HDR-Gaming auf dem PC ist ein Albtraum - Das ginge so viel besser!

Kolumne Stefan Wilhelm
HDR-Gaming auf dem PC ist ein Albtraum - Das ginge so viel besser!
Quelle: PC Games

Die Farben lebendig, die Kontraste atemberaubend, Sonnenlicht so hell wie ... nun ja, Sonnenlicht eben. HDR könnte so schön sein - wenn es auf dem PC und in den meisten Spielen nicht eine einzige Farce wäre.

Problem Nummer 2: HDR macht in vielen Spielen das Gegenteil von dem, was es sollte

Wie? "Sollte einem das HDR eines Spiels nicht gefallen"? Müsste HDR nicht eigentlich immer besser aussehen? Leider nein, und in meiner Erfahrung tut es das nicht einmal in den meisten Spielen, die die Funktion beinhalten.

Ein aktuelles Beispiel dafür ist Monster Hunter Wilds, bei dem das Bild völlig überbelichtet ist, symbolisch im Aufmacherbild zu sehen, und seine Farben verliert. Hier hatte ich meinen eigentlichen "HDR-Moment", bei dem ich zum ersten Mal das Gefühl hatte, richtig knallige Farben und Kontraste zu sehen, ... als ich HDR deaktiviert hatte.

Cyberpunk 2077 hat ein ähnliches Problem - nachts ist die Funktion nett, aber auch nicht optimal, weil das Spiel keine perfekten Schwarzwerte hat und dunkle Bereiche dementsprechend nicht dunkel genug werden können. Dann streift man tagsüber durch die Sonne und fragt sich, ob man aus Versehen den Sepia-Filter angeworfen hat.

Dunkel, verwaschen, und die Farben, die noch da sind, sehen falsch aus - das ist leider immer noch ein häufiges Bild, wenn man HDR aktiviert. Es gibt natürlich auch gute HDR-Modi wie etwa bei Doom Eternal, Ori and the Will of the Wisps und so manchem Sony-PC-Port, aber die sind eher die Ausnahme als die Regel.

Problem Nummer 3: Undurchschaubare HDR-Optionen in Spielen

Hinzu kommt dann noch, dass jedes Display anders aussieht und man die ganzen HDR-Standards als Otto Normalverbraucher kaum durchschaut. Auf den meisten Monitoren klebt heute irgendein HDR-Label, aber um die mit "echtem" HDR von denen zu unterscheiden, die die drei Buchstaben nur als Marketingtrick benutzen, muss man Testberichte wälzen und herausklamüsern, welche Metriken nun die entscheidenden sind. Candela? Lumen? Nits? Ja.

Dann erstmal Windows konfigurieren, sich merken, wann man das systemweite HDR aus- und einschalten soll, und ein Spiel finden, das in HDR nicht komplett verstrahlt aussieht. Zu guter Letzt startet man seine Software und stellt fest, dass man immer noch nicht fertig ist.

Gut - dass viele Games mit umfangreichen HDR-Optionen daherkommen, ist natürlich erstmal positiv. Schließlich soll das Bild optimal auf den jeweiligen Monitor und Nutzer abgestimmt sein. Das Riesenproblem dabei: Es existieren keinerlei Standards, wie ein solches Menü aussehen sollte, und Entwickler schmeißen munter die Schieberegler und Formulierungen durcheinander.

Am besten von 0 bis 100, mit sieben verschiedenen Helligkeitswerten beschriftet und ohne Testbild, bei dem die grauen Kästchen verschwinden, wenn man den optimalen Wert erwischt hat.

Ich hatte in meinen bisherigen HDR-Abenteuern mehrmals den Fall, dass manche dieser Regler keinerlei Unterschied bewirkten, und irgendwann sitze ich vor diesen Menüs und weiß gar nicht mehr, was richtig und was falsch aussieht. Online existieren zwar Guides zu fast jedem Spiel, aber die sind auf den Einzelfall schwer anwendbar, wenn man einen anderen Monitor besitzt als der Tester.

Dann schalte ich, wie letztens bei Monster Hunter Wilds, nach ewigem Herumprobieren das HDR komplett aus und habe zum ersten Mal in dieser ganzen Odyssee ein Bild, das mir gefällt.

Ich geb's auf. Vielleicht habe ich bisher die falschen Spiele erwischt, vielleicht immer noch zu wenig recherchiert, vielleicht müsste ich mich einfach mehr an diese typische HDR-Optik gewöhnen, die mich bis jetzt nicht sonderlich überzeugt. Aber vielleicht ist die Funktion auch schlichtweg das kaputteste Feature in modernen Videospielen. Zumindest auf dem PC.

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