Das war die Quo Vadis 2018: Messe-Rückblick & Special zu den besten Indie-Spielen

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Das war die Quo Vadis 2018: Messe-Rückblick & Special zu den besten Indie-Spielen
Quelle: Computec

Das war die Quo Vadis 2018: Die Messe ist gelesen. Zumindest dann, wenn ihr mit diesem Artikel zur diesjährigen Entwicklerkonferenz Quo Vadis fertig seid. Im Rahmen der Quo Vadis Indie Awards wurden außerdem die drei besten Indie-Spiele der Messe prämiert. Es gewann Far: Lone Sails vor ViSP: Virtual Space Port und No Pen, No Paper. Diese drei Titel sowie fünf weitere ausgewählte Indies stellen wir euch im Artikel vor.

Was Gamescom oder E3 für den gemeinen Zocker sind, ist die Quo Vadis für Spiele-Entwickler. Zum mittlerweile 16. Mal fand die Entwickler-Konferenz im Rahmen der Gamesweekberlin Ende April in - richtig geraten - Berlin statt. Die größten Veränderungen zum sehr erfolgreichen Vorjahr: Statt drei Tage in Anspruch zu nehmen, fand die Quo Vadis nun an deren zwei statt, und dem Indie-Bereich wurde deutlich mehr Platz eingeräumt.

Durch die etwas straffere Organisation wirkte die Messe in diesem Jahr nicht mehr ganz so vollgestopft wie noch 2017, als oftmals die Vorträge von diversen illustren Gästen miteinander kollidierten - denn auch die Zahl der Speaker reduzierte sich natürlich durch den weggefallenen Tag. Dadurch konnten sich die Besucher - hier war ein Anwuchs von 16 % zu verzeichnen - deutlich besser auf die einzelnen Keynotes fokussieren und mussten nicht mehr befürchten, dass ihnen ein interessanter Vortrag durch die Lappen geht. Gerade dies sorgte im Vorjahr noch für die eine oder andere kritische Stimme.

Und interessante Vorträge gab es in diesem Jahr genug. So plauderte beispielsweise Dan Hay, Executive Producer und Creative Director bei Ubisoft Montreal, über die Entwicklung von Far Cry 5. Tameem Antoniades hingegen, seines Zeichens Co-Founder und Creative Director von Ninja Theory, ließ die Besucher hinter die Kulissen der Entstehung von Hellblade: Senua's Sacrifice blicken. Und "Lord British" Richard Garriott war auch da. Ebenfalls schick: Im Rahmen der Quo Vadis Indie Awards wurden die drei besten Indie-Spiele der Messe prämiert. Es gewann Far: Lone Sails vor ViSP: Virtual Space Port und No Pen, No Paper. Diese drei Titel sowie fünf weitere ausgewählte Indies stellen wir euch nachfolgend vor.


Die Quo Vadis 2018 - ganz simpel in Zahlen ausgedrückt

• Insgesamt sechs Stages (eine Keynote-, eine Workshop- und vier normale Bühnen)
• 104 Speaker aus 25 Ländern
• Über 80 Talks, Panels und Workshops
• 40 Indie-Entwicklerteams in der großen Indie Area
• 16 % mehr Besucher als im Vorjahr
• Über 150 Journalisten und Content Creators vor Ort, darunter Mitarbeiter von ntv, BR, RBB, ARD, Associated Press, Gronkh, Gamestar und natürlich PC Games


Die for Valhalla

Die for Valhalla (1)<br>
  Quelle: Monster Couch  Die for Valhalla (1)
 
Als sich im Land der Wikinger ein Portal öffnet und ein uralter Gott die Vernichtung der Welt plant, tretet ihr auf den Plan.

In der Rolle einer Walküren-Novizin versucht ihr in Die for Valhalla, die Pläne des Fieslings zu durchkreuzen. Als wäre der Story-Ansatz, nordische Folklore mit Lovecraft-Mythen zu vermischen, nicht schon interessant genug, hört sich auch das Gameplay äußerst vielversprechend an. Mit bis zu drei Koop-Partnern lenkt ihr eure Walküre in bester Sidescroll-Prügelspiel-Manier durch die Levels und übernehmt durch ihre magischen Fähigkeiten dabei die Kontrolle über allerlei NPCs. Hinzu kommen Roguelike-Elemente, ein RPG-ähnliches Skill-System und unterschiedliche Begleiter und Clans, die es zu entdecken gilt. Am 29. Mai geht es los.

Genre: Action-RPG Entwickler: Monster Couch Termin: 29. Mai 2018

Dwarven Monster Slayers

Dwarven Monster Slayers&nbsp; Quelle: Mad Dungeon  Dwarven Monster Slayers  Fünf Zwerge für ein Hallelujah: In Dwarven Monster Slayers geht ihr mit bis zu vier kurzbeinigen Freunden auf Monsterjagd.

Vermintide 2 hat es jüngst wieder vorgemacht: Koop-Action aus der Ego-Perspektive mit Fantasy-Setting funktioniert hervorragend, wenn die Entwickler ihr Handwerk verstehen. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch Dwarven Monster Slayers des zweiköpfigen deutschen Entwickler-Studios Mad Dungeon. Mit bis zu vier Mitspielern kämpft und schleicht ihr euch hier als Mitglied eines Zwergen-Teams durch einen uralten Dungeon, der mit jeder Menge Loot, (Boss-)Monstern und Story-Happen aufwartet. Für Abwechslung sorgen nicht nur die fünf unterschiedlichen Zwergen-Klassen, sondern auch die Rollenspiel-Elemente sowie Schleich- und Survival-Einlagen. Anders als der eingangs erwähnte Warhammer-Vertreter lässt sich Dwarven Monster Slayers allerdings auch in der Third-Person-Perspektive spielen. Bis wir selbst Hand an Axt, Streitkolben und Co. legen können, vergeht aber wohl noch etwas Zeit: Einen Releasetermin gibt es bisher nicht.

Genre: Action Entwickler: Mad Dungeon Termin: tba

Far: Lone Sails

Far: Lone Sails Quelle:  Okomotive Far: Lone Sails Platz 1 bei den Quo Vadis Indie Awards!

Bereits seit zwei Jahren wird Far: Lone Sails bei jedem Messe-Auftritt mit Lob überschüttet und so wundert es nicht, dass der Titel des Züricher Studios Okomotive auch auf der Quo Vadis zu den gefeierten Indie-Titeln gehörte. Und das völlig zu Recht, denn der postapokalyptische Trip durch einen vertrockneten Ozean sieht nicht nur unverschämt gut aus, sondern besticht auch durch seine melancholische, ruhige Atmosphäre. Doch auch das Gameplay braucht sich nicht vor den äußeren Werten zu verstecken. Bei der erwähnten Reise durch die Trümmer einer untergegangenen Zivilisation steuert ihr eure Spielfigur durch das Innere eines futuristischen Land-Segelboots. Während euer Steampunk-Schiff in Sidescroll-Manier durch die Spielwelt gleitet (oder fährt), interagiert ihr mit den vielen Kontrollen des Schiffes, um Hindernisse zu überwinden oder Rätsel zu lösen. Das klingt ein wenig nach FTL, es gibt aber einen enormen Unterschied: Es erwarten euch keinerlei Gegner in der apokalyptischen Ödnis.

Genre: Action-Adventure/Puzzle Entwickler: Okomotive Termin: 17. Mai 2018

Football, Tactics & Glory

Football, Tactics &amp; Glory Quelle: Creoteam Football, Tactics & Glory Fußball-Manager einmal anders: Statt sich durch lauter Excel-Tabellen zu klicken, trägt der Spieler hier rundenbasierte Partien aus.

Mit dem Ende von EAs Fussball Manager-Reihe und dem noch weiter zurückliegenden Ableben von Anstoss herrscht hierzulande ein Vakuum, was vernünftige Spiele für ambitionierte Hobbyraum-Manager anbelangt. Findige Spieler besorgen sich im Ausland einen Key für Segas Football Manager, aber es gibt auch einen Weg ohne solche Umwege: den Steam-Titel Football, Tactics & Glory. Der befindet sich seit geraumer Zeit in der Early-Access-Phase, begeisterte bisher den Großteil seiner Käufer und startet am 1. Juni 2018 endlich mit der Release-Fassung durch. Vor allem der eigenständige Gameplay-Ansatz hebt das Spiel der Ukrainer von Creoteam angenehm von den eingangs erwähnten klassischen Managern ab. Statt euch nämlich mit lauter Listen und Kleinigkeiten zu beschäftigen, bestreitet ihr die Fußball-Partien hier in einem launigen, rundenbasierten Modus, in dem ihr einzelne Kicker mit drei Zügen pro Runde über den Rasen hetzt. Zwischen den Partien verpflichtet ihr Spieler oder baut die Vereinsperipherie aus. Wer das Ganze mal ausprobieren will: Über Steam ist aktuell auch eine Gratis-Demo verfügbar.

Genre: Sport/Simulation/Strategie Entwickler: Creoteam Termin: 1. Juni 2018

No Pen, No Paper

No Pen, no Paper Quelle: Hektyk No Pen, no Paper Ein klassischer Rollenspiel-Abend mit Freunden ohne Papier und Stift? Genau das verspricht das sehr passend betitelte System No Pen, No Paper.

Im Grunde beschreibt der Name schon alles, was ihr zum Spiel - das bei den Indie Awards übrigens den dritten Platz belegte - wissen müsst: Es ist eine digitale Variante klassischer Pen&Paper-Rollenspiel-Unterlagen. Dabei wird unterschieden zwischen Spielern und dem Game Master. Erstere haben auf ihrem Smartphone oder Tablet (oder PC) hauptsächlich die digitalen Anzeigen für ihren Charakter: Stats, Inventar, Skills etc. Außerdem können sie in einem Log nachschauen, was ihrem Avatar bisher alles widerfahren ist. Der Game Master hingegen hat das gesamte Abenteuer bei sich im Überblick, kann also Gegner spawnen, die Story vorantreiben, den Spielern Items und Erfahrung zuschustern - eben alles, was ein klassischer GM so macht. Das funktioniert, soweit wir das nach einer Proberunde beurteilen können, auch wirklich gut, erfordert aber ein wenig Einarbeitung. Was den Umfang anbelangt, bietet die kostenlose Beta aktuell natürlich noch nicht so viel: ein Spiel-Universum mit einem Abenteuer. Weitere sollen bald noch folgen, ebenso wie der Creation-Modus, in dem ihr alles selbst anlegen dürft. Herunterladen könnt ihr die Beta auf hektyk.de.

Genre: Rollenspiel Entwickler: Hektyk Termin: erhältlich (Beta-Version)

Rend

Rend Quelle: Frostkeep Studios Rend Ein Survival-MMO mit Shooter-Gameplay, RPG-Elementen, Faction-Kriegen und KI-Armeen - klingt schon mal äußerst interessant.

Erwähnenswert ist an Rend zudem die Tatsache, dass das Spiel von ehemaligen WoW- und Wildstar-Mitarbeitern entwickelt wird. Die schicken euch in eine lebensfeindliche Online-Welt, in der ihr euch einer von drei Fraktionen anschließt und dann eine Basis baut. Diese verteidigt ihr nicht nur gegen die anderen Fraktionen, sondern auch gegen KI-gesteuerte Armeen der "Lost Ones". Die Kämpfe steuern sich aus der klassischen Ego-Shooter-Ansicht und neben den Gefechten kümmert ihr euch noch um Dinge wie Crafting, Forschung und Exploration. Zudem lässt sich euer Charakter durch jede Menge Skills und Talente individualisieren. Ob sich all diese Elemente zu einem homogenen Gesamtbild zusammenfügen, lässt sich allerdings noch nicht sagen: Eine geschlossene Alpha läuft erst seit wenigen Tagen, der Early-Access-Release erfolgt dann irgendwann demnächst. Wir sind gespannt!

Genre: Survival-MMO Entwickler: Frostkeep Studios Termin: tba

Synthetik

Synthetik (1) Quelle: Flow Fire Games  Synthetik (1) Terminator als Iso-Shooter, so lässt sich grob das Konzept von Synthetik beschreiben. Doch das Geballer des deutschen Studios Flow Fire Games kann noch mehr.

Maschinen übernehmen die Kontrolle und rotten die Menschheit beinahe aus - so fangen nicht nur viele tolle Sci-Fi-Klassiker an, sondern auch das bereits erhältliche Steam-Kleinod Synthetik. Ihr schlüpft dabei in die Rolle eines Cyborgs mit menschlichem Bewusstsein und versucht die fiesen KI-Kollegen der Kaida Corporation aufzuhalten, die das "Herz des Armageddon" nutzen wollen, um die Menschheit endgültig zu vernichten. Dazu lenkt ihr euren Blechkameraden durch von Maschinen überlaufene Levels und schießt eure Feinde wahlweise solo oder mit einem Koop-Partner zu Schrot. Interessant daran ist, dass sich die Gefechte durch einige Mechaniken weitaus taktischer spielen als das übliche Dauerfeuer der Genre-Konkurrenz: So gibt es Headshots, Ladehemmungen, Überhitzung sowie manuelles Auswerfen und Nachladen. Für weitere Abwechslung sorgen vier unterschiedliche Klassen inklusive Perks und Loadouts sowie über 60 Waffen.

Genre: Action Entwickler: Flow Fire Games Termin: erhältlich

ViSP: Virtual Space Port

VISP: Virtual Space Port Quelle: Visper Games  VISP: Virtual Space Port Auch in Sachen VR gab es bei den Indies einige Neuigkeiten zu bestaunen. Die interessanteste davon: ViSP, das den zweiten Platz bei den Indie Awards absahnte.

Ebenfalls von einem deutschen Entwickler, versetzt euch ViSP: Virtual Space Port in die Rolle eines Raumstations-Designers. Euer Ziel ist es, eine möglichst effektive Raumstation zu entwerfen, die herannahende Gegnerwellen abwehren kann, dabei aber auch nicht zu viel eurer knappen Ressourcen frisst. Den Anfang eures Bauvorhabens stellen ein paar kleine Blöcke dar. Die könnt ihr entweder in die Länge ziehen, um so etwa Gänge oder Mauern zu fabrizieren, oder ihr ordnet sie zu bestimmten Mustern an. Fünf Blöcke in Kreuzform ergeben so beispielsweise eine Zugangsluke. Der Clou an der ganzen Sache ist dabei natürlich, dass ihr die Basis nicht wie in einem normalen Strategiespiel von schräg oben betrachtet und alles mit ein paar Mausklicks regelt, sondern dass sie dank VR vor euch schwebt, ihr sie von allen Seiten betrachen könnt und Blöcke ganz einfach per direkter Bewegungssteuerung bearbeitet. Wer sich selbst ein Bild von der Sache machen möchte: Auf Steam ist eine kostenlose HTC-Vive-Demo erhältlich.

Genre: Strategie Entwickler: Visper Games Termin: 3. Quartal 2018

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