Soundkarten: Intern oder extern? Audio-Interfaces und Treibersoftware
Special
In unserem Special erklären wir euch alles Wichtige rund um das Thema Soundkarten. Auch Begriffe wie Surroundsound, analog und digital oder Audio-Interface werden von uns genau beschrieben. Die Wissens- und Praxistipps sollen Euch beim möglichen Kauf einer Soundkarte unterstützen - eine Marktübersicht mit 40 internen und externen Soundkarten rundet unser Special ab.
Intern oder extern?
Eine interne Soundkarte nimmt außerhalb des PCs keinen Platz weg und bietet oft eine gute Qualität, auch die Treiber sind meist mit umfangreichen Optionen versehen. In manchen Fällen kann es aber zu Konflikten kommen, da sich die Soundkarte PCI- oder PCIe-Ressourcen mit anderen Komponenten teilt.
In diesem Artikel
Eine externe Soundkarte (die man Soundkarte so nennt, obwohl sie natürlich keine Karte ist) für USB wiederum hat den Vorteil, dass ihr sie auch für andere PCs oder einen Laptop nutzen könnt.
Der Nachteil ist, dass sie Platz wegnimmt - sowohl was einen Standort angeht als auch was die Anschlüsse des PCs betrifft, denn sie muss ja an einem USB-Port angeschlossen werden. Kleine USB-Stick-artige Soundadapter sind dabei noch die platzsparendste Variante. Manche externen Soundkarten haben einen Lautstärkeregler, was vor allem bei der Nutzung eines Kopfhörers durchaus bequem sein kann. Wofür Ihr euch am Ende aber entscheidet, hängt von euren Wünschen ab - einen klaren Tipp für eine der beiden Varianten gibt es nicht.
Kopfhörerverstärker
Wer häufig einen Kopfhörer nutzt und dabei ein eher hochwertiges Modell besitzt, der kann sich einen Kopfhörerverstärker anschaffen. Die Verianten mit USB sind technisch gesehen eine externe Soundkarte, allerdings mit einem Schwerpunkt auf einem klaren Klang für Kopfhörer.
Quelle: Fiio
Fiio E10K Kopfhörerverstärker
Einige Kopfhörerverstärker werden analog mit dem Ausgabegerät verbunden, egal ob es ein PC, Smartphone oder ein anderes Gerrät mit analoger Soundbuchse ist. Rein technisch könntet Ihr an einen Kopfhörerverstärker auch ein analoges Boxenset anschließen, manche Modelle wie der beliebte FiiO E10K Olympus haben auch ohnehin einen zusätzlichen Line-Out, also einen analogen Ausgang. Einige Kopfhörerverstärker bieten auch einen digitalen Eingang. Modelle ohne USB verlangen ein eigenes Netzteil oder Batterien.
Audio-Interface
Im Bereich der Musikproduktion oder Tontechnik verwendet man den Begriff Audio-Interface, der eigentlich nichts anderes meint als Soundkarte. Man will aber die entsprechenden Produkte von Consumer- und Multimedia-Soundkarten abgrenzen. Denn bei einem Audiointerface steht neben der Klangqualität die Latenz im Vordergrund, die beim Aufnehmen entsteht. Bei einer Musikproduktion wäre es nicht hinnehmbar, wenn durch eine kleine Verzögerung das Timing zwischen vom PC abgespieltem Sound und über den Eingang der Soundkarte aufgenommenem Gesang oder Instrumentenklag nicht stimmen würde. Hinzu kommt, dass Audiointerfaces oft mehr oder auch andere Anschlüsse bieten, die ein normaler Nutzer nicht braucht. Zum Beispiel einen MIDI-Ausgang und XLR-Eingang für Mikrofone. Nur wenige der als Audio-Interfaces angebotenen Produkte sind auch für einen Gamer-PC eine Option. Ohnehin lohnt sich die Anschaffung nur dann, wenn man halbwegs dafür geeignete, hochwertigere Lautsprecher oder Kopfhörer besitzt.
Treibersoftware
Soundkarten benötigen Treiber, um korrekt zu funktionieren. Einige Modelle kommen mit den Standardtreibern, die Windows bietet, aus. Im Zweifel solltet ihr aber immer beim Hersteller nachsehen, ob es für Eure Soundkarte aktuelle Treiber gibt, die häufig auch eine Software beinhalten, mit der ihr einige Einstelloptionen nutzen könnt. Zum Beispiel konfiguriert ihr dort die Soundkarte bezüglich der Frage, ob ihr Stereo- oder Surroundsound nutzt und könnt eine Surroundsoundsimulation für Kopfhörer aktivieren.
Quelle: Razer
Surroundoptionen für Kopfhörer bei der Razer-Software
Oft gibt es in der Software auch bestimmte Optionen oder Effekte, die den Sound verbessern sollen - und dabei dem ersten Anschein nach auch meist gut klingen. Was dabei aber passieren kann ist, dass ihr beim Klang in die Irre geführt werdet: Musik erscheint besser als sie es ist, da Bestandteile, die den Massengeschmack treffen, hervorgehoben werden. Klangdetails in Games gehen möglicherweise verloren, nur damit der Sound bombastischer erscheint. Es gibt aber auch sinnvolle Features in der Treibersoftware, zum Beispiel können bestimmte Frequenzen angehoben werden, um Sprache verständlicher zu machen, die eventuell in anderen Soundeffekten und Musik ansonsten untergeht. Oder falls ihr einen eher dumpf klingen Kopfhörer nutzt, könnt ihr per Equalizer versuchen, das Beste aus ihm herauszuholen. Wichtig ist, dass Ihr euch die Optionen genau anschaut und überlegt, ob ihr etwas verändern wollt oder zumindest vorerst den sozusagen natürlichen Sound der Soundkarte nutzen möchtet.
