Zu teuer - oder nüchtern betrachtet immer noch günstig? Wie viel zahlen wir wirklich für Spiele und wie werden sich die Preise in Zukunft entwickeln?
Dieser Trend ist auch im Hardware-Bereich zu beobachten: Zuletzt sorgte Sony mit dem hohen Preis der PlayStation 5 Pro für Aufsehen. Ganze 799 Euro sollen begeisterte PlayStation-Fans für das Konsolen-Update hinlegen. Auf dem Papier ist die Pro damit die bislang teuerste Konsole im PlayStation-Kosmos.
Zieht man allerdings die ungeliebte Inflation mit ins Kalkül, sieht die Sache anders aus: Die PlayStation 3 kostete zum Launch im Jahr 2006 in Deutschland 599 Euro. Um den gleichen Gegenwert im Jahr 2024 zu erzielen, müsste man heute 929,60 Euro aufwenden. Wenn man also Vergleiche zwischen damals und heute anstellt, sollte man immer den Taschenrechner zur Hand haben.
Teure Spiele, billige Spiele
An dieser Stelle sei noch einmal betont, dass 80 Euro für ein Vollpreisspiel und 799 Euro für eine neue Konsole eine ganze Menge Geld sind. Wenn man sich allerdings die Kommentarspalten durchliest, stolpert man auch immer wieder über Sätze wie "Hole ich mir, wenn es im Sale ist" oder "Kommt sicher bald in den Game Pass". Dieser Ansatz ist gar nicht verkehrt!
Laut Statista betrug der durchschnittliche Preis für ein verkauftes Spiel auf Steam lediglich 15,50 US-Dollar. Und auch wenn große PC-Spiele zum Start zwischen 50 und 60 Euro kosten, so ist der hier angegebene Wert weiterhin ziemlich weit davon weg.
Denn ein Gros der Spieleindustrie verkauft sich gerne unter Wert. Spiele erwirtschaften in der Regel den Großteil ihrer Einnahmen in den ersten drei bis sechs Monaten. Geht ein Titel nicht sofort durch die Decke, werden die Preise oft schnell gesenkt. Der nächste Steam Sale, die nächste Black Week oder die nächste Aktion kommen bestimmt.
Wer also nicht gerade unter FOMO (kurz für "Fear of missing out") und damit unter der Angst, etwas zu verpassen, leidet oder gleich zum Release mit Freunden online spielen möchte, tut gut daran, ein wenig abzuwarten.
Denn Computer- und Videospiele gibt es auch für wenig Geld wie Sand am Meer. Bestes Beispiel: Der Xbox Game Pass. Die Ultimate-Version und damit der Zugriff auf eine reichhaltige PC- und Konsole-Bibliothek sowie Day-one-Releases, EA-Play-Mitgliedschaft und Xbox-Multiplayer kostet derzeit 17,99 Euro im Monat.
Quelle: Activision
Trotz zuletzt mehrfacher Preiserhöhungen ist das ein Schnäppchen, dem viele Spielerinnen und Spieler weltweit nicht widerstehen können. Im Februar 2024 vermeldete Microsoft 34 Millionen Abonnenten. Schadet der Abo-Dienst den Verkäufen oder treibt er gar die Preise in den Keller?
Circana-Analyst Mat Piscatella erläuterte den Einfluss des Game Pass auf die Spieleverkäufe von Call of Duty: Black Ops 6, das zum Start im Service enthalten war: "Es gibt eine anhaltende Debatte über den Game Pass und seine Auswirkungen auf den Umsatz. Diese konnten jedoch nie belegt werden, weil es auf den individuellen Fall ankommt. Manchmal hilft es dem Verkauf (vor allem durch Viralität), manchmal schadet es ihm. Nach zwei Wochen bin ich (in Bezug auf Call of Duty) der Meinung, dass der Game Pass vielleicht nicht geholfen, aber sicher auch nicht geschadet hat."
Black Ops 6 erfreute sich zum Start großer Beliebtheit, was nicht nur am feinen Mehrspieler-Modus, sondern auch an der viel gelobten Kampagne liegen dürfte. Piscatellas unsichere Aussage zeigt jedoch, dass der Game Pass nicht nur positive Auswirkungen auf die Zukunft eines Projekts haben kann.
