Soundkarten: Audio-Interfaces und Nahfeld-Monitore
Special
Wir erklären euch, wann eine Soundkarte heutzutage noch Sinn machen kann. Außerdem gibt es eine Marktübersicht, auch mit sogenannten Audio-Interfaces.
Soundkarten-Alternative: Audio-Interface
Wer mit Tontechnik oder der Produktion von Musik zu tun hat, der kennt sicher den Ausdruck "Audio-Interface". Auch für manch einen Podcaster oder Streamer können solche Audio-Interfaces gut geeignet sein. Es handelt sich im Grunde genommen nur um die Bezeichnung von professionellen Anwendern für eine interne oder externe Soundkarte. Allerdings haben Audio-Interfaces eine wichtige Eigenschaft: Sie bieten eine niedrige Aufnahmelatenz und gute Kompatibilität zu Sound-Software.
Wer beispielsweise Gesang und Gitarre auf dem PC aufnehmen und dabei ein Schlagzeug-Playback vom PC aus über den Kopfhörerausgang laufen lassen will, benötigt ein Gesamtsignal, bei dem alles synchron und mit einer möglichst geringen Verzögerung beim Kopfhörfer ankommt. Dafür sorgt ein Audio-Interface. Neben der geringen Latenz spielen aber auch die Anschlüsse eine Rolle - je nach Bedarf bieten Audio-Interfaces zwischen 2 und über 20 Eingänge und auch oft Ausgänge für mehr als nur ein Boxenpaar. Sie können somit per PC auch wie eine Art Mischpult verwendet werden. Ebenso gibt es Features, bei denen man zum Beispiel für eine Band gleich mehrere Kopfhörerausgänge hat und pro Ausgang festlegen kann, welche Eingangs-Signale dort überhaupt ankommen sollen - und in welcher Lautstärke.
Audio-Interface: Auch für Gamer interessant
Dies hört sich nun so an, als machten solche Audio-Interfaces für normale Gamer keinen Sinn. Doch es kann sich durchaus rentieren, ein solches Produkt zu kaufen und anstelle einer guten Soundkarte zu verwenden. Und zwar nicht nur für normale PC-Boxensets und Kopfhörer. In unseren vorigen Sound-Specials (wie letzten September in der Marktübersicht) hatten wir nämlich Lautsprecher als Alternativen genannt, die ebenfalls aus dem Musik-Bereich stammen: Nahfeld-Monitore.
Quelle: Scalett
Ein typisches Audio-Interface für USB: Scarlett Solo 3rd Gen
Diese Lautsprecher sind für Studios und Hobbymusiker gedacht, da sie einen für ihre jeweilige Preisklasse präzisen und neutralen Sound bieten. Sie sind ideal, um Ton auf (im Vergleich zu Discos oder Bühnen) kürzere Distanzen zu analysieren, also auf Englisch "monitoring" zu betreiben.
Daher der Name Nahfeld-Monitore. Diese Art von Boxen bringt den Sound sehr natürlich rüber und klingt nicht so wie viele Multimediaboxen, die den Sound oft künstlich etwas brachialer oder massentauglicher machen. Allerdings gibt es viele solcher Nahfeld-Monitore nicht als Paar-Set, bei dem in einer der beiden Boxen ein Regler für die Lautstärke ist.
Vielmehr gibt es sie oft als Einzel-Lautsprecher mit eigenem Verstärker und Stromanschluss sowie einem kleinen Regler für die Grundlautstärke auf der Rückseite.
Kauft man sich zwei solcher Lautsprecher, braucht man sinnvollerweise einen separaten Regler, um die Lautstärke gemeinsam zu verstellen. Oder aber man kauft sich ein externes USB-Audio-Interface - denn diese haben meistens an der Front einen großen Regler für die Gesamtlautstärke der Boxen. Quasi nebenbei bieten sie auch noch eine gute Soundqualität.
Wenn ihr dabei bewusst auf spezielle Musiker- oder Tonstudio-Features verzichtet und nicht gerade das Modell mit 6 Ein- und 4-Ausgängen plus 4 Mikrofon-Eingängen kauft, geht es schon ab etwa 40 Euro los.
Drei kleine Nachteile gibt es aber: Für das Mikrofon eines normalen PC-Headsets gibt es keine Anschlussmöglichkeit. Eventuell braucht ihr also ein Mikrofon, das zu dem Interface kompatibel ist, oder ihr verwendet ein USB-Mikrofon.
Der zweite Nachteil ist, dass ihr ein wenig mehr planen müsst. 3,5mm-Stecker sind bei Audio-Interfaces nicht üblich - man arbeitet mit 6,35mm- oder Cinch-Steckern, auch XLR-Stecker sind optional möglich, aber nicht erforderlich.
Vor dem Kauf ist also ein wenig Planung bei den nötigen Kabeln nötig. Punkt Nummer 3: In der Regel gibt es keine Surroundsound-Simulation für Kopfhörer durch die Treibersoftware. Allerdings ist dies kein Beinbruch, da mittlerweile im Grunde alle Games, bei denen eine Surroundsound wichtig ist, eine solche Simulation intergriert haben.
