Wer hätte gedacht, dass der personifizierte Tod so niedlich sein würde? Auf jeden Fall die Macher der Visual Novel A Date with Death - und wir bedanken uns herzlich für ihren Einsatz!
Weiße Haare, rote Augen und ein niedliches Plüschtier auf dem Bett. Viel mehr kann man von einem Mann eigentlich gar nicht wollen. Klar, er ist vielleicht ein wenig dämlich und kennt sich mit menschlichen Verhaltensweisen nicht sonderlich gut aus, aber das kann man von einem Sensenmann auch nicht erwarten.
Auch, dass er eigentlich nur mit mir redet, weil er mir meine Seele wegnehmen will, ist für andere sicherlich eine "Red Flag", doch ich hielt die ganze Situation irgendwie für drollig.
A Date with Death: Character-Creator für alle Geschmäcker
Der charmante Reaper war jedoch nicht alles, was mich an dem Visual-Novel A Date with Death begeistert hat. Direkt beim Character-Creator war ich bereits völlig entzückt von dem Spiel. Zwar ein wenig rudimentärer als es in größeren Produktionen der Fall ist, gab es aber mehr als genug Möglichkeiten, mich selbst auszudrücken.
Dann durfte ich sogar noch eigene Pronomen festlegen oder eine Mischung aus den vorhandenen wählen. So konnte mich Grimmy, also der Sensenmann, etwa als "Guy" bezeichnen, aber mit "They/Them"-Pronomen ansprechen. Solche kleinen Details machen mich in Spielen immer sehr glücklich, auch wenn ich sie selbst oftmals gar nicht in Anspruch nehme.
A Date with Death ist ein recht kurzes Spiel, das nur in den eigenen vier Wänden stattfindet. Ich wässere etwa meine Pflanze, damit sie nicht eingeht, knipse tausende Bilder meiner Katze und belausche ein sich entfaltendes Liebesdrama durch meine Wohnungstür. Das Highlight ist aber der Chat, den ich mit dem Sensenmann führe.
A Date with Death - so süß ist der Tod
Dort erklärt er mir nämlich, dass er meine Seele ernten möchte, aber weil seine Verhaltensweisen einfach zu niedlich sind, kann ich gar nicht anders, als mit ihm zu flirten. Erst recht nicht, wenn er einen Videoanruf startet und ich seine Reaktionen auf meine Sticheleien live und in Farbe sehen darf. Der Spitzname Grimmy gefällt ihm etwa gar nicht, was mich nur noch mehr ermutigt, ihn weiterhin zu benutzen.
So vertieft sich unsere Beziehung immer weiter, da sich Grimmy langsam, aber sicher auch in mich verliebt. Als er mich dann irgendwann besucht hat und mit einem Blumenstrauß vor meinem Fenster schwebte, in all seiner langhaarigen Pracht, war ich natürlich direkt hin und weg.
Quelle: Two and a Half Studios
Stimmt schon, Grimmy ist nicht der interessanteste Charakter aus der Welt der Videospiele. Man könnte ihn sogar als recht eindimensional bezeichnen, genauso wie die Spielfigur selbst. Die macht nämlich den ganzen Tag eigentlich gar nichts, womit zumindest ich mich aber identifizieren konnte, da es meinem eigenen Leben nicht ganz unähnlich ist.
Trotzdem waren die Dialoge liebenswert genug, dass ich das Spiel nicht weglegen konnte, bis ich eins der verschiedenen Enden hatte. Mit dieser Meinung stehe ich auch nicht alleine da, denn von den knapp 3.500 Nutzerbewertungen auf Steam fallen ganze 98 Prozent positiv aus. Schauen wir uns also einfach mal an, was der durchschnittliche Steam-Gamer so zu A Date with Death zu sagen hat:
- "Sex DLC wann?"
- "Steckt mich in einen Raum mit dem Sensenmann und einer von uns wird schwanger herauskommen und das werde nicht ich sein"
- "10/10 Ich wünschte, Männer wären echt"
- "Ich möchte ihn mit meinem Mund auf seinen Mund küssen"
Wie ihr sehen könnt, erwartet euch mit A Date with Death nicht unbedingt ein Visual Novel mit einer sonderlich tiefgründigen Story. Wer jedoch einfach einem sehr attraktiven, "babygirl coded" Sensenmann hinterherschmachten möchte und sich dann darüber freuen, wenn das Schmachten erwidert wird, sollte dem Spiel definitiv eine Chance geben. Vor allem, da man es völlig gratis auf Steam spielen kann.
