Schwierigkeitsgrad in Spielen: Wo liegt die Grenze zum Frust?
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Zu hart, zu leicht, zu mittendrin - was zeichnet den Schwierigkeitsgrad eines Videospiels aus? Wir sind dieser Frager auf den Grund gegangen.
Auf der anderen Seite stimmt es, dass man sich mit dem Easy Mode Zeit und Mühen spart und er auch schlechteren Spielern das Abschließen von bestimmten Spielen ermöglicht. Weil es bei besagtem Modus weniger hektisch zugeht, kann man sich dementsprechend auch besser auf die Story konzentrieren. Er wird somit gerne von Menschen benutzt, die weniger häufig zocken, weil es nicht ihr einziges Hobby ist oder sie nicht die Zeit dazu haben - den Casual-Spielern.
Ein Produkt für die Massen
Hier sind wir bei dem zweiten wichtigen Begriff zum Thema Schwierigkeitsgrad: der Massentauglichkeit. Sie ist der Grund, warum der Easy Mode überhaupt existiert. Die Mehrheit aller Gamer auf der Welt sind nämlich Casuals oder Gelegenheitsspieler. Sie zocken nicht, weil sie eine Herausforderung suchen oder sich mit anderen messen wollen. Sie haben keine Lust, sich stundenlang am selben Level zu versuchen und komplizierte Tastenkombinationen auswendig zu lernen. Sie wollen beim Zocken an die Hand genommen und unterstützt werden. Für sie sind Videospiele ein Weg zur Entspannung, zur Stressreduzierung oder zum Gedächtnistraining.
Schätzungen ergeben, dass casual games das beliebteste Genre sind. Der Profit, für den Entwickler am Ende des Tages ihre Spiele herstellen, liegt daher zu einem größeren Teil bei Gelegenheitsspielern, weshalb es dementsprechend rentabler ist, Spiele leichter und simpler zu gestalten und sicherzugehen, dass sie auch jeder bewältigen kann - im Zweifel mit einem Easy-Mode.
Das ist auch ein weiterer Grund, weshalb Spiele mit der Zeit einfacher geworden sind. Dadurch, dass Gaming immer mehr zum Mainstream wird, ist es einem Spielehersteller möglich, eine größere Zielgruppe anzusprechen als jemals zuvor. Diese liegt nur eben nicht zwingend bei den core gamern.
Casuals kaufen allerdings auch Spiele, bei denen es keinen expliziten Easy Mode gibt. Viele Entwicklerstudios versuchen, ihre Games auf andere Arten leichter und simpler zu gestalten, um die Zielgruppe zu vergrößern.
Wir sprechen hierbei nicht von normalen Items, sondern von Features, die gezielt für ungeübte Spieler bzw. jene, die keine große Challenge suchen, eingebaut wurden. Ihr Zweck ist es, das Spielerlebnis einfacher zu gestalten.
Für solche "verkleideten" Easy Modes gibt es genügend Beispiele, wie das goldene Blatt aus New Super Mario Bros. 2, die Geisteraschen aus Elden Ring, Mopsi aus New Super Mario Bros. U Deluxe oder auch die Tipps, die man bei Puzzlespielen wie z. B. The Room bekommt.
Sie alle erleichtern das Spielen, sind aber weder eine Grundvoraussetzung noch verändern sie das Spiel komplett. Ein Kompromiss zwischen Casual- und Core-Gamern ist also auch keine Seltenheit.
Eine endlose Debatte
Der Gamingmarkt verändert sich durchgehend. Mit der Reichweite, die er mittlerweile hat, sind Videospiele jedem ein Begriff und werden immer profitabler. Auch die Zielgruppe wächst stetig.
Die Debatte zum Schwierigkeitsgrad ist daher endlos und wahrscheinlich hat jeder eine andere Meinung dazu, je nachdem, was für eine Art von Gamer man ist.
Die einen belächeln den Easy Mode, die anderen können nicht auf ihn verzichten. Für alle gilt jedoch, dass die Qualität eines Spiels durch schlechte Schwierigkeit aus den genannten Gründen enorm sinken und gute Schwierigkeit mit dem "overcoming hardship"-Effekt das Gegenteil bewirken kann. Sind in einer Challenge Fairness und der spielerische Mehrwert garantiert, macht sie Spaß.
Sobald allerdings die Grenze zur Frustration überschritten ist, leidet nicht nur die Fairness, sondern auch die Massentauglichkeit. Solltet ihr also das nächste Mal in so einer Situation sein, wie sie zu Beginn veranschaulicht wurde und bei einem Boss nicht weiterkommen, solltet ihr euch die Frage stellen, ob ihr mit guter oder schlechter Schwierigkeit konfrontiert werdet. Möglicherweise ist euer Scheitern gar nicht eure Schuld.
