Tiny Rogues erfüllt all meine Rogue-like-Wünsche - und es ist noch nicht mal bei Version 0.2
Special 53,99 €
Rogue-likes gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, aber wer hat denn je behauptet, dass das etwas Schlechtes ist? Tiny Rogues beweist, wie toll das Genre sein kann!
Der alljährliche Steam-Winter-Sale hatte mal wieder zahlreiche Angebote parat. Wie jedes Jahr habe ich natürlich die Shop-Seite durchstöbert, mit der Hoffnung, das ein oder andere interessante Spiel für die Weihnachtszeit zu finden. Normalerweise verleiten mich Rabattaktionen nicht dazu, nach irgendetwas zu suchen, wofür ich nun Geld ausgeben kann, doch beim Weihnachts-Sale ist das irgendwie anders.
Ich stöbere also durch Steam, sehe allseits beliebte Spiele wie Red Dead Redemption 2, God of War, mittlerweile auch Cyberpunk 2077, doch nichts kann mich wirklich reizen. Auch die Entdeckungsliste, in der Steam einige Spiele vorschlägt, die mir aufgrund meiner Präferenzen gefallen sollten, liefert keine Ergebnisse. Ich wechsle zu den verschiedenen Spielekategorien. Unter Rogue-like sehe ich, dass ich die am besten bewerteten Genre-Vertreter bereits besitze, und auch unter Neu & Angesagt lassen sich die meisten Spiele schon in meiner Bibliothek wiederfinden. In meiner Verzweiflung wende ich mich an den "interaktiven Empfehlungsgeber". Hier lassen sich einige Parameter einstellen, beispielsweise gespielte Spiele, die Steam für die Empfehlungen berücksichtigen soll, der Zeitraum, in der die Titel veröffentlicht wurden, und ob es mir eher nach populären Spielen oder Nischentiteln sinnt.
Der Slider wandert nach rechts und plötzlich ploppt ein Spiel auf, von dem ich vorher noch nie gehört habe: Tiny Rogues. Etwa 2.000 Bewertungen wurden für das Spiel abgegeben, davon ganze 98 Prozent positiv. Trotz dieser Menge wird Tiny Rogues von Steam noch als absolute Nische kategorisiert, und trotz des Tags als Action Rogue-like fehlte in Steams Genre-Hub jede Spur des offenbar ziemlich beliebten Spiels.
Tiny Rogues ist mein absoluter Weihnachts-Hit
Die Kombination aus einem meiner liebsten Genres, den Tausenden guten Bewertungen und einem recht geringen Preis schafften es, mich zu überzeugen und wenig später findet auch Tiny Rogues einen Platz in meinem Steam-Katalog. In den nächsten zwei Tagen verbrachte ich etliche Stunden in Tiny Rogues.
Das Spiel ist eigentlich ziemlich simpel. Man wählt einen der zahlreichen, freischaltbaren Charaktere aus, von denen jeder eine einzigartige passive Fähigkeit und anfängliche Ausrüstung besitzt, erkundet zehn Räume, in denen Monster, Gegenstände, Tavernen, Shops, und vieles mehr lauern, und besiegt am Ende einen Bossgegner. Das Ganze wiederholt man zehnmal, um am Ende der Reise den Tod selbst zu besiegen.
Auf dem Weg verstärkt man sich natürlich mit Ausrüstung und Waffen, und dem Sammeln von Attributspunkten, die gestaffelt auch noch eine passive Fähigkeit und andere Boni gewähren. Ebenfalls lassen sich die verschiedenen Waffen verzaubern, beispielsweise mit einer zehnprozentigen Erhöhung der kritischen Trefferchance, oder man verpasst dem eigenen Dolch noch ein Element, sodass dieser fortan Feuerschaden verursacht.
Zusätzlich gibt es auch noch zahlreiche Tränke, die beispielsweise den verursachten Schaden für die nächsten zehn Räume erhöht und immer mal wieder findet man einen Schrein, der noch einmal einige Boni zu verteilen hat. Das ist schon ziemlich viel, doch mit dieser Auflistung habe ich gerade einmal die Oberfläche von Tiny Rogues angekratzt.
Durch die ganzen Boni ist Tiny Rogues zu Beginn auch recht einfach, doch mit einem kürzlichen Update wurden optionale Modifikatoren eingeführt, die das gesamte Spiel um einiges erschweren. Das Rogue-like befindet sich derzeit noch im Early Access und ist dort erst vor Kurzem bei Patch 0.1.9 angelangt. In der Zukunft werden also noch wesentlich mehr Updates folgen, und der Entwickler veröffentlichte bereits eine kleine Roadmap, was die nahe Zukunft für Tiny Rogues bereithalten wird.
Bereits jetzt gibt es im Titel jedoch schon genug zu tun, um einige spaßige Stunden zu füllen, selbst, wenn man lediglich die verschiedenen Trophäen sammeln möchte. Der allgemeine Wiederspielwert eines Rogue-likes ist selbstverständlich ebenfalls vorhanden und obendrein gibt es schon jetzt zahlreiche Easter Eggs. Beispielsweise lässt sich das Buster Sword von Cloud Strife finden, doch seit Kurzem sind ebenfalls einige Anspielungen zu YouTubern im Spiel vorhanden. Darunter die Hand Of Blood, benannt nach ähm, nun ja, Hand Of Blood, was jeder Waffe Blutungsschaden verpasst.
Zusätzlich sind auch schon ein paar Geheimnisse im Spiel vorhanden, darunter versteckte Räume, die sich mit einer Bombe enthüllen lassen, und eine Art Quest-Reihe, durch die man aus einem zerbrochenen Schwert eine wahrlich legendäre Klinge schmieden kann. Laut der Steam-Seite warten mehr als 220 verschiedene Waffen in Tiny Rogues und auf jeden Fall so viel Inhalte, dass sich der einmalige Kauf von 4,99 Euro zumindest für mich auf jeden Fall gelohnt hat.
Wie einige von euch sicherlich bereits herauslesen konnten, ist Tiny Rogues ziemlich gut. Klar hat es im Rogue-like-Genre mit Titeln wie Hades und Dead Cells auch ziemlich starke Konkurrenz, doch Tiny Rogues ist einzigartig genug, um sich von der Masse abzuheben. Es ist nicht überraschend, dass der Titel so viele positive Reviews von zufriedenen Spielern erhielt, doch an dieser Stelle muss ich mich doch fragen: Wieso habe ich denn erst jetzt von diesem Spiel erfahren?
Tiny Rogues wurde am 23. September 2022 veröffentlicht und ist wohl nicht komplett untergegangen, schließlich haben mindestens 2.000 Leute den Titel gespielt. Doch weder in meiner Entdeckungsliste noch sonst irgendwo wurde ich von Steam auf das Spiel aufmerksam gemacht. Nach einer genaueren Suche fand ich Tiny Rogues zumindest im Genre-Hub der Action-Rogue-likes unter den Topsellern. Hierfür musste ich die Liste jedoch erweitern, bis das Spiel aufgetaucht ist.
Wie viele Spiele wohl auf Steam existieren, die mir zumindest einige Stunden Freude bereiten würden, von denen ich jedoch noch nie gehört habe? Sollten Spieler unter Umständen vielleicht sogar Stunden die verschiedenen Ecken und Winkel auf Steam durchsuchen müssen, um dann durch Zufall auf das Spiel ihrer Träume zu stoßen?
Und wie viele eigentlich grandiose Indie-Games haben nie die Aufmerksamkeit erhalten, die sie eigentlich verdient haben? Zumindest Tiny Rogues konnte ich nach einer kleinen Suche auch tatsächlich finden, um allen Roguelike-Freunden unter euch nun die Empfehlung auszusprechen, euch das Spiel zumindest einmal anzusehen.
