die World Cyber Games - ehemals so etwas wie die Olympiade des eSports - gewannen, sondern vor allem, weil sie den Bildschirmwettkampf zum Geschäft machten und die Szene professionalisierten. Die beiden Vermarktungsgenies zogen Werbedeals mit Adidas, Intel und sogar BMW an Land und tingelten als "FIFA-Twins" von Stefan Raab zu stern TV und durch zahlreiche Talkshows.
Aber auch ihre Bilanz bleibt bis heute ungeschlagen: Beide gewannen über die Hälfte aller gespielten Turniere. Dennis Schellhase setzte als Manager von SK Gaming zwischen 2006 und 2010 sogar noch einen drauf, indem er seinem Team zu einer Gewinnquote von 100 Prozent Siegen verhalf und maßgeblich am Gewinn der Weltmeisterschaft beteiligt war.
Die Zukunft des eSports
Den aktuellen Zustand des eSports kann man getrost als äußerst vital bezeichnen. Doch wie wird sich das Ganze weiterentwickeln? Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist noch lange nicht abzusehen: Die Zuschauerzahlen bei den großen Events gehen kontinuierlich nach oben und immer mehr Menschen schalten auf Twitch ein, um sich per Streaming von spannenden Duellen und reichlich Stadionatmosphäre begeistern zu lassen. Ein Grund, warum aktuell viele Entwickler überlegen, wie sich das Erleben der Wettkämpfe spannender und interaktiver gestalten lässt.
Die Antwort könnte Virtual Reality lauten, schließlich starten gerade Oculus Rift und HTC Vive im PC-Markt durch. Allerdings mit Preisen von 700 bis 900 Euro, lediglich Samsung bietet aktuell mit der Gear VR eine mit 100 Euro sehr günstige Alternative für Smartphones an. Bis VR also in der breiten Spielermasse ankommt, dürfte es noch ein paar Jahre dauern. Da Valve aber ohnehin zusammen mit HTC die Vive entwickelt und vermarktet, zeigt man bereits jetzt, was in Zukunft in Dota 2 in Sachen virtueller Realität möglich sein könnte: Mit der Vive auf der Nase seht ihr das normale Schlachtfeld oben, senkt ihr euren Blick nach unten, wird die gesamte Karte in 3D eingeblendet, wichtige Punkte lassen sich per Fingerzeig auswählen und die Statistiken jedes einzelnen Spielers gegen einen beliebigen Kontrahenten des gegnerischen Teams stellen.
Quelle: Medienagentur plassma
Zockmarathon: Beim ASUS Play-it-Cool-Turnier im April 2015 galt es für die Teilnehmer, 24 Stunden lang Hearthstone zu spielen. Im Bild: Der deutsche eSportler Mathis "Jabbz" Friesel.
Doch auch andere Entwicklerteams wollen ein Stück vom eSports-Kuchen abhaben - und planen einen Großangriff auf die Platzhirsche: Blizzard etwa versucht sich mit Overwatch an seinem ersten Team-Shooter und hat damit ersten Betatest-Erfahrungen zufolge voll ins Schwarze getroffen. Epic Games, die insbesondere für Unreal Tournament und Gears of War 3 bekannt sind, wollen mit ihrem grafisch edlen MOBA-Shooter Paragon League of Legends und Dota 2 angreifen. Und dann ist da ja noch ein alter Bekannter namens Doom, dessen Quake-Väter von id Software 1997 den weltweiten eSports schließlich ins Rollen brachten und 2016 mit dem Reboot des Klassikers zurück auf den Shooter-Thron wollen. Wir sind uns sicher: Um die Zukunft des eSports braucht man sich vorerst keine Sorgen zu machen, ganz im Gegenteil.
Doom, Overwatch und Paragon im eSports-Check
Erfolg im eSports zu haben, das bedeutet Medienpräsenz und Aufmerksamkeit. Ein Turnier in einem Berliner Fußballstadion, im New Yorker Madison Square Garden oder im Staples Center, der Heimat der Los Angeles Lakers, lockt nicht nur Fachjournalisten an, sondern auch Fernsehsender. Je beliebter das Spiel, desto mehr Fans schauen zu und desto höher sind die Umsätze für die Veranstalter.
Riot Games hat mit League of Legends 2015 1,4 Milliarden Euro Umsatz gemacht - mehr als Activision mit Call of Duty, das immerhin der meistverkaufte Shooter der Welt ist. Logisch, dass immer mehr Entwickler und Publisher auf den eSports-Zug aufspringen. 2016 erscheinen drei Spiele, die im eSports Gas geben und an alte Erfolge anknüpfen wollen: Der superschnelle Ego-Shooter Doom von den Quake-Machern id Software, Overwatch von Erfolgsentwickler Blizzard und Paragon vom Unreal-Tournament-Studio Epic Games, das vor allem auf die Fans von Dota 2 und von League of Legends abzielt. Wir schätzen das eSports-Potenzial der Titel ein.
Doom
Quelle: PC Games
Ob das neue Doom sich im eSportbereich platzieren kann?
+ Extrem schnell und deutlich flotter als die eSports-Konkurrenten Call of Duty oder Counter-Strike: Global Offensive.
+ Spieler müssen mit ihren Schüssen sehr präzise treffen, weil sie jeweils nur wenig Energie abziehen - das macht die Matches zu spannenden Katz-und-Maus-Jagden.
+ Exotische Gadgets wie die Teleportgranate versprechen zusätzlichen Spaß und Abwechslung in den Partien.
+ Mit dem Revenant lässt sich temporär eine sehr starke Spezialfähigkeit freischalten, die ganze Partien drehen kann.
- Die Macher haben zwar einen Namen bei PC-Veteranen, der sehr jungen eSports-Zielgruppe sind aber weder Entwickler id Software noch Publisher Bethesda ein wichtiger Begriff.
Overwatch
Quelle: PC Games
Overwatch, Blizzards Team-Shooter könnte für frischen Wind in der Szene sorgen.
+ Blizzard genießt den Ruf, ausschließlich Top-Spiele abzuliefern.
+ 16 Helden garantieren eine große Charakterauswahl und viel Abwechslung.
+ Spezielle auf eSports ausgerichtete Zuschauer-Modi.
+ Hat sich auf ersten internationalen Turnieren wie dem ESL Atlantic Invitational etabliert.
+ Spezialfähigkeiten sind stark auf Teamplay ausgelegt: Nahkämpfer und Spieler mit starken Waffen agieren an der Front, unterstützende Einheiten feuern aus der Distanz oder schützen ihre Kameraden mit Schilden.
+ Spannende Gadgets wie Teleporter bringen frischen Wind in die Szene ...
- ... sind aber eine Gefahr fürs Balancing.
- Blizzard hat keine Erfahrung in der eSports-Vermarktung von Shootern.
Paragon
Quelle: PC Games
Mit Paragon, dem neuen Shooter von Epic Games steht uns ein optischer Leckerbissen ins Haus.
+ Entwickler Epic Games hat durch Gears of War 3 und Unreal Tournament reichlich eSports-Erfahrung gesammelt.
+ Grafisch das schönste eSports-Spiel im Markt, daher für Zuschauer sehr attraktiv.
+ 14 Helden von Nahkämpfern über Scharfschützen bis hin zu Magiern, die einen Meteoritenschauer herbeirufen können, aber auch exotischen Fähigkeiten wie das Aktivieren von Spinnendrohnen, die Gegnern Schaden auf längere Zeit abziehen.
+ Die Karten arbeiten mit den gleichen Wegen/Lanes wie in Dota und League of Legends, auch die Spielstruktur mit KI-gesteuerten Soldaten und dem Ziel, Türme zu zerstören, ist ähnlich.
- Hat mit Dota 2 und League of Legends sehr starke Konkurrenten.
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