Gordon Freeman aus Half-Life und Link aus Legend of Zelda sind die Posterboys, aber es gibt sie in zahlreichen Spielen: stumme Protagonisten. Aber warum ist das so?
Auch der Protagonist von Dead Space, Isaac Clarke, startete im ersten Teil der Reihe stumm, bis er ab dem zweiten Teil eine Stimme, verliehen vom amerikanischen Schauspieler Gunner Wright, bekam. Die Performance des Schauspielers stieß hauptsächlich auf Lob. Kritiker merkten vor allem an, dass sich durch die Sprachausgabe eine bessere Bindung zwischen dem Spieler und dem Protagonisten entfaltet und der Synchronsprecher den Charakter mit seinen Emotionen "komplettiert".
Quelle: buffed
So oder so bleibt es also immer ein gewagtes Unternehmen für ein Entwicklerstudio, von stummen auf vertonte Hauptcharaktere zu wechseln. Es erfordert sowohl die nötige Qualität an Dialogen als auch den richtigen Synchronsprecher. Der umgekehrte Wechsel von vertonten Protagonisten auf stumme sollte ebenfalls wohlüberlegt sein.
Was die Zukunft bringen mag
Die stillen Protagonisten sind eine feste Tradition in der Welt der Videospiele und werden wohl so schnell nicht aussterben. Sie verändern als narratives Mittel die Art, wie eine Geschichte erzählt wird und stellen die Entwickler dabei vor einige Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Es sei also mit Bedacht gewählt, ob eine Hauptfigur wirklich stumm sein sollte.
Mit dem technischen Fortschritt sind die Möglichkeiten, Protagonisten zu vertonen, nahezu grenzenlos. Unter anderem mit dem Voranschreiten künstlicher Intelligenz könnten Sprachausgaben in Videospielen revolutioniert werden, indem zeitliche Einschränkungen und monotone Synchronsprecher keine Probleme mehr darstellen.
Gleichzeitig werden dabei aber auch echten Menschen Jobs durch Computer weggenommen. Gepaart mit dem Fortschritt des immer realistischer werdenden Performance-Captures könnte die Notwendigkeit von stummen Protagonisten zukünftig also teilweise eingeschränkt werden.
Allein für im Jahre 2023 erschienene Spiele haben sich wieder mehrere Entwickler dazu entschieden, ihrer Hauptfigur keine Sprachausgabe zu geben, wie zum Beispiel bei Link in The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom und dem Sternenblut in Starfield. Es sieht damit nicht so aus, als würde diese spezielle Form des Erzählens in absehbarer Zukunft verschwinden. Solange Genres, in denen sich stumme Protagonisten durchaus anbieten, weiterhin beliebt und profitabel sind, müssen wir wohl nicht auf sie verzichten.
