Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast getötet)

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Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast getötet)
Quelle: PC Games

Fast jede Spielereihe findet mal ihr Ende, oftmals kann man dieses jedoch an einem einzigen Ableger festmachen, weil dieser zu schlecht oder zu enttäuschend war oder es ihm nicht gelang, für die benötigte Wende zu sorgen. In diesem Special gehen wir auf Spiele ein, die aus verschiedenen Gründen (beinahe) dafür verantwortlich waren, dass ein Franchise begraben wurde.

Sacred 3

Wenn man Action-RPG-Fans gegenüber Sacred 3 erwähnt, gibt es eigentlich nur zwei Reaktionen: Entweder sie werden wütend oder sie laufen schreiend und sich die Haare raufend davon. Beides ist verständlich, denn Teil 3 strich einfach mal alles, was die ersten beiden Teile ausmachte. Unter Ascaron waren die Vorgänger tolle Action-Rollenspiele mit offenen Welten, vielen Quests, noch viel mehr Loot und einem guten Skill-System. Das flog im von Keen Games entwickelten Nachfolger alles raus.

Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (18) Quelle: PC Games Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (18) Sacred 3 war eine nichtssagende Fantasy- Klopperei mit linearen Levels und kaum Quests. Die Action ging zwar gut von der Hand, Spaß kam aber aufgrund des nervig-dümmlichen Humors trotzdem nicht auf. Entweder brabbelte Erzählerin Aria irgendwelchen Unfug oder - noch schlimmer - die Waffengeister ließen Sprüche los, die so einfältig, unangenehm und überhaupt nicht witzig waren, dass sich sogar Mario Barth dafür schämen würde. Ein Waffengeist singt sogar!

Ja, das war alles ungefähr so spaßig wie eine Beerdigung. Und hier sind wir dann auch wieder beim Thema, denn Publisher Deep Silver und Entwickler Keen Games schaufelten der Reihe das Grab und die enttäuschten Fans schmissen Sacred 3 gefrustet hinein. Die Rechte an Sacred liegen nun bei THQ Nordic. Es bleibt also abzuwarten, ob die Reihe nicht doch noch mal ausgegraben wird.

(Publisher: Deep Silver, Entwickler: Keen Games, Release: 1. August 2014)

Kane & Lynch 2: Dog Days

Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (20) Quelle: Square Enix Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (20) Schon der erste Teil Kane & Lynch: Dead Men war kein makelloses Spiel. Die Animation waren abgehackt, das Gunplay war nicht sonderlich toll und im letzten Spieldrittel fehlten dem Titel die Highlights. Dennoch erfreute sich der Third-Person-Shooter der Hitman-Macher von IO Interactive recht großer Beliebtheit. Die Geschichte rund um Kane, der seine Familie befreien will, und den wahnsinnigen Lynch war düster, dreckig und verdammt brutal. Die zwielichtigen Charaktere, deren bitterbösen Dialoge und auch das Verbrecher-Setting kamen bei Spielern gut an.

Man könnte jetzt also davon ausgehen, dass IO Interactive die bekannten Mängel beseitigte und den Fans einen richtig tollen Nachfolger präsentierte, der den ersten Teil in den Schatten stellte. Nun, bei IO sah man das etwas anders. Statt sich um die Probleme von Dead Man zu kümmern, wollte man bei Kane & Lynch 2: Dog Days besonders künstlerisch unterwegs sein. Man entschied sich für eine Handkamera-Präsentation mit Jumpcuts, wilden Einblendungen und dem Verpixeln einiger gewalttätiger Szenen.

Bei IO bildete man sich ein, dass diese Ästhetik ein Statement gegen moderne Gewaltdarstellung sei. Dabei war sie einfach nur prätentiöser Bockmist. Das Kamerawackeln nervte beim Spielen, die Probleme von Dead Man waren immer noch da, Dog Days war in maximal fünf Stunden durchgespielt und allgemein fehlte es an großen Momenten. Kane & Lynch 2 war also eine ziemliche Enttäuschung. Obwohl ein dritter Teil fest eingeplant war, wurde die Entwicklung gecancelt und auch der eigentlich geplante Kane & Lynch Kinofilm erblickte bis heute nie das Licht der Welt. Selbst wenn IO Interactive jetzt einen dritten Teil oder gar ein Reboot der Serie machen wollte, würde das nicht gehen, denn die Rechte zu Kane & Lynch liegen bei Square Enix. Mit denen arbeitet IO aber seit 2017 nicht mehr zusammen.

(Publisher: Square Enix, Entwickler: IO Interactive, Release: 20. August 2010)

Medal of Honor: Warfighter

Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (22) Quelle: EA Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (22) Die Jüngeren unter uns werden es kaum glauben, aber es gab tatsächlich mal eine Zeit, in der die Medal-of-Honor-Reihe ein echtes Flaggschiff von Electronic Arts war. Vor allem Medal of Honor: Allied Assault auf dem PC und Medal of Honor: Frontline auf den Konsolen waren absolut bombastische Ego-Shooter im Zweiter-Weltkrieg-Setting. Schon bald ließ die Qualität der Reihe aber immer weiter nach, was auch daran lag, dass die führenden Köpfe hinter Allied Assault abwanderten, Infinity Ward gründeten und nun für Activision ihre eigene Weltkriegs-Ego-Shooter-Reihe namens Call of Duty entwickelten.

CoD lief Medal of Honor bei den Gamern schnell den Rang ab, was auch zu einem großen Teil an dem viel besseren Multiplayer-Gameplay lag. Die EA-Reihe taumelte kopflos dahin. Call of Duty war ihr immer einen Schritt voraus. So erkannte man bei Activision auch früher, dass die Spieler irgendwann den Zweiten Weltkrieg als Setting leid waren und richtete die Reihe mit Modern Warfare 2007 neu aus. Modern Warfare war ein Riesenhit und veranlasste EA dazu, mit der Medal-of-Honor-Reihe im gleichen Schützengraben Position zu beziehen.

Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (21) Quelle: Electronic Arts Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (21) 2010 erschien der Serien-Reboot, der sich klar am 2007er Titel von Infinity Ward orientierte. Das war auch das größte Problem von Medal of Honor. Es war dreckiger, realistischer und moderner als die vorherigen Spiele der Reihe, aber auch ziemlich seelenlos. Der 2012 veröffentlichte Nachfolger Medal of Honor: Warfighter hatte dann sogar noch viel größere Probleme. Die Story war komplett verworren, die KI unterirdisch und vor allem gab es haufenweise Bugs und Glitches, die einem den Ballerspaß verhagelten.

Nach Warfighter erschien kein weiterer großer Teil der Serie. Lediglich im letzten Jahr kam das gerade mal mittelmäßige Medal of Honor: Above & Beyond für Oculus Rift heraus. Wenn man sich den momentanen Stellenwert von VR in der Gaming-Landschaft anschaut, war das aber eher der letzte Sargnagel als ein Comeback.

(Publisher: Electronic Arts, Entwickler: Danger Close Games, Release: 26. Oktober 2012)

Alone in the Dark (2008)

Welches Game steht als allererstes 3D-Survival-Horror-Spiel im Guinness Buch der Rekorde: Silent Hill? Nope. Resident Evil? Nö. Natürlich Alone in the Dark, das 1992 für den PC erschien. Der Titel mag das Genre zwar begründet haben, die Reihe konnte es aber weder qualitativ noch in Sachen kommerzieller Erfolg mit den Grusel-Schwergewichten von Capcom und Konami aufnehmen. Die Serie dümpelte lange Zeit mittelmäßig vor sich hin, taumelte mal ein wenig in Action-Gefilde und wieder zurück, wurde aber nicht mehr wirklich erfolgreich oder gar gut.

Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (26) Quelle: Atari Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (26) 2008 sollte dann alles anders werden. Atari gab einen Serien-Reboot bei Eden Games in Auftrag, der düster, atmosphärisch und kompetent inszeniert sein sollte. Also das genaue Gegenteil des 2005er Alone-in-the-Dark-Films von Uwe Boll. Das Spiel war letztendlich dann aber doch nicht so viel besser. Klar, es sah nicht aus wie eine Schulaufführung und verzichtete gnädigerweise auch auf Tara Reid, aber dafür hatte es andere Probleme. Die Story war komplett wirr, die Kämpfe machten keinen Spaß, die Dialoge waren grauenhaft geschrieben und die Steuerung war in manchen Situationen fast so schwammig wie eine Cartoon-Figur, die in einer Ananas, ganz tief im Meer lebt.

Hinzu kamen dann noch etliche Bugs und Glitches, die dafür sorgten, dass Alone in the Dark richtiger Schund wurde. Dementsprechend schlecht fielen dann auch die Wertungen aus, auf die Atari wütend reagierte und haltlose Vorwürfe gegen einige Webseiten erhob. 2015 versuchte Atari es dann tatsächlich noch einmal, die Reihe wiederzubeleben. Allerdings war Alone in the Dark: Illumination ein Mehrspieler-Shooter, der rein gar nichts mehr mit dem zu tun hatte, was die Serie einst ausmachte. Deshalb zählen wir diesen gefloppten Cashgrab auch nicht als Alone-in-the-Dark-Spiel. In unseren Augen ist die Reihe also seit 2008 tot. Allerdings besitzt nun THQ Nordic die Lizenz, vielleicht werden wir also doch noch mal ein weiteres mittelmäßiges Survival-Horror-Spiel sehen, das nicht an Resident Evil oder Silent Hill herankommt.

(Publisher: Atari, Entwickler: Eden Games: Release: 23. Juni 2008)

Crackdown 3

Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (27) Quelle: PC Games Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (27) Ganze fünf Jahre lagen bei Crackdown 3 zwischen Ankündigung und Release, denn das Open-World-Action-Spiel wurde immer wieder verschoben, da es Probleme bei der Entwicklung gab und man wohl auch nicht mit der Qualität des Spiels zufrieden war. Und Microsoft brauchte schließlich einen guten Exklusivtitel. 2019 dachte man sich dann aber wohl: "Ach, kein Bock mehr. Besser wird's eh nicht." Man veröffentlichte also ein Spiel, das optisch ungefähr so ansprechend war wie ein rasierter Pavian.

Fast sechs Jahre waren seit dem Launch der Xbox One vergangen und Crackdown 3 sah so unglaublich altbacken aus, dass es nicht mal auf der Xbox 360 Eindruck gemacht hätte. Ja, ja, die inneren Werte zählen, aber da hatte Crackdown 3 eben auch nix vorzuweisen. Sämtliche Gameplay-Evolutionen der letzten zehn Jahre wurden von den Entwicklern offenbar nicht beachtet, sodass Crackdown 3 auch hier hoffnungslos veraltet war.

Es war gar nicht mal grauenerregend schlecht, aber so langweilig, belanglos und monoton, dass wir schon beim Gedanken an das Spiel schläfriger werden als ein Brummifahrer nach einer 15-Stunden-Schicht. Da der Release von Crackdown 3 noch nicht so lange her ist, lässt sich natürlich nicht sagen, ob das Franchise nicht doch nochmal zurückkommt. Allerdings legen wir uns fest, dass diese Serie erstmal tot ist. Die Auferstehung der Marke kann nach der letzten Enttäuschung nur durch ein Reboot erfolgen.

(Publisher: Microsoft, Entwickler: Sumo Digital, Release: 15. Februar 2019)

Homefront: The Revolution

Wo wir gerade schon beim schläfrigen LKW-Fahrer waren, kommen wir jetzt zum Unfall. Okay, ganz so schlimm ist es nicht, aber Homefront: The Revolution war mindestens so enttäuschend wie es unsere Berufswahl für unsere Eltern war. Im Laufe der langen Entwicklungszeit von The Revolution gab es Publisher-Wechsel, die mit großen Veränderungen der Ausrichtung des Spiels einhergingen. Das schlussendlich von Deep Silver veröffentlichte Spiel war dann auch ziemlich unausgegoren.

Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (32) Quelle: Koch Media / Deep Silver Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (32) An allen Ecken und Enden merkte man, dass Homefront: The Revolution durchaus über Potenzial verfügte, das aber immer wieder von undurchdachten Features und einer gerade auf den Konsolen schlechten technischen Umsetzung torpediert wurde. Darüber hinaus machten die Gefechte aufgrund der unterbelichteten KI keinen Spaß, die Schleichmechanik funktionierte nicht richtig und die Framerate war auf den Konsolen so stabil wie die Dreierkette der deutschen Nationalmannschaft bei der EM.

Schon das zuvor noch unter THQ-Label erschienene Homefront war nur mittelprächtig, doch das groß angepriesene The Revolution war ein richtiger Reinfall. Seit dem Release im Mai 2016 hat man nichts mehr von der Homefront-Reihe gehört und wir sind uns ziemlich sicher, dass das so bleibt. Nach zwei enttäuschenden Spielen ist das Franchise wohl verbrannt.

(Publisher: Deep Silver, Entwickler: Dambuster Studios, Release: 20. Mai 2016)

Duke Nukem Forever

Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (33) Quelle: Gearbox Software Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (33) Tot geglaubt, wiederbelebt und dann doch noch gestorben. Was klingt wie ein typisches Erlebnis aus irgendeinem Multiplayer-Shooter, ist jedoch die Geschichte von Duke Nukem Forever, das 15 lange Jahre nach seiner Ankündigung endlich erschien und dafür sorgte, dass Gamer mal hinterfragten, ob es wirklich so schlau ist, Spiele vorzubestellen. Die beinahe unendliche Entwicklungsgeschichte von Duke Nukem Forever komplett aufzurollen, würde ewig dauern, deshalb hier die Kurzfassung: Nach dem Erfolg des 1996 erschienenen Duke Nukem 3D kündigte man im Folgejahr die Fortsetzung namens Forever an. Allerdings gab es so viele Probleme bei der Entwicklung, dass man bei 3D Realms ab 2001 dazu überging, bei der Frage nach dem Releasetermin mit "When it's done.", zu antworten.

Tja, und das dauerte. 2009 verließen schließlich etliche Mitarbeiter 3D Realms und Publisher Take-Two verklagte das Entwicklerteam, weil es einfach nicht fertig wurde mit Duke Nukem Forever. Nun wusste man aber nicht, wie man das Projekt abschließen sollte, sodass die Rechte an 2K Games gingen, die die Borderlands-Macher Gearbox mit der Fertigstellung beauftragten. Im Juni 2011 kam Duke Nukem Forever dann endlich auf den Markt und war genau das, was man eigentlich von einem Spiel, das 15 Jahre durch die Entwicklungshölle ging, erwarten konnte: Es war in allen Belangen veraltet.

Die Grafik war altbacken, das Game-Design stammte aus einer anderen Zeit und auch der ach so kultige Humor war mittlerweile überholt. Die alten Fans, die bis zuletzt an den Duke geglaubt hatten, waren enttäuscht und neue Fans konnten mit diesem Spiel nicht gewonnen werden. Dementsprechend schlecht verkaufte sich Duke Nukem Forever. So schön es ja war, dass der Titel doch noch auf den Markt kam, eine Fortsetzung ist nach diesem Debakel nicht wahrscheinlich.

(Publisher: 2K Games, Entwickler: 3D Realms/Gearbox, Release: 10. Juni 2011)

Banjo-Kazooie: Schraube locker

Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (36) Quelle: PC Games Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (36) Banjo-Kazooie und Nachfolger Banjo-Tooie waren absolut hervorragende 3D-Jump-&-Runs für das Nintendo 64. Das Heldenduo und überhaupt sämtliche Charaktere im Spiel waren wunderbar bescheuert. Vor allem Antagonistin Gruntilda sorgt mit ihren Hexenreimen für Lacher. Doch auch das Gamedesign allgemein war fantastisch und die Musik! Oh, diese Musik! Wir legen uns da fest: Wer die beiden Spiele nicht mag, hat kein Herz. Oder halt kein N64 gehabt.

Dass die Banjo-Games so gut waren, war damals wenig verwunderlich, schließlich wurden sie von Rare entwickelt und das britische Studio war in der N64-Ära die Hit-Schmiede schlechthin. 2002 kaufte Microsoft jedoch Rare, einige Mitarbeiter verließen das Studio und die Spiele wurden langsam belangloser. 2008 erschien schließlich auch ein neuer Banjo-Kazooie-Teil für die Xbox 360. Die Fans der Vorgängerspiele freuten sich schon, erneut mit Bär und Vogel in ein witziges Hüpfspiel-Abenteuer aufzubrechen, doch Schraube locker war ... anders.

Es war kein 3D-Jump-&-Run mehr, sondern eher eine Art Vehikel-Bastel-Spiel. Es war also so überhaupt nicht das, was man von einem Banjo-Kazooie erwartete. Nuts & Bolts war zwar nicht grottig und es verkaufte sich auch ganz ordentlich, dennoch war es eine riesige Enttäuschung und verärgerte die Fans. So sehr die ersten beiden Banjo-Kazooie-Teile geliebt werden, so verhasst ist Nuts & Bolts. Kein Wunder also, dass man sich bis heute nicht mehr an ein weiteres Spiel der Reihe herantraute.

(Publisher: Microsoft, Entwickler: Rare, Release: 14. November 2008)

Weitere Konami-Spiele

Ja, uns ist bewusst, dass wir mit Silent Hill: Downpour schon ein Konami-Spiel in der Liste hatten, aber wir müssen noch mal auf weitere Spiele zu Konami-Franchises eingehen, die in den letzten Jahren enttäuschten. Zwar sind deren Releases noch nicht so lange her, dass man die Marken endgültig für tot erklären kann, aber mehr als röchelnd und zuckend in der Ecke rumliegen, tun sie eben auch nicht. Da wäre zum Beispiel Castlevania: Lords of Shadow 2.

Der erste Teil hatte zwar auch seine Macken, war jedoch der erste Ableger der traditionsreichen Reihe, dem es gelang, das Castlevania-Flair in die dritte Dimension zu bringen. Part Zwo hingegen hatte einige Probleme. Die Kämpfe machten Laune, doch das Pacing, das Design einige Abschnitte und vor allem das verhunzte Stealth-Gameplay sorgten dafür, dass der Titel viele Spieler enttäuschte.

Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (40) Quelle: Konami Serienkiller: Diese Ableger haben ihre Reihe (fast) getötet (40) Noch viel heftiger waren allerdings die Reaktionen der Gamer auf Metal Gear Survive 2018. Fans der Reihe waren nach dem Rosenkrieg zwischen Konami und Hideo Kojima eh nicht gut auf den Publisher zu sprechen und dann kam auch noch ein neues Spiel zum Metal-Gear-Franchise, mit dem der Serienschöpfer absolut nichts zu tun hatte. Noch schlimmer: Es hatte einen vollkommen anderen Gameplay-Ansatz. Es wirkte fast so, als habe man sich bei Konami gedacht "Hey, billige Survival-Spiele sind in. Lass mal eins machen. Wir klatschen da einfach den Metal-Gear-Namen drauf und es wird sich schon verkaufen." Ob das wirklich so war, wissen wir natürlich nicht, aber zumindest spielte sich dieser belanglose Survival-Brei so, dass man sich das Konzept von Konami genau so vorstellt.

2019 erschien dann auch noch Contra: Rogue Corps, ein Spiel das so grauenerregend schlecht war, dass man im ersten Moment nicht wusste, ob Konami diesen Murks ernst meinte. Die alten Contra-Teile waren geniale Action-Spiele, echte Klassiker, aber das hier wirkte eher wie ein Spiel gewordener Hundehaufen, in den jemand reingetreten war und ihn nun in dem verzweifelten Versuch, den Mist von seiner Sohle zu streifen, über den gesamten Bürgersteig verteilte. Auf unseren Bildschirmen sahen wir dann die Spuren dieses nicht zu gewinnenden Kot-Kampfes.

Die Grafik war teilweise auf PS2-Niveau und spielerisch war Rogue Corps ungefähr so hochwertig wie ein angeschimmelter Big Mac. Rogue Corps ist ein Spiel, das allein beim Zuschauen schon mehr Schmerzen verursacht als ein Tritt in die Weichteile. Rogue Corps ist so grauenerregend, dass Monster vor dem Schlafengehen unter dem Bett nachsehen, ob sich das Konami-Spiel nicht dort versteckt. Wollte Gott die Menschheit strafen, ließe er Rogue Corps in unsere PCs und Konsolen regnen. Wir denken, wir haben uns klar ausgedrückt. Schlussendlich bleibt aber die Frage: Konami, was machst du nur mit deinen geilen Franchises? Wir hoffen sehr, dass PES nach der Free-2-Play-Umstrukturierung zu eFootball nicht auch noch in dieses Massengrab geworfen wird.

(Publisher: Konami, Entwickler: Mercury Steam/Konami/Toylogic, Releases: 28. Februar 2014/22. Februar 2018/24. September 2019)

Wir erheben mit unserer Liste hier natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es gibt ganz bestimmt noch einige Spielereihen, deren letzter Ableger einem Dolchstoß glich. Deshalb fragen wir euch, welche Spiele habt ihr direkt vor Augen, wenn es um Serienkiller geht? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare und tut euch selbst den Gefallen und spielt - um Gottes Willen! - niemals Contra: Rogue Corps.

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