Ubisoft vor Gericht: Ex-Assassin's-Creed-Chef wirft Publisher konstruktive Kündigung vor

News David Fabricius
Ubisoft vor Gericht: Ex-Assassin's-Creed-Chef wirft Publisher konstruktive Kündigung vor
Quelle: Ubisoft

Nach zwei Jahrzehnten bei Ubisoft zieht der frühere Franchise-Chef Marc-Alexis Côté vor Gericht. Er fordert fast eine Million Dollar Schadenersatz und wirft dem Publisher eine sogenannte konstruktive Kündigung vor.

Der langjährige Ubisoft-Manager Marc-Alexis Côté hat Klage gegen Ubisoft eingereicht. Der frühere Leiter von Assassin's Creed fordert rund 1,3 Millionen kanadische Dollar (etwa 935.000 US-Dollar) Schadenersatz. Ubisoft habe ihn nach einer Degradierung faktisch aus dem Unternehmen gedrängt und seinen Abgang anschließend fälschlich als freiwillig dargestellt. Abseits des Rechtsstreits sorgt The Division: Definitive Edition mit neu aufgetauchten Plakaten in Japan für Spekulationen.

Ubisoft: Degradierung statt Neuausrichtung

Côté war mehr als zwei Jahrzehnte bei Ubisoft tätig und verantwortete seit einer strategischen Neuausrichtung im Jahr 2022 die Zukunft der Assassin's-Creed-Reihe. Laut der nun beim Obersten Gerichtshof von Québec eingereichten Klage habe sich im Sommer 2025 abgezeichnet, dass er diese Verantwortung verlieren würde.

Auslöser war eine größere Umstrukturierung. Ubisoft gründete 2025 die Tochtergesellschaft Vantage Studios, finanziert mit 1,25 Milliarden US-Dollar von Tencent. Dort sollen die wichtigsten Marken des Publishers gebündelt werden, darunter Assassin's Creed, Far Cry und Rainbow Six Siege. Die neue Struktur sah einen übergeordneten "Head of Franchise" vor, der alle großen IPs beaufsichtigen sollte.

Côté argumentiert, dass diese Rolle einer faktischen Degradierung gleichkam. Zusätzlich sei die Position ausschließlich in Frankreich angesiedelt gewesen. Für ihn hätte das bedeutet, sein Leben von Nordamerika nach Europa zu verlegen. Alternativ habe Ubisoft ihm laut Klage nur deutlich kleinere Rollen angeboten. Rollen wie als Franchise-Produktionsleiter oder als Leiter eines vage definierten "Creative House" für eine weniger bedeutende Marke.

"Diese Entscheidung habe ich nicht getroffen"

Als Côté diese Optionen ablehnte und im Oktober 2025 eine Abfindung verlangte, sei es zum Bruch gekommen. Laut seiner Darstellung habe Ubisoft bereits am nächsten Tag intern und öffentlich seinen "freiwilligen Abschied" kommuniziert.

Drei Monate später widersprach Côté dieser Darstellung öffentlich. In einem LinkedIn-Post schrieb er damals: "Viele von euch haben sich gewundert, dass ich mich nach so vielen Jahren entschieden haben soll, Assassin's Creed zu verlassen. Die Wahrheit ist einfach: Diese Entscheidung habe ich nicht getroffen."

Mit der aktuellen Klage fordert Côté neben Schadenersatz und Abfindung auch die Aufhebung einer Wettbewerbsverbotsklausel, die seine künftigen Jobmöglichkeiten in der Spielebranche einschränkt. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf Ubisofts jüngste Umstrukturierungen. Nutzt gerne die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Quelle: Kotaku

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