Spider-Man auf der E3 gespielt: Das potenziell beste Netzkrabbler-Abenteuer seit Spider-Man 2!
Special
Spider-Man in der E3-Vorschau: Es schwingt und springt der Spider-Man, wo Batman sonst nur springen kann: Im Anschluss an Sonys E3-Pressekonferenz durften wir das PS4-exklusive Superhelden-Abenteuer erstmals selbst anspielen - und fühlten uns wohlig ins Jahr 2004 zurückversetzt. Warum? Das verraten wir in unserer Preview zu Spider-Man für PS4!
Mit Batman: Arkham Asylum wurde vor einigen Jahren ein langanhaltender Bann gebrochen: Nicht nur entpuppte sich der Titel trotz Lizenz-Hintergrund als eines der besten Spiele der vergangenen Konsolengeneration, es gelang im dies sogar trotz eines Superhelden in der Hauptrolle! Mit Blick auf die miesen Versoftungen von Comic-Ikonen wie Iron Man, Thor oder Superman eine durchaus beeindruckende Leistung!
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Allerdings war DCs Flattermann mit dem Faible für cool inszenierte Auftritte nicht der erste, dem dieses Kunststück gelang. Schon 2004 eroberte ein Superhelden-Kollege die Spielerherzen. Die Rede ist natürlich von Spider-Man! Die Versoftung zum Kino-Abenteuer Spider-Man 2 war besser, als sie jedes Recht hatte, zu sein. Klar, einige Elemente wie das Missionsdesign und die Präsentation sind nicht ideal gealtert. Damals wie heute aber fühlt sich das Schwingen durch die Häuserschluchten von Manhattan einfach absolut genial an! Die zahlreichen nachfolgenden Wandkrabbler-Ausflüge auf Konsolen und PC bemühten sich, diesen Zauber ein weiteres Mal einzufangen, erfolgreich war aber keiner dieser Versuche.
14 Jahre sind eine sehr lange Zeit - höchste Eisenbahn also, dass es endlich einem Spiel gelingt, Spider-Man wieder zu Ehren zu gereichen! Dafür sorgen wollen die Ratchet & Clank-Macher Insomniac Games. Das, was wir in seit der Ankündigung vor zwei Jahren zu sehen bekamen, wirkte entsprechend dem Talent des Studios auch sehr gut, allerdings auch etwas simpel gestrickt und sich stark auf Quick-Time-Events verlassend. Nun durften wir aber erstmals selbst ran und können Entwarnung geben: Was die Entwickler da in der Mache haben, sieht nicht nur beeindruckend aus, sondern spielt sich auch richtig, richtig fein - und ist spielerisch de facto die geistige Fortsetzung von Spider-Man 2, auf die Fans des Klassikers so lange gewartet hatten.
Frischer Schwing-Schwung
In der Demo, in der wir selbst Hand anlegen durften, stand uns ein Teil Manhattans frei zur Erforschung zur Verfügung. Wir konnten wählen: Folgen wir gleich der Handvoll Story-Missionen, oder wollen wir uns zuerst einfach mal umsehen, Nebenaufgaben erledigen und das freie Bewegen durch die Stadt genießen? Nun, erst einmal wollten wir natürlich das Schwingen ausprobieren! Und mehr als irgendwo sonst scheint hier die DNA von Spider-Man 2 durch: Das Bewegungssystem funktioniert in seinen Grundzügen fast genau gleich wie anno dazumal und wurde lediglich optimiert und um neue Funktionen erweitert.
Mittels des rechten Schulterknopfes schwingen wir geradeaus, gesetzt dem Fall, es findet sich eine Stelle, an der wir unseren Netzfaden anbringen können. Das Spiel scannt die Umgebung durchgehend nach passenden Punkten ab und befestigt unser klebriges Seil anschließend ganz automatisch dort. Mit dem linken Analogstick beeinflussen wir zusätzlich die Schwingrichtung. Der X-Knopf verfügt gleich über mehrere Funktionen. Einerseits dient er uns für einen ganz normalen, kleinen Sprung, andererseits können wir, so wir uns in der Luft befinden, mit ihm einen Netzschuss ausführen, der uns ein kleines Stück nach vorne zieht. Gerade in Situationen ohne Ankerpunkt für unseren "normalen" Spinnenfaden ist das ungemein praktisch. Drücken wir beide Schultertasten auf einmal, so ziehen wir uns mit rasantem Tempo zu einem Punkt direkt vor uns; drücken wir nun X, so springen wir mit einem gewaltigen Satz von dem anvisierten Punkt ab.
Ja, eine kleine Anzeige verrät uns stets, wo es uns als nächstes hinzieht, sodass wir im Notfall korrigierend eingreifen können. Allerdings erkennt das Spiel auch automatisch so gut, was wir als nächstes planen, dass nur selten nachjustiert werden muss. Wenn doch einmal alle Stricke reißen, können wir mit dem linken Schulterknopf die Zeit verlangsamen und dann in aller Ruhe unseren nächsten Schwung-Move planen.
Läuft bei uns
Ein weiteres Tool in unserem Bewegungsset ist der rechte Schulterknopf, sobald wir uns auf dem Boden befinden. Er dient uns zum Sprinten, lässt uns aber auch schnurstracks an Häuserwänden nach oben laufen - eben wie man es aus Spider-Man 2 kennt! Hört sich alles ziemlich kompliziert an und ist es tatsächlich auch, vor allem angesichts der zahlreichen Doppelbelegungen. Allerdings ist "kompliziert" in diesem Fall keineswegs gleichzusetzen mit "schlecht" - im Gegenteil! Nachdem man einige Minuten heillos überfordert ist, macht es recht rasch "Klick!" und man versteht, wie man in welcher Situation am besten reagiert. Krachten wir zu Beginn der Demo noch öfters mal gegen Hochhauswände, so schwangen wir nach einiger Zeit elegant und rasend schnell durch Häuserschluchten, liefen an Fassaden entlang, zogen uns gezielt von Dach zu Dach und hatten einfach riesengroßen Spaß!
Besser spinnen als jemals zuvor!
Ja, es sieht tatsächlich so aus: In dem neuen Spider-Man hat Uropi Spider-Man 2 seinen Meister gefunden! Alles, was dem Spiel bezüglich des Bewegungssets jetzt noch fehlt und was ihm sein Urahn voraushat, sind etwas ungewöhnlichere Manöver. Anno 2004 durften wir zum Beispiel wie ein Kreisel zwischen zwei Hochhäusern pendeln, uns an Fäden von Decken hinablassen und mehr. Wir rechnen aber fest damit, dass wir ähnliche Aktionen im Abenteuer des PS4-Krabblers mittels eines Upgrade-Systems ebenfalls erlernen werden.
Bezüglich dessen, was wir in der offenen Spielwelt zu tun haben werden, fühlt sich Spider-Man - zumindest angesichts der Eindrücke aus der Demo - auch sehr ähnlich wie sein geistiger Vorgänger an - und sogar ein wenig archaisch. Nein, wegfliegende Luftballons, die wir an ihre Besitzer zurückgeben mussten, machten wir hier nicht aus und auch keine spontan angreifenden Killerroboter; wohl aber relativ simpel gestrickte Aufgaben zum Abarbeiten. So erlebten wir Nebenaufgaben, die von uns verlangten, einfach Sammelkram aufzuklauben, im Rahmen eines Zeitlimits durch Smogwolken zu schwingen (um die Forschung unseres Kumpans Harry Osborn voranzutreiben - warum nicht!), oder in einem abgesteckten Extra-Gebiet mehrere Wellen an Feinden zu verprügeln. Im Rahmen der Demo machten diese Aufgaben alle Spaß. Wir hoffen aber, dass das fertige Spiel genug Abwechslung bietet und sich nicht auf die immergleichen Missionstypen verlässt. Man muss sich ja nicht alles vom Vorbild abschauen!
Spider-Man: Manhattan Asylum
Eine andere Inspirationsquelle als Spider-Man 2 haben sich die Entwickler dafür bei den Kämpfen ausgesucht; kein Wunder, die die Auseinandersetzungen im 2004er-Spinnenspiel waren funktional und banden auch einige Spidey-spezifische Netz-Features ein, waren aber auch sehr belanglos. Das eingangs erwähnte Batman: Arkham Asylum und dessen Nachfolger haben aber gezeigt, wie man Kämpfe gegen große Gegnerschlachten cool inszeniert, ohne sie unübersichtlich oder zu anspruchslos zu machen und eine ganze Generation von Action-Spielen inspiriert; eben auch das neue Spider-Man. So greifen wir denn mit einem primären Attacke-Button an, wobei wir mit dem Analogstick die Richtung beziehungsweise den anvisierten Feind bestimmen. Tingelt unser Spinnen-Sinn, angezeigt durch einen weißen Halo über dem Kopf unseres Helden, so gilt es, mittels eines Drucks auf den Kreisknopf auszuweichen.
