GetsuFumaDen: Undying Moon in der Vorschau: Japanische Schnetzelkunst
Special 53,99 €
GetsuFumaDen erhebt sich aus den Tiefen der Hölle und erlebt fast 35 Jahre nach dem Original ein Comeback. Der Vorgänger erschien nur in Japan für das Famicom, der Nachfolger Undying Moon schafft es nun aber auch zu uns in den Westen. Ab dem 13. März könnt ihr auf Steam im Early Access mit Getsu Fuma dem Dämonenkönig Ryukotsuki eins auf die Rübe geben. Ob sich der Ausflug lohnt, haben wir uns vorab für euch angeschaut.
Fast 35 Jahre nach dem Original erscheint ein Nachfolger zum Famicom-exklusiven (so hieß das NES in Japan) Titel GetsuFumaDen. Dieses Mal dürfen aber auch endlich Spieler außerhalb Nippons in den Kampf gegen Dämonenkönig Ryukotsuki ziehen: Undying Moon wird nämlich am 13. Mai im Early Access auf Steam veröffentlicht und landet somit auch im Westen. 2022 soll dann noch eine Switch-Version folgen, was sich für die kurzen und intensiven Runden eines Roguelikes mehr als anbietet. Wir durften uns vorab schon ein wenig in die Untiefen der Hölle vorwagen und berichten, wie es sich anfühlt, sich durch die japanische Mythologie zu schnetzeln. Falls ihr mehr zu Undying Moon wissen wollt, könnt ihr euch zudem unser Exklusiv-Interview mit Lead Producer Shin Murato zu Gemüte führen.
Auf dieser Seite
Ein höllisches Wiedersehen
Quelle: PC Games
Alle 1000 Jahre grüßt das Murmeltier: Dämonenkönig Ryukotsuki gibt einfach keine Ruhe und macht dem Titelhelden Getsu Fuma erneut das Leben schwer.
Undying Moon ist 1000 Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers angesiedelt. Dämonenkönig Ryukotsuki hat sich aus seinem Winterschlaf erhoben, kurzerhand die Tore zur Hölle geöffnet und so unzähligen Dämonen und bösen Geistern den Weg in die Welt der Sterblichen ermöglicht. Titelheld Getsu Fuma, momentanes Oberhaupt des Getsu-Clans, kann das natürlich nicht dulden und macht sich auf den Weg, das furchteinflößende Klapperskelett aufzuhalten. Dabei begibt er sich außerdem auf die Suche nach seinem verschollenen Bruder, der sich irgendwo in den Tiefen der Hölle aufhalten soll.
F steht für furioses Waffenarsenal
Spielerisch ist GetsuFumaDen: Undying Moon ein 2D-Roguelike, in dem ihr euch in der Regel von links nach rechts durch die Etagen der Hölle schnetzelt. Dabei stellen sich euch natürlich allerlei Dämonen und Sagenwesen in den Weg und wollen euren Abstieg unterbinden.
Quelle: PC Games
Dank einer breiten Auswahl an Haupt- und Nebenwaffen könnt ihr euren Spielstil ganz an euren individuellen Geschmack anpassen.
Das Spiel bietet euch eine breite Auswahl an Waffen an, die neben einem Standardangriff auch mit einem Spezialangriff aufwarten. Mit Schirmen kann geblockt, mit Schwertern pariert werden. Doppelklingen werden in einem bei Kontakt schmerzhaften Tornado um den eigenen Charakter gedreht, während ihr mit Eisenhandschuhen die Gegner in die Luft befördert. Wenn ihr euch dabei geschickt anstellt und genug Treffer landet, ohne selbst Schaden zu kassieren, erwacht der Dämon in euch. In dieser Form erbeutet ihr nicht nur mehr Gegenstände, ihr bewegt euch auch deutlich schneller und teilt härter aus.
Neben den Hauptwaffen bringt GetsuFumaDen: Undying Moon aber auch eine Reihe an Ninja-würdigen Nebenwaffen an den Start. Krähenfüße können als Fallen gestreut werden, mit Bomben, Kunai oder Pfeil und Bogen macht ihr euren Feinden das Leben aus der Entfernung schwer. Die sind, ebenso wie die Hauptwaffen, jederzeit durch bessere Varianten austauschbar. GetsuFumaDen belohnt also ausgiebiges Erkunden und Looten und erinnert damit an Titel wie Diablo oder Nioh. Gerade weil ihr beim Tod ja ohnehin alles verliert, solltet ihr nicht zu lange an einer Waffe festhalten, sondern der Beute entsprechend flexibel bleiben. Darüber hinaus könnt ihr auch noch seltene Seelen finden, mit denen sich für den jeweiligen Durchgang entweder die Haupt-, die Nebenwaffe oder eure Gesundheit verbessern lässt.
Quelle: PC Games
Damit ihr nicht einfach durch die verschiedenen Ebenen der Hölle marschiert, erwarten euch herausfordernde Bosskämpfe am Ende eines jeden Areals.
Türsteher aus der Hölle
Am Ende einer Ebene versperrt euch stets ein bedrohlicher Boss den Weg zum nächsten Bereich, der es mit einer ordentlichen Lebensleiste und einer Vielzahl an fiesen Moves ganz schön in sich hat. Nach dem Triumph über eines der unheimlichen Ungetümer könnt ihr wahlweise in das darauffolgende Gebiet vorstoßen oder zu eurer Hub, dem Anwesen des Getsu-Clans, zurückkehren, um die erbeuteten Materialien zu sichern. Neben Waffen lassen Gegner nämlich noch allerhand nützliche Rohstoffe fallen, mit denen sich euer Arsenal Stück für Stück verbessern lässt. Weil ihr aber öfter Waffen wechselt als ein Chamäleon seine Farbe, wertet ihr kein individuelles Schwert auf, sondern macht die in Zukunft zu findende Beute stärker.
Quelle: Konami / Guruguru
Die Kämpfe mit dem dämonischem Ungeziefer laufen flüssig, die verschiedenen Waffen fühlen sich allesamt unterschiedlich an.
Wie man es sich von einem 2D-Roguelike wünscht, läuft das Sprinten und Springen in GetsuFumaDen flüssig und auch die Auseinandersetzungen mit den Höllenbewohnern spielen sich dank Ausweichrolle und Doppelsprung angenehm. Allerdings könnte alles noch einen Tick schneller vonstattengehen, denn an die Geschwindigkeit eines Dead Cells kommt GetsuFumaDen nur heran, wenn ihr euch im erwachten Dämonen-Zustand befindet. Das gemächlichere Spieltempo mag beabsichtigt sein, ist aber auf jeden Fall Geschmackssache und wird abhängig vom Spieler-Feedback im Early Access ja vielleicht noch angepasst.
In ein traditionelles Gewand gehüllt
Quelle: PC Games
Der traditionelle japanische Ukiyo-e-Stil wird durch die oftmals japanisch angehauchten Umgebungen noch verstärkt.
Die Idee, aus einem eigentlich übersättigten Genre durch einen besonderen Artstyle hervorzustechen, ist nie verkehrt, und GetsuFumaDen gelingt dies gekonnt. Der traditionelle japanische Ukiyo-e-Stil ist ein wahrer Eyecatcher und hebt sich durch seine künstlerische Identität von Genre-Kollegen ab. Übersetzt bedeutet Ukiyo-e dabei so viel wie "Bilder der fließenden Welt" und bezeichnet einen Stil der japanischen Malerei, der vor allem, aber nicht ausschließlich, Farbholzschnitte umfasst.
Trotz der düsteren Thematik ist GetsuFumaDen aber überraschend farbenfroh und begeistert mit stimmigen Effekten. Der einzige Wehrmutstropfen: Einige der Effekte sind sehr auffällig und nehmen den Großteil des Bildschirms in Beschlag, wodurch es nicht immer leicht ist, den Überblick im Kampfgeschehen zu behalten.
Quelle: PC Games
Farbenfroh: Der Stil und die Effekte glänzen durch ihr tolles Aussehen und ihre kräftigen Farben. Manchmal leidet deshalb aber die Übersicht.
Hinzu kommen überaus detailreiche Hintergründe, welche die zahlreichen Themen der Hölle aufgreifen. Im zweiten Areal, dem Teuflischen Abgrund, sind beispielsweise Dämonen zu sehen, die Menschen foltern und aus den Überresten ein deftiges Süppchen kochen. Damit liefert Undying Moon zahlreiche Anleihen an traditionelle Darstellungen von Mythen und Legenden.
Stimmungsvolle Soundkulisse
Auch der Sound trägt seinen Teil zum traditionellen asiatischen Ansatz bei. Entsprechende Instrumente unterstreichen stimmungsvoll die Atmosphäre des Hubs, spezielle Angriffe werden von bekannten Klängen begleitet. Dabei werden unter anderem die Hyōshigi, japanische Gegenschlagblöcke, bekannt aus dem Kabuki-Theater, oder die Nō-Trommeln eingesetzt. In den Levels geht es ähnlich zu, ab und an heizen euch beim Schnetzeln aber auch Schlagzeug und E-Gitarre ordentlich ein und sorgen für einen Adrenalinausstoß.
