Soulslikes in der Krise? Another-Crab-Entwickler warnt vor der Dark-Souls-Schleife
News
Der Chef von Another Crab's Treasure kritisiert, dass Soulslikes sich zu oft selbst kopieren. Er warnt vor einer kreativen Stagnation im Genre.
Soulslikes gehören seit Jahren zu den beliebtesten, aber auch umstrittensten Genres der Spielebranche. Kaum ein Action-RPG kommt heute ohne Vergleiche zu Dark Souls aus. Ausdauerbasierte Kämpfe, harte Gegner, gnadenlose Bosse und verlorene Seelen gelten als Pflichtprogramm. Doch genau dieses starre Verständnis wirft laut Caelan Pollock, Creative Director bei Aggro Crab einen dunklen Schatten auf diese Spiele. Sie kopieren sich nur gegenseitig, statt mit neuen Innovationen hervorzubrechen. Ob das Krabbenspiel tatsächlich aus der Dark-Souls-Schleife ausbricht, zeigt unser Test zu Another Crab's Treasure.
Dark Souls blockiert seine eigenen Nachahmer
Im Gespräch mit Game Informer bringt Pollock es auf den Punkt: "Das Bezeichnen von Spielen als Soulslikes hat viele Entwickler in einer Endlosschleife festgehalten, in der sie Dark Souls nachbauen. Und meiner Meinung nach ist das beste Dark-Souls-Spiel bereits gemacht worden, und es heißt Dark Souls."
Was zunächst provokant klingt, trifft einen wunden Kern. Viele moderne Soulslikes orientieren sich so stark an FromSoftwares Blaupause, dass sie kaum eine eigene Identität entwickeln. Statt frische Systeme, neue Welten oder unerwartete Mechaniken zu liefern, wiederholen sie bekannte Muster: Ausweichen, Blocken, Muster lernen, sterben, Seelen zurückholen.
Pollock glaubt, dass gerade diese Nähe zum Original das Problem ist. Dark Souls sei "zutiefst unperfekt" und genau das habe es so faszinierend gemacht. Doch wer versucht, jedes Detail dieser Erfahrung exakt zu reproduzieren, erschaffe am Ende etwas, das sich zwar vertraut anfühlt, aber kaum noch überrascht.
Ein Krabben-Soulslike soll mehr Mut zeigen als viele Klone
Aggro Crab wollte diesen Kreislauf bewusst durchbrechen. In Another Crab's Treasure schlüpft ihr in die Rolle eines Krebses, der in einer verschmutzten Unterwasserwelt kämpft und dabei Müll als Rüstung benutzt. Das klingt schräg, trifft aber den Nerv vieler Spieler. Auf Steam sieht die Wertung mit 96 % positiv überdurchschnittlich gut aus.
"Wir sind das Risiko eingegangen, darauf zu vertrauen, dass die Community dafür bereit ist", erklärte Pollock. Sein Team glaubt, dass Soulslikes mehr sein können als das, was wir aktuell immer wieder sehen. Stimmt ihr mit seinen Aussagen überein? Sind die meisten Soulslikes nur eine stumpfe Kopie, statt selbst neue Gefilde aufzubrechen? Und denkt ihr, dass das Krabben-Soulslike wirklich eine neue Formel geliefert hat?
Quelle: gamesradar
