Spider-Man: Miles Morales im PC-Test: Sauberer Port, Sony!
Test
Das Spider-Man-Duo ist komplett: Miles Morales ist jetzt auf Steam und im Epic Games Store verfügbar. Wir haben den Port getestet. Mit Vergleichsvideo!
Ein komplett neues Spiel solltet ihr logischerweise nicht erwarten, die gewohnt tolle Gameplay-Formel wurde durch die neuen Features lediglich verfeinert. Einziges Manko: Miles Morales fällt nur etwa halb so umfangreich aus wie sein großer Bruder. Die Hauptstory beendet ihr in etwa acht Stunden, wer den Nebenkram erledigen will, rechnet nochmal vier Stunden drauf. Allein wegen der sympathisch geschriebenen Figuren und der teils berührenden Coming-of-Age-Geschichte ist es Miles Morales aber mehr als wert, gespielt zu werden.
Nixxes macht's noch mal
Bei der Umsetzung auf den PC, die wieder auf die Kappe von Nixxes Software geht, haben wir ... kaum Auffälliges zu vermelden. Und das ist in diesem Fall eine gute Sache! Denn genau wie bei Spider-Man Remastered bekommt ihr einen klasse Port, der optisch zwar nur bei sehr genauer Betrachtung über die PS5-Version hinauswächst, dank eines robusten Optionsmenüs aber auf einer großen Bandbreite an Systemen funktioniert. Wie zuvor gilt außerdem: Dank der hohen Spielgeschwindigkeit lassen sich Texturdetails, Passantendichte oder die Qualität der Schatten herunterregeln, ohne den optischen Gesamteindruck stark zu trüben. Auf optische Leckerbissen wie den Schneematsch auf den Straßen, durch den Autos realistische Furchen ziehen, müsst ihr in keiner optischen Einstellung verzichten.
Als Hochrechnungs-Algorithmen sind neben AMDs FSR 2.1, Intels XeSS und Insomniacs hauseigener Software-Lösung auch Nvidias DLSS 2.0 und 3.0 an Bord, die 4K-Auflösungen auch mit aktiviertem Raytracing erschwinglich machen.
DLSS 3.0 gibt's natürlich nur auf Grafikkarten der Geforce RTX 4000er-Serie, auf unserem Testsystem mit einer RTX 3080 machte DLSS 2.0 aber einen mehr als ordentlichen Job.
Zudem waren die Umrisse unserer Spielfigur auch bei schneller Bewegung weniger krümelig als noch bei unserem Pre-Release-Test des Vorgängers - hier erlaubt es die Nähe zum ersten Teil dem Portierungsstudio, gleich mit verfeinerter und fertig gepatchter Technik zu starten.
Spiegelglatt
In einer einzigen Szene in unserem Test erlaubte sich das Spiel ein paar Stotterer, was allerdings auch daran liegen kann, dass wir vorher mit den Einstellungen herumgespielt hatten.
Schnelles und häufiges Hin- und Herschalten zwischen den Raytracing-Qualitätsmodi schien dem Spiel manchmal nicht zu schmecken, das betrifft einen normalen Spieler aber natürlich eher nicht.
Apropos Raytracing: In Miles Morales lassen sich nun auch Schatten auf diese Weise berechnen, einen nennenswerten Unterschied haben wir dabei aber nicht gesehen. Dank allgegenwärtigen Glasflächen, Pfützen und Autos ist das Spiel dafür weiterhin ein echter Vorzeigetitel für Raytracing-Reflexionen.
Insgesamt sieht Miles Morales also genauso klasse aus wie sein Vorgänger und läuft genauso sauber. Wie gehabt funktioniert das Spiel mit einem Controller am besten, die Maus- und Tastaturkombo geht trotz vieler separat belegter Aktionen nach kurzer Eingewöhnungszeit aber auch ordentlich von der Hand.
Besitzt ihr einen Dualsense-Controller und verbindet diesen per USB-Kabel mit eurem Rechner, bekommt ihr außerdem die ganze Bandbreite an haptischen Spielereien geboten wie auf der PS5. Wie bei Spider-Man Remastered ist das haptische und adaptive Feedback dezent, vor allem der Trigger-Effekt, wenn ihr eure Netze an einen Ankerpunkt schießt, ist aber gut gelungen.
Bleibt also festzuhalten: Mochtet ihr den Vorgänger und habt die 50 Euro für das nun doch schon zwei Jahre alte Spiel übrig, macht ihr mit Miles Morales nichts verkehrt. Spider-Man: Miles Morales erscheint am 18. November 2022 auf Steam und im Epic Games Store. Ein vergünstigtes Bundle für Besitzer von Spider-Man Remastered gibt es nach aktuellem Stand nicht, die beiden Spiele werden, anders als auf PS5, nur separat verkauft.
