Marathon wird kein zweites Concord - was Sony aus dem Desaster gelernt hat

News Nadine Herzog
Marathon wird kein zweites Concord - was Sony aus dem Desaster gelernt hat
Quelle: Bungie

Sony setzt trotz Rückschlägen weiter auf Live-Service-Games - wird Marathon der Wendepunkt nach dem Concord-Flop?

Live-Service-Spiele, also Spiele, die nach dem Release kontinuierlich mit neuen Inhalten, Updates und Events versorgt werden, gelten für Publisher als das große Versprechen der Zukunft. Sie bieten die Möglichkeit, über Jahre hinweg Einnahmen zu generieren, die Spieler langfristig zu binden und Communities aufzubauen. Doch was auf dem Papier wie ein sicheres Erfolgsmodell klingt, erweist sich in der Realität oft als riskant. Denn nicht jedes Live-Service-Spiel schafft es, die notwendige Aufmerksamkeit zu erzeugen oder langfristig Relevanz zu behalten.

Sony hatte sich ambitioniert gezeigt: Zwölf solcher Spiele wollte man ursprünglich bis 2026 veröffentlichen. Doch nach mehreren Rückschlägen, Studio-Schließungen und dem Flop von Concord fragen wir uns: Lernt der PlayStation -Konzern aus seinen Fehlern? Und kann Marathon, das nächste große Live-Service-Projekt, das Ruder herumreißen?

Warum hält Sony am Live Service Modell fest?

Trotz Rückschlägen und massiver Kritik bleibt Sony überzeugt: Live Service bleibt ein "strategischer Pfeiler" der Unternehmensausrichtung. Das liegt auch an Erfolgen wie Helldivers 2, die dem Modell recht geben. Sony investiert weiterhin in Technologie und Infrastruktur, auch wenn Studios wie Bluepoint oder Bend ihre Multiplayer-Projekte einstellen mussten - teils begleitet von Entlassungen.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Hohe Einnahmepotenziale, Spielerbindung und wachsende Online-Communities. Doch die Kehrseite ist klar: Der Markt ist gesättigt, die Entwicklung teuer und langwierig, und selbst starke Marken können untergehen, wenn das Fundament nicht passt. Im Fall von Marathon scheint Sony bereit zu sein, die nötige Zeit und Sorgfalt zu investieren.

Was lief bei Concord schief - und was macht Marathon anders?

Concord wurde mit großen Ambitionen als Multiplayer-Hoffnung präsentiert, landete jedoch in einem überfüllten Marktsegment - dem kompetitiven Helden-Shooter, in direkter Konkurrenz zum bereits etablierten Overwatch - und ging dabei unter. Trotz solider Technik fehlte dem Spiel das entscheidende Alleinstellungsmerkmal. Spieler beklagten sich über fehlende Innovation, uninspirierte Charaktere und mangelnde Kommunikation seitens der Entwickler. Sony wurde vorgeworfen, das Projekt zu spät kritisch hinterfragt zu haben.

Marathon, entwickelt vom renommierten Studio Bungie, soll vieles besser machen. Es setzt auf ein anderes Genre, den Extraction Shooter, und bringt das typische Bungie-Gameplay mit Fokus auf Bewegung, Gunplay und Atmosphäre mit. Gelobt wird bisher das Spielgefühl, kritisiert werden fehlende Features wie Sprachchat und Solo-Matches. Der große Unterschied zu Concord: Sony überwacht Marathon engmaschig. Laut Hermen Hulst, Chef der PlayStation Studios, wurden die internen Prozesse angepasst, um früheres Feedback und gezielte Tests zu ermöglichen, ein Lernprozess, der aus dem Concord-Desaster hervorging.

Doch trotz Sonys angepasster Strategie schafft es Marathon bisher nicht mal in die Top 50 der meistgewünschten Spiele auf Steam. Wie denkt ihr über Live-Service-Spiele? Nervt euch der "Always Online"-Zwang und die Jagd nach Seasons, oder schätzt ihr die gebotene Abwechslung? Teilt uns eure Meinungen gerne in den Kommentaren mit!

Quelle: Sony

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