Story of Seasons: Friends of Mineral Town - Hands-on zum Remake des Bauern-Hits

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Story of Seasons: Friends of Mineral Town - Hands-on zum Remake des Bauern-Hits
Quelle: Marvelous

Ein geliebter Klassiker kehrt zurück! Mit neuem Namen zwar, doch im Kern ist Story of Seasons: Friends of Mineral Town immer noch so, wie es Fans der Farm-Simulationen namens Harvest Moon in Erinnerung haben. Wir haben den Titel passend zum Release bereits mehrere Stunden gespielt und verraten euch in unseren Angespielt-Eindrücken, was euch neben Feldarbeit und dem Hüten der Tiere noch alles erwartet.

Nanu, hieß das Spiel damals auf dem Game Boy Advance nicht ein wenig anders? Richtig, 2004 war noch alles gut im Harvest-Moon-Universum, Friends of Mineral Town war ein ganz klassischer Vertreter der niedlichen Simulationsserie. 2012 verloren Marvelous jedoch das Lizenzrecht für die Marke Harvest Moon, weshalb die folgenden Spiele unter dem Serientitel Story of Seasons veröffentlicht wurden.

Gleichzeitig entstehen weiterhin Spiele der Harvest-Moon-Reihe, allerdings nicht beim Original-Entwicklerstudio - denn das kümmert sich ja um Story of Seasons. Verwirrend? Ein bisschen, und es wird sogar noch komplizierter: Story of Seasons: Friends of Mineral Town ist eine Neuauflage der Spiele Harvest Moon: Friends of Mineral Town und Harvest Moon: More Friends of Mineral Town für den GBA, die wiederum beide eine Umsetzung des Playstation-Spiels Harvest Moon: Back to Nature von 2001 sind, welches wiederum auf Harvest Moon 64 von 1999 basiert. Uff!

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Der Unterschied zwischen beiden GBA-Fassungen ist das Geschlecht der Spielfigur und damit die zur Verfügung stehenden Flirt-Optionen. Jetzt aber genug von der Geschichtsstunde, wir haben das Switch-Remake gespielt und verraten, ob das lauschige Dörfchen Mineralstadt auch 2020 noch so einladend ist wie vor vielen Jahren auf dem Game Boy Advance.

Typischer Farmer-Alltag

Nicht viel erwarten solltet ihr vom Charaktereditor. Ganz links seht ihr den klassischen Protagonisten der Serie mit Hut und Halstuch, wie Fans ihn kennen. Quelle: PC Games Nicht viel erwarten solltet ihr vom Charaktereditor. Ganz links seht ihr den klassischen Protagonisten der Serie mit Hut und Halstuch, wie Fans ihn kennen. Der Anfang des Spiels unterscheidet sich bereits vom Original: Während die Spielfigur auf dem Game Boy Advance bei einem Landurlaub mit den Eltern verloren geht und von einem netten, älteren Mann auf dessen Farm aufgenommen wird, handelt es sich beim Grundbesitzer auf der Switch um den Großvater des Protagonisten. Wir als Spieler übernehmen den verwilderten Bauernhof, um diesem innerhalb der nächsten Wochen, Monate und Jahre zu altem Glanz zurückzuverhelfen. Vor dem Start des Wiederbewirtschaftungsprojekts legen wir Geschlecht und Aussehen unserer Spielfigur fest, und los geht's. Wie üblich entfernen wir an den ersten Tagen zunächst den ganzen Wildwuchs, Steine, Äste und Baumstümpfe vom Feld und stellen uns den Bewohnern des titelgebenden Dörfchens nebenan vor. Unter diesen gibt es einige Heiratskandidaten beider Geschlechter, die wir nach und nach kennen (und vielleicht auch lieben) lernen. Selbst, wem nicht der Sinn nach Romantik steht, wird die Ortschaft aber regelmäßig aufsuchen, etwa um Samen, Tiere und Werkzeuge zu kaufen oder andere Erledigungen zu machen. Typisch für Genre und Serie müssen wir beim Planen der Shoppingtrips die Uhrzeit sowie das Datum beachten, denn nicht jedes Geschäft hat ständig geöffnet.

Wer bislang mit dem Farming-Sim-Genre nur in Form von Stardew Valley Bekanntschaft geschlossen hat, wird in Friends of Mineral Town viele Mechaniken entdecken, die Ein-Mann-Entwicklerteam Barone auch in sein Indie-Harvest-Moon übernommen hat. Etwa die Mine außerhalb des Dorfes, in der wir Erze und andere Ressourcen ausbuddeln oder die an festen Terminen stattfindenden Feste auf dem Dorfplatz. Wie lange wir schuften können, hängt einerseits von unserer Ausdauer, andererseits von der verstreichenden Zeit ab. Wer zu spät ins Bett geht, ist am nächsten Tag müde, und auf unsere Kondition links oben im Bild, angezeigt durch eine Gemüseleiste, sollten wir stets ein Auge haben. Hacken, säen, gießen - all das kostet Kraft. Wenn wir uns überarbeiten, droht die Ohnmacht! Immerhin: Ums Eck unserer Farm liegt die heiße Quelle, dort erholen wir uns vom harten Landleben und füllen beim Baden unsere Kraftleiste langsam wieder auf.

Wie ihr euch gegenüber den Bewohnern verhaltet und welche Antworten ihr <br> ihnen gebt, hat Auswirkungen darauf, wie sympathisch sie euch finden.&nbsp; Quelle: PC Games Wie ihr euch gegenüber den Bewohnern verhaltet und welche Antworten ihr
ihnen gebt, hat Auswirkungen darauf, wie sympathisch sie euch finden. 
Wie im Genre üblich kümmern wir uns nicht nur um die Aufzucht von Gemüse und Obst, sondern auch um Lebewesen, also Kühe, Hühner, Haustiere und dergleichen. Das Aufrüsten des Stalls und die Anschaffung von Melkmaschinen kostet Geld, das wir durch den Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen verdienen. In die Verkaufsbox packen wir alles, was wir loswerden möchten, täglich um 17 Uhr wird der Inhalt abgeholt und der Erlös unserem Konto gutgeschrieben. Ein Teil davon investieren wir in Saatgut, aber auch die Aussicht auf ein vergrößertes Eigenheim oder neue, bessere Werkzeuge ist verlockend.

Neuigkeiten auf dem Lande

Juhu, wir sind auf Gold gestoßen! Wir graben die Mine um, sodass wir Erze, Ressourcen, die Leiter nach unten und natürlich Münzen zu Tage fördern.&nbsp; Quelle: PC Games Juhu, wir sind auf Gold gestoßen! Wir graben die Mine um, sodass wir Erze, Ressourcen, die Leiter nach unten und natürlich Münzen zu Tage fördern.  Friends of Mineral Town gilt bei einem Großteil der Serienfans als bester Vertreter der alteingesessenen Reihe. Das GBA-Spiel etablierte vieles, was heute aus einem Faming-Titel nicht mehr wegzudenken ist. Dementsprechend wirkt Friends of Mineral Town heute nicht mehr bahnbrechend, sondern sehr vertraut - selbst, wenn man das Original nicht kennt. Allerdings handelt es sich bei dem Switch-Remake nicht bloß um eine schnöde Kopie des GBA-Titels, Serienexperten bekommen Neues geboten, denn einige Inhalte wurden geändert, modernisiert und dementsprechend angepasst. Das Rivalensystem etwa gehört nun der Vergangenheit an: Wenn wir auf dem Game Boy Advance nicht in der Lage waren, unser erwähltes Herzblatt schnell genug vor den Traualtar zu schleppen, kam uns ein Rivale zuvor. In Story of Seasons: Friends of Mineral Town hingegen müssen wir nicht nur keine Angst mehr vor anderen Verehrern haben, sondern können uns auch unabhängig vom Geschlecht für einen Partner entscheiden.

Ob der so verloren gegangene Zeitdruck etwas Gutes oder Schlechtes ist, kommt auf die Präferenzen des Spielers an, wir allerdings finden es schade, dass die NPCs so einen Teil ihrer Agenda verlieren. Dafür liefert das Remake an anderer Stelle neue Inhalte. Wir können nun zum Beispiel auch Lamas halten oder Angora-Kaninchen. Die größere, erweiterbare Tasche und die Stacking-Funktion gestalten das Item-Management komfortabler. Zwei neue Heiratskandidaten wollen bezirzt werden (ein Mann, eine Frau), dank mehrerer freier Speicherslots kann man sogar im wahrsten Sinne des Wortes auf mehreren Hochzeiten tanzen. Im Detail stecken noch viele weitere Anpassungen, etwa ein freischaltbarer Lift in der Mine, der uns gleich mehrere Etagen auf einmal transportiert, ein neuer Platz für den Teich auf eurem Grundstück, oder neue Fischarten zum Angeln.

Süß, aber detailarm

Na dann, hallo! Friends of Mineral Town verfügt über deutsche Texte. Eine Synchronisation gibt es nicht. Quelle: PC Games Na dann, hallo! Friends of Mineral Town verfügt über deutsche Texte. Eine Synchronisation gibt es nicht. Ansprechen müssen wir nun noch die Technik der Neuauflage: Friends of Mineral Town erstrahlt nun in 3D-Optik, weder detailliert oder umwerfend, aber trotzdem charmant - die Tiere sehen wieder unglaublich niedlich aus. Die Bedienung ist simpel und fix verinnerlicht, dank der Karte verlieren wir nicht die Orientierung. Die Musik plätschert vor sich hin, eine Sprachausgabe existiert nicht, alle Texte sind aber auf Deutsch. Insgesamt funktioniert bei unserer spielbaren Test-Fassung schon alles reibungslos, seit dem 10. Juli können sich Switch-Besitzer selbst ein Bild davon machen. In der kommenden Zeit folgt der Test, bei dem wir Story of Seasons dem Langzeitcheck unterziehen. Solltet ihr (wie wir) in Animal Crossing: New Horizons gerade in ein Motivationsloch gefallen sein oder in Stardew Valley (wie wir) schon alles erreicht haben, dann kommt das Remake von Harvest Moon zur richtigen Zeit. Durch die mit etwa 20 Minuten kurzen Tage und der Möglichkeit, den einfachen Schwierigkeitsgrad einzustellen (durch den man mit einer Menge Geld startet, einfacher Freundschaften schließt und mehr), eignet sich Friends of Mineral Town insbesondere für jüngere Spieler oder alle, die das erste Mal Landluft schnuppern.

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