Rund um die Cozy Games hat sich mittlerweile eine große und vor allem auch warmherzige Community gebildet. Natürlich hat das Genre aber auch eine Schattenseite.
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Gemeinschaft als Rückzugsort
Doch diese Form des Beisammenseins ist längst mehr als nur das gemeinsame Spielen. Mittlerweile ist hinter dem Phänomen Cozy Gaming nämlich eine ganze Kultur entstanden, die sich weit über die Bildschirme hinaus erstreckt. Das Bedürfnis nach Ruhe, Geborgenheit und einem Ort, an dem nichts Schlechtes passiert, ist zu einem eigenen Lebensgefühl geworden, mit dem sich viele Menschen identifizieren können.
Auf Plattformen wie TikTok, Twitch oder Reddit sind so Orte entstanden, an denen ihr euch nicht nur über die eigenen Lieblingsspiele austauschen könnt, sondern auch über alles andere, das sonst noch dazugehört.
Auf diesen Social-Media-Plattformen zeigt sich der Trend auch visuell in tausenden Momentaufnahmen: liebevoll gestaltete Gaming-Ecken, Soundtrack-Empfehlungen und selbstgebackene Kekse neben dem Kontroller.
Viele Spieler verwandeln ihre Set-ups in kleine Wohlfühlzonen, welche eher von sanftem, warmem Licht anstelle von buntem Neon beleuchtet werden. Auch so etwas wie eine Tasse Tee, eine gemütliche Decke und etwas leise Musik dürfen natürlich nicht fehlen.
Cozy Gaming ist in diesen Spaces schon längst kein einfaches Spiele-Genre mehr. Es ist ein Vibe, bei dem es nicht mehr nur um Performance oder Effizienz geht, sondern um die gesamte Atmosphäre.
In diesen Communitys herrscht außerdem auch ein anderer Ton. Anstatt konstanten Vergleichen zwischen den Spielern gibt es hier gegenseitige Unterstützung oder Komplimente zur eigenen Kunst - egal, ob es sich um In-Game-Kreationen handelt oder um solche, die im echten Leben entstanden sind, wie zum Beispiel Fan-Zeichnungen oder Häkelprojekte.
Wenn Eskapismus zur Gewohnheit wird
Da, wo Licht ist, ist leider aber auch immer Schatten. Denn so wohltuend, wie Cozy Games sein können, bergen sie auch eine Gefahr in sich: Wenn das Eintauchen in die digitale Welt die einzige Quelle der emotionalen Entlastung ist, verwandelt sich die erhoffte Erholung schnell in ein Verdrängen der Realität.
Es beginnt oft noch eher harmlos - ein Abend zum Abschalten, dann ein paar Stunden mehr, bis man irgendwann realisiert, dass man lieber in der virtuellen Welt Felder gießt, als sich draußen mit den eigenen Freunden zu treffen oder seinem Alltag nachzugehen.
Quelle: PC Games
Viele von uns möchten sich gelegentlich mal vor der Realität verstecken und solange in ein gemütliches Spiel eintauchen, aber dieser Wunsch kann auch überhandnehmen.
Die in Spielen gebotene Sicherheit, Routine und Kontrolle fehlen vielen in ihrem Leben, und genau da liegt die große Falle: Je mehr man sich nach dieser Sicherheit im digitalen Raum sehnt, desto weiter entfernt man sich von ihr im Alltag.
Dennoch ist Eskapismus nicht direkt ein Feind - eher ein Schutzmechanismus, den wir brauchen, um durchatmen zu können oder wieder zu uns selbst zurückzufinden. Das funktioniert aber nur, wenn wir aus den fantasievollen Umgebungen wieder herausfinden.
Das Ziel hinter Cozy Games ist es nämlich in keinster Weise, der Realität zu entkommen, sondern sie ein Stück weit erträglicher zu machen, vielleicht sogar ein bisschen schöner. Denn wenn wir aus diesen Games etwas mitnehmen sollten, dann ist es Geduld, Gelassenheit und Achtsamkeit.
Diese Fähigkeiten erleichtern auch das alltägliche Leben. Sie sollen beispielsweise daran erinnern, dass Ruhe kein Zustand ist, in dem man starr verharrt, sondern vielmehr eine Fähigkeit, die man üben kann. Auf der nächsten Seite geben wir euch noch fünf Empfehlungen, falls ihr zurzeit auf der Suche nach einem guten Cozy Game seid.