Ein früherer PlayStation-Chef glaubt, dass das Wettrüsten um Grafikleistung seinem Ende entgegengeht. Reine Hardware-Power werde künftig nicht mehr ausreichen, um Spieler zu begeistern. Sony müsse laut seiner Einschätzung neue Wege finden. Es sind Ideen notwendig, die über die Technik hinausgehen.
Die Tage, in denen neue Konsolen allein durch bessere Grafik glänzen konnten, sind gezählt, zumindest wenn es nach Shuhei Yoshida, dem ehemaligen Leiter der PlayStation Studios, geht. In einer neuen Folge des Podcasts Friends Per Second sprach Yoshida über den aktuellen Stand der Technik und erklärte, dass die Grenzen der visuellen Entwicklung weitgehend erreicht seien.
Sony: Yoshida über das Grafik-Plateau
"Die Grafik hat inzwischen fast ein Niveau erreicht, bei dem selbst ich keinen Unterschied mehr sehe, etwa ob Raytracing aktiviert ist oder nicht, es sei denn, man vergleicht sie direkt nebeneinander oder betrachtet eine höhere Bildrate", so Yoshida.
Ähnlich äußerten sich bereits frühere Führungskräfte wie Shawn Layden, der betonte, dass "kaum jemand den Unterschied zwischen 90 und 120 FPS wirklich wahrnimmt". Auch Mark Cerny, Chefarchitekt der PS5, erklärte, dass Raytracing und Beleuchtung "an technische Grenzen gestoßen" seien.
Yoshida sieht darin aber keinen Nachteil, sondern eine Gelegenheit für kreative Weiterentwicklung: "Sony kann nicht einfach weitermachen wie bisher, also die Grafikleistung erhöhen und High-End-Erlebnisse bieten. Wir müssen andere Wege finden, Spieler zu begeistern."
"Die PS5 hat fast jedes Spiel besser gemacht"
Trotzdem bleibt Yoshida optimistisch. Besonders die SSD der PS5 lobt er als einen echten Meilenstein:"Ich finde, die PS5 ist ein großartiges System, was die Qualität des Spielerlebnisses angeht. Die Einführung der SSD war fast wie ein Wunder."
Sein Fazit fällt eindeutig aus: "Ich denke, die PS5 und ihre SSD haben fast jedes Spiel zu einem besseren Spiel gemacht."
Yoshidas Aussagen fügen sich in eine wachsende Debatte ein. Statt nur auf technische Sprünge zu setzen, scheinen sich die großen Studios künftig stärker auf kreatives Gameplay, immersives Storytelling und neue Spielideen zu konzentrieren. Dies ist eine Entwicklung, die für Spieler spannender sein könnte als noch ein paar Pixel mehr.
Quelle: gamesradar
