Bitte ein Bit: Als Einser und Nullen einen Konsolenkrieg entschieden - Reportage

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Bitte ein Bit: Als Einser und Nullen einen Konsolenkrieg entschieden - Reportage
Quelle: PC Games

Heutzutage versuchen Konsolenhersteller immer, in irgendeinem Punkt besser zu sein als die Konkurrenz. Doch zu Anfang der Konsolen waren die technischen Möglichkeiten noch deutlich begrenzter. In diesem Special zeigen wir euch, warum dort gerade die Anzahl der Bits eine große Rolle gespielt hat und warum diese mittlerweile ziemlich irrelevant ist.

Dass zwischen den verschiedenen Hardware-Herstellern gerade im Konsolenbereich harte Konkurrenz herrscht, ist klar. Jeder will das stärkere und bessere Gerät auf den Markt bringen, um die Mitstreiter im Kampf um die Marktführerschaft auszustechen. Dabei geht es von Grafik über Bildqualität bis zu Innovation.

Gerade Sony, Nintendo und Microsoft befinden sich hier seit Jahren in einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Doch am Anfang der Videospielkonsolen-Ära sah das Ganze noch etwas anders aus. Es gab nämlich noch deutlich mehr Konkurrenz auf dem Hardware-Markt, und im Kampf um die beste Konsole war über Jahre vor allem eines entscheidend: die Bits. Doch was sind diese genau und warum waren sie (vermeintlich) so wichtig?

In diesem Special beantworten wir diese Fragen und geben einen kleinen Einblick in die Anfänge der Videospiele, während derer der Konsolenkrieg noch um einiges größer war und die Anzahl der Bits fast zum Alleinstellungsmerkmal einer Konsole wurde.

1. Was ist ein Bit und warum ist er so wichtig?

Bits kennt man aus dem Alltag vor allem als auswechselbare Schraubendreher-Aufsätze für den Heimwerkergebrauch. Darum soll es hier aber wenig überraschend nicht gehen. In der Videospielwelt hört man von Bits meistens im Zusammenhang mit 8-Bit-Grafik. Doch woher kommt diese Bezeichnung eigentlich?

Um das zu verstehen, ist erstmal eine kleine Theoriestunde in Informatik notwendig. Wie den PC-Kennern unter euch bereits bekannt sein sollte, wird in einem Computer jede Information durch Nullen und Einsen verarbeitet.

Das Wort Bit leitet sich dabei vom englischen Begriff Binary Digit ab, also Binärzahl, und beschreibt einfach nur einen Binärwert von entweder 0 oder 1.

Je mehr Bits vorhanden sind, desto mehr unterschiedliche Zusammensetzungen der Binärzahlen sind möglich. Bei 2 Bits gibt es 4 Möglichkeiten, nämlich 00, 01, 10 und 11. Bei 4 Bits sind es 16 Möglichkeiten und bei 8 Bits bereits 256.

Man sieht also, je mehr Bits zur Verfügung stehen, desto mehr Möglichkeiten der Verarbeitung sind gegeben.

Soviel erstmal zur Theorie. Nun kommen wir dazu, wie die Konsolen das in der Praxis umsetzen.

2. Die Bedeutung der Bits bei Konsolen

Die Anzahl der Bits einer Konsole bestimmt, wie leistungsfähig der eingebaute Prozessor ist. Wenn wir also von einer 8-Bit-Konsole reden, heißt das, dass diese eine Verarbeitungslimitierung von 256 hat. Das zeigt sich in verschiedenen Bereichen.

Endlosen Reichtum konnte Link in seinem ersten Abenteuer wahrlich nicht erwarten. Quelle: Nintendo Endlosen Reichtum konnte Link in seinem ersten Abenteuer wahrlich nicht erwarten. Zum Beispiel kann man im ersten Zelda-Spiel, welches erst kürzlich als Game & Watch-Variante rereleased wurde, nicht mehr als 255 Rubine tragen und in Pac-Man gibt es nur 255 normal spielbare Level. Der Level 256, welcher auch als Kill Screen bekannt ist, also Todesbildschirm, besteht nur aus einem Wirrwarr aus Zahlen und Geistern und ist so gut wie unspielbar.

Diese Limitierungen zwangen früher die Entwickler, sich Möglichkeiten zu überlegen, trotzdem möglichst individuelle Spiele zu entwickeln. Es hieß also: Kreativität durch Limitierung.

Sogar bei der Farbauswahl mussten sie sich auf gewisse Farbpaletten beschränken, da es nicht möglich war, Farben beliebig durcheinanderzumischen, ohne die Rechenleistung der Prozessoren zu sprengen.

Um möglichst viele Farben verwenden zu können, war es also nötig, Elemente auf der Hintergrund- sowie der Vordergrund-/Sprite-Ebene geschickt aufeinander abzustimmen.

So waren die Bosse in Mega Man 2 beispielweise Teile des Hintergrundes, um bei den Sprites mehr Möglichkeiten für die farbliche Gestaltung offen zu lassen.

Die ersten Mega-Man-Spiele stellten die Entwickler vor Herausforderungen. Quelle: Capcom Die ersten Mega-Man-Spiele stellten die Entwickler vor Herausforderungen. All diese Limitierungen waren die Ursache der heute ikonischen 8-Bit-Grafik. Heutige Spiele dieses Stils, wie Undertale oder Shovel Knight, sehen zwar nostalgisch aus, würden aber auf damaligen 8-Bit-Konsolen niemals zum Laufen gebracht werden können, da alleine die Vielfalt der Farben und die Auflösung sehr viel aufwendiger sind als damals.

Dennoch haben diese Fake-Retrospiele ihren ganz eigenen Charme und der Pixel-Artstyle ist eine sehr schöne Abwechslung zu den immer realistischer werdenden Grafikbomben der aktuellen Konsolengeneration.

Auch, wenn heutzutage vor allem die generelle Hardwarepower bei einer neuen Konsole entscheidend ist, zur Zeit der Limitierungen durch die Bits war deren Anzahl der Indikator, den die Käufer einer Konsole hauptsächlich berücksichtigten.

Das führte zu einem wahren Bit-Streit und jedes Gerät wollte die Vorgänger dahingehend übertreffen.

3. Mehr = besser - der Kampf um die Bits

Am Anfang der Konsolenentwicklung gab es noch deutlich mehr Firmen, die sich auf dem Hardwaremarkt durchsetzen wollten. Heute sind die Marktführer auf diesem Gebiet Nintendo, Sony und Microsoft. Damals waren aber auch Unternehmen wie Atari und Sega erpicht darauf, mit ihren Ideen erfolgreich zu werden.

Die ersten Konsolenkriege bestanden buchstäblich nur aus einem Wetteifern, wie viel Leistung der Prozessor hatte, und die Zahl stieg von Konsole zu Konsole.

Das NES war noch eine 8-Bit-Konsole, der Prozessor des SNES hatte bereits 16 Bit. Genauso wie der des Sega Megadrive, welcher diese Tatsache sogar fett auf sein Laufwerk gedruckt hatte. Die erste Playstation war dann bereits mit einem 32-Bit-Prozessor ausgestattet.

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