Warum macht ihr Spieleverfilmungen, wenn ihr Spiele hasst? - Kolumne
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In dieser Kolumne widmen wir uns dem Phänomen der Spieleverfilmungen, die von Leuten produziert werden, die Videospiele teilweise buchstäblich hassen. Dabei schauen wir uns einige der kuriosesten Fälle der vergangenen Jahre und künftige Produktionen an.
Serien und Verfilmungen von Videospielen sind ein zweischneidiges Schwert: Entweder sie funktionieren und man freut sich als Fan des Franchises, oder man muss mit ansehen, wie das geliebte Franchise mit Füßen getreten wird. Manche Umsetzungen der vergangenen Jahre gleichen dabei eher 90er-Trash-Filmen. Zwischen Erfolg und Vollkatastrophen liegt bei Videospielverfilmungen selten etwas dazwischen.
Eine seltene Ausnahme lieferte für mich anno 2016 der Warcraft-Film, der zwar selbst für 2016er-Verhältnisse nicht überragend aussah und auch die Umsetzung der Story war nicht bombastisch, aber immerhin war er aus meiner Sicht am Ende keine komplette Katastrophe. 2024 lieferte der Borderlands-Film für mich dann wieder ein Negativbeispiel, das mich schier fassungslos machte. Manchmal liegt die schlechte Umsetzung schlicht am Budget, manchmal vielleicht am Zeitdruck. Das ist irgendwo nachvollziehbar. Aber können wir darüber sprechen, warum manche Leute Videospielfilme machen, obwohl sie Videospiele buchstäblich verachten?
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Warum machen Leute Videospielfilme und -Serien, wenn sie Videospiele hassen?
Call of Duty
Quelle: Activision
Kolumne: Warum macht ihr Spieleverfilmungen, wenn ihr Spiele hasst? (2)
Ende 2025 wurde der Call-of-Duty-Film angekündigt. Der Activision-Shooter soll Mitte 2028 auf die Kinoleinwand kommen und hat dafür Regisseur Peter Berg (Welcome to the Jungle, Boston) und Taylor Sheridan für das Drehbuch ins Boot geholt. Nach der Ankündigung haben CoD-Fans etwas nachgeforscht und herausgefunden, dass der Regisseur des CoD-Films nicht viel für Gamer und Videospiele allgemein übrig zu haben scheint.
Auf die Frage, was er von Kriegsspielen halte, sagt Berg in einem Interview aus 2013: "Pathetic. Pathetic. Keyboard courage. Can't stand it. The only people that I give a Call of Duty get-out-of-jail-free card to is the military. They're out there serving and they're bored and they want to entertain themselves? Okay, maybe. Kids? Uh-uh."
Wenn überhaupt dürfen sich also nur aktive Soldaten mit Call of Duty ablenken, alle anderen Gamer sind "erbärmlich/mitleiderregend".
Zum Zeitpunkt dieses Interviews machte Berg gerade Werbung für seinen Film Lone Survivor, in dem eine Operation von Navy Seals nachgespielt wird. Auf die Folgefrage, ob auch Navy Seals solche Spiele spielten, antwortete Berg: "Manche ja. Aber ich sage ihnen, dass ich das erbärmlich finde. Ich finde, wer vier Stunden lang herumsitzt und Videospiele spielt ... Das ist schwach. Geht raus und macht was."
Ob Berg nach 13 Jahren immer noch dieselbe Haltung gegenüber Videospielen vorbringt und ob das Einfluss auf die Umsetzung des Call-of-Duty-Kinofilms hat, sei dahingestellt. CoD-Spieler können allerdings davon ausgehen, dass Peter Berg wohl nie CoD gespielt hat (sonst wäre er aus seiner Sicht ja selbst "erbärmlich"). Der Fall von Peter Berg ist aber keine Einzelerscheinung.
Far Cry
Quelle: Ubisoft
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Ende 2025 wurde zudem die Arbeit an einer Far-Cry-Serie bestätigt. Auch nach dieser Ankündigung fiel der Regisseur der Serie (Noah Hawley, unter anderem bekannt für Fargo und Legion) für Aussagen auf, die Gamer stutzig machen sollten.
In einem Interview mit Deadline betont der Regisseur von Far Cry, dass man sich für die Far-Cry-Serie nicht an den Spielen orientieren würde. Sein Gedanke dahinter ist, dass viel von der Story im Spiel über Cutscenes rübergebracht wird - und die überspringen laut Hawley ohnehin die meisten Spieler.
"When you play a video game, you only really move forward through the gameplay section, and then you have these cut scenes that you can skip, so when you go to adapt those games you have to be aware that makes the human drama kind of irrelevant to the storyline." - Noah Hawley
Es ist schon eine Weile her, seitdem ich einen Far-Cry-Titel gespielt habe. Aber wenn ich mich recht entsinne, konnte man die Cutscenes gar nicht überspringen ...
Woran ich mich hingegen einwandfrei erinnern kann, ist, dass in den Cutscenes von Far Cry die ikonischsten Momente dieser Videospielreihe entstanden sind. Auch bei Far Cry scheint der Macher dieser Videospielserie womöglich nicht das nötige Feingefühl für seine Zuschauerschaft oder das Medium an sich zu haben. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Fans der Reihe das positiv aufnehmen.
Halo
Quelle: Paramount, Microsoft
Kolumne: Warum macht ihr Spieleverfilmungen, wenn ihr Spiele hasst? (3)
Die Halo-Serie liegt schon eine Weile hinter uns. Die Adaption des beliebten Xbox-Spiels lief von 2022 bis 2024 und wurde nach zwei Staffeln abgesetzt. Grund dafür sollen zu hohe Produktionskosten und zu niedrige Quoten gewesen sein. Wie kann ein bei Gamern so beliebtes Franchise dermaßen einknicken? Vielleicht liegt es daran, dass sich die Regisseure gar nicht mit dem Spiel beschäftigt haben. Huch.
Dabei sah das Halo-Projekt anfangs ziemlich vielversprechend aus. Im Interview mit Variety erwähnten die Macher der Serie mehrere Tage im 343-Hauptquartier (Halo Studios) haben, um mehr über das Spiel zu lernen. Offenbar hat Saison-1-Showrunner Steven Kane (" The Last Ship ") allerdings die falschen Schlüsse aus dem Besuch gezogen. Im Interview sagt er:
"We didn't talk about the game. We talked about the characters and the world. So I never felt limited by it being a game."
Joa ...
Ein Halo-Film war bereits in den frühen 2000ern geplant, als Halo seine abslolute Hype-Phase hatte. Auf die Serien-Umsetzung mussten Fans des Master Chief über 20 Jahre warten, nur um dann enttäuscht zu werden, weil sich die Verantwortlichen gar nicht mit dem Spiel auseinandergesetzt haben. Auf der zweiten Seite lest ihr mehr zur The Witcher-Serie und den möglichen Motiven für Verfilmungen von Videospiele-Serien.
