eFootball und andere Katastophen: Lasst mich endlich wieder fertige Spiele zocken! - Seite 2
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Cyberpunk 2077, Biomutant, eFootball: Die Liste der unfertigen Spiele, die alleine innerhalb der letzten zwölf Monate auf den Markt gebracht wurden, ist lang. Redakteur Michael Grünwald nervt dieser Trend und er würde stattdessen lieber Verschiebungen in Kauf nehmen.
Diese Spiele haben nämlich eine große Gemeinsamkeit: Alle hätten noch einige Wochen Entwicklungszeit benötigt, damit grobe Fehler beseitigt werden können. Doch der Druck mancher Publisher auf Entwicklerstudios scheint dermaßen hoch zu sein, dass denen im Endeffekt schlichtweg die Zeit ausgeht.
Zumindest im Fall von Biomutant und Call of Duty ist das so, doch es gibt auch ganz andere Kaliber, bei denen ganz, ganz andere Probleme dahinterstecken. Mit eFootball 2022 veröffentlichte Konami am 30. September eine Free2Play-Variante der ehemals erfolgreichen Fußball-Simulation Pro Evolution Soccer.
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Dreistigkeit siegt nicht immer
Schon Wochen vor dem Release kündigte das Unternehmen an, der Umfang sei sehr gering und Content komme per kostenpflichtigen Updates nach. Doch in welch miserablem Zustand sich eFootball eigentlich befindet, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand absehen.
Schon wenige Stunden nach dem Release fing der Shitstorm für Konami aber an und recht schnell wurde auch mir klar, dass die Japaner nun ihre letzte erfolgreiche Spielemarke mit Vollgas gegen die Wand gefahren haben. Warum der Titel nicht einfach nur als Demo bereitgestellt wurde, bleibt für mich ein absolutes Rätsel.
Abwarten und Tee trinken
Quelle: buffed
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Selbst ein preisgekröntes Entwicklerstudio wie CD Projekt Red hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, seinem Ruf in der Branche derbe Kratzer zuzufügen. Nach etlichen Verschiebungen kam Cyberpunk 2077 noch eben schnell am 10. Dezember 2020 auf den Markt, um das Weihnachtsgeschäft mitzunehmen. Das Abenteuer funktionierte auf dem PC zwar nicht komplett ohne Fehler, doch es war spielbar.
Auf Konsolen dagegen, vor allem auf der alten Generation, erwies sich das Open-World-RPG als absoluter Rohrkrepierer. Es reihten sich Pleiten, Pech und Pannen aneinander, ehe Sony sogar den Verkauf auf ihren Konsolen einstellte und den Titel aus dem Playstation Store entfernte.
Ich hatte wirklich Lust, mir Cyberpunk 2077 auf der PS4 zu holen, wartete aber zum Glück die ersten Tage nach Release ab. Über zehn Monate und etliche Updates später lässt mich das Rollenspiel einfach nur noch kalt und selbst Überlegungen, zur irgendwann erscheinenden PS5-Version zu greifen, verdränge ich ganz schnell.
Mit Sicherheit bin ich nicht der einzige, den das Chaos zum Release abgeschreckt hat. Mit Vorbestellungen und Käufen zur Veröffentlichung hat CD Projekt Red mit großer Wahrscheinlichkeit keine finanzielle Bruchlandung hingelegt, die Verkaufszahlen hätten jedoch noch deutlich höher ausfallen können.
DICE, bitte lasst euch Zeit
Quelle: EA
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Wenn ich schon über Verkaufszahlen spreche, dann werfen wir doch gleich noch einen Blick in die sehr nahe Zukunft. Denn schon in ein paar Wochen steht der spannende Kampf um die Vorherrschaft im First-Person-Shooter-Bereich an: Call of Duty: Vanguard gegen Battlefield 2042.
Lange Zeit bin ich davon ausgegangen, dass die dreijährige Abstinenz von EA und DICE die Multiplayer-Fehde der beiden Marken ganz klar zugunsten von Battlefield entscheiden würde. Nach dem Anspielen der Beta befürchte ich jedoch Schlimmes. Sowohl das Gameplay als auch viele Funktionen des Shooters sind noch stark fehlerbehaftet.
Hoffentlich nutzt das Entwicklerstudio die kurze Zeit bis zur Veröffentlichung von Battlefield 2042 und fokussiert sich auf das Feedback der Spielerinnen und Spieler. Ich möchte nicht schon wieder ein unfertiges Spiel zocken und auf diverse Updates warten, die das Spielgefühl erst in den darauffolgenden Monaten aufwerten - oder auch nicht.
Quelle: EA DICE
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Lieber nehme ich da nochmal eine Verschiebung in Kauf. Den Vorteil des früheren Release im Vergleich zu Vanguard hat DICE eh schon aus der Hand gegeben. Gerade in diesem Jahr stünden die Chancen so gut wie nie, Call of Duty vom Thron zu stoßen.
Doch dazu muss Battlefield von Beginn an abliefern, und zwar nicht nur mit vielen unterschiedlichen Modi, die eine breite Spielerschaft ansprechen, sondern mit vielen unterschiedlichen und vor allem funktionierenden Modi. Ich bin sehr gespannt, in welchem Zustand der Shooter im November auf PC und Konsolen erscheinen wird.
Wir laufen nicht weg
So ähnlich gilt das übrigens nicht nur für DICE und Electronic Arts, sondern für alle Entwicklerstudios der Branche. Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass sich der Releasetermin von Elden Ring nochmals verzögert. Das Action-Rollenspiel von From Software soll nun einen Monat später als geplant erscheinen, am 25. Februar 2022.
Wie so häufig ist der Aufschrei der Community wieder bis in die nächste Galaxie zu hören. Dennoch bleibe ich bei meiner Meinung, eine Verschiebung ergibt immer mehr Sinn, als ein unfertiges Produkt auf den Markt zu bringen. Auch die größten Hardcore-Fans kommen nach dem ersten Entsetzen wieder zurück. Sollte sich das Warten in Form eines besseren Spiels auszahlen, ist der Frust über vorangegangene Verschiebungen schnell vergessen.
Und davon profitieren alle.
