Studie zeigt: Viele Spieler wollen gar keine realistische Grafik mehr
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Realistische Grafik galt lange als das große Ziel der Spieleindustrie. Eine neue Analyse zeigt jedoch, dass viele Spieler heute ganz andere Prioritäten setzen.
Eine aktuelle Studie des Datenanalyseunternehmens Newzoo zeigt, dass sich die Vorlieben vieler Spieler in den letzten Jahren verändert haben. Gerade Fans von Roblox und Minecraft achten deutlich weniger auf realistische Grafik, als häufig vermutet wird. Diese Spieler greifen laut Bericht auch seltener zu großen AAA-Produktionen wie Ghost of Yōtei oder Assassin's Creed Shadows. Erst im letzten Monat berichteten wir darüber, dass die Plattform Roblox so unglaublich dominant ist. Vor allem im Vergleich zu Steam, Fortnite und Playstation.
Grafik ist nicht mehr das wichtigste Argument
Newzoo-Direktor Ben Porter erklärte auf der Game-Developers-Conference, dass sich die Prioritäten vieler Spieler verändert haben. Seiner Einschätzung nach hat die Jagd nach immer realistischer Grafik in den vergangenen zehn Jahren an Bedeutung verloren. Die weltweit erfolgreichsten Spiele gehören heute nicht zwangsläufig zu den technisch aufwendigsten Produktionen.
Ein Beispiel ist Roblox. Laut Newzoo stieg die Spielzeit dort im vergangenen Jahr um rund 50 Prozent. Viele der erfolgreichsten Inhalte stammen nicht von großen Studios, sondern direkt aus der Community. Zu den viral erfolgreichen Erfahrungen gehören etwa:
- Steal a Brainrot
- Grow a Garden
Solche Projekte entstehen oft direkt innerhalb der Plattform und verbreiten sich über soziale Medien oder Streaming schnell.
Multiplayer-Spiele bleiben attraktiv
Auch wenn Roblox- und Minecraft-Spieler AAA-Titel seltener ausprobieren, bleiben große Multiplayer-Spiele weiterhin beliebt. Die Analyse zeigt deutliche Überschneidungen mit bekannten Live-Service-Titeln:
- Fortnite
- 55 % Überschneidung mit Roblox-Spielern
- 46 % mit Minecraft-Spielern
- Grand Theft Auto V
- 28 % Roblox
- 25 % Minecraft
- Call of Duty
- 26 % Roblox
- 22 % Minecraft
Klassische Einzelspieler-Blockbuster erreichen diese Zielgruppen deutlich seltener.
Jüngere Spieler prägen ihre Gaming-Gewohnheiten früh
Porter weist darauf hin, dass viele Roblox-Spieler sehr jung sind und dort ihre ersten Gaming-Erfahrungen sammeln. Diese frühen Erfahrungen können laut Studie langfristig prägen, welche Spiele Spieler später bevorzugen. Wer mit kreativen Plattformen und leicht zugänglichen Multiplayer-Spielen beginnt, greift später häufiger zu ähnlichen Konzepten.
Die erfolgreichsten Spiele müssen also nicht unbedingt die realistischste Grafik besitzen. Entscheidend ist für viele Spieler eher, wie zugänglich, kreativ oder sozial ein Spiel aufgebaut ist. Man sieht das auch immer wieder an neuen Indie-Hits, die plötzlich durch die Decke schellen. Was sagt ihr zu diesem Thema? Bevorzugt ihr nur AAA-Games?
Quelle: gamespot
