Soundkarten: Sound per USB, Stereo- und Surroundsound
Special
In unserem Special erklären wir euch alles Wichtige rund um das Thema Soundkarten. Auch Begriffe wie Surroundsound, analog und digital oder Audio-Interface werden von uns genau beschrieben. Die Wissens- und Praxistipps sollen Euch beim möglichen Kauf einer Soundkarte unterstützen - eine Marktübersicht mit 40 internen und externen Soundkarten rundet unser Special ab.
Spezialfall: Kopfhörer/Boxen mit USB
Ein Sonderfall ist USB: Viele Kopfhörer (darunter fallen auch Headsets) werden per USB mit dem PC verbunden, manche Boxensets ebenfalls. Zudem gibt es auch externe Soundkarten für USB, zu denen wir später noch kommen.
In diesem Artikel
Bei einem Kopfhörer oder Boxenset mit USB ist eine kleine Soundkarte eingebaut. Beim Anschluss per USB wäre eine weitere Soundkarte völlig nutzlos, da sie überhaupt nicht eingreift - der PC nutzt den Soundchip des USB-Kopfhörers oder -Boxensets als Soundkarte.
Quelle: Logitech
Logitech G35 mit USB-Anschluss
Wer also für Boxen oder Kopfhörer USB nutzt, sollte auf keinen Fall eine separate Soundkarte kaufen. Anders sieht es natürlich aus, wenn die Lautsprecher oder die Kopfhörer zwar USB bieten, ihr sie aber auch ohne USB mit einem normalen analogen Stecker nutzen könnt. Für letzteren Fall ist eine Soundkarte freilich dann doch gut geeignet, sofern der Onbaordsound oder der USB-Soundchip Euch nicht ausreicht.
Surroundsound
Beim Surroundsound könnt ihr nicht nur wahrnehmen, ob ein Geräusch in einer Szene - sei es in einem Film oder in einem Spiel - aus Sicht der aktuellen Kameraposition von links oder rechts kommt, sondern auch, ob es von vorne, hinten oder seitlich ertönt. Mit Lautsprechern wird dies dadurch verwirklicht, dass in jeder Ecke des Zimmers ein Lautsprecher steht (4.0-Sound). Noch besser wird das Erlebnis mit einem vorne mittig platzierten Lautsprecher, was man als 5.0 bezeichnet. Kommt ein Subwoofer dazu, der für die besonders tiefen Töne zuständig ist oder die Boxen unterstützt, falls diese keinen guten Bass darstellen können, spricht man von 5.1-Sound, was auch der aktuelle Standard ist. Nach oben sind theoretisch kaum Grenzen gesetzt, wobei im normalen Heimbereich bei 7.x oder 9.x das Ende der Fahnenstange erreicht ist - das x bezeichnet die Anzahl an Subwoofern, denn moderne AV-Receiver, die für ein Surroundsetting geeignet sind, unterstützen meist bis zu zwei Subwoofer.
Quelle: Yamaha
Rückseitige Anschlüsse eines Yamaha RX-V573 AV-Receivers
Im heimischen Wohnzimmer ist ein AV-Receiver mit passiven Lautsprechern zu empfehlen. Den PC verbindet ihr dann per HDMI mit dem AV-Receiver, so dass die Soundkarte keine Rolle spielt, da die Grafikkarte die Audiosignale überträgt. Wer will, der kann aber auch ein aktives Boxenset nehmen. Aktiv bedeutet, dass die Boxen eine eigene Stromversorgung und einen eingebauten Verstärker haben. Bei einem anlogen aktiven Surround-Boxenset sind wie schon zuvor beschrieben drei Stecker nötig. Bei einem digitalen Surroundboxenset ist ein kleiner Receiver integriert, die Verbindung kann je nach dem, was das Produkt bietet, per optischem Kabel oder HDMI erfolgen. Generell muss man aber genau überlegen, ob man lieber einen sehr guten Stereosound genießen will oder ob man sich vom gleichen Geld ein Surroundboxenset kauft und zwar Surroundsound hat, der aber vielleicht eher mäßig klingt und zudem noch Platz wegnimmt - zumal es vor allem für Games eine gute Alternative gibt, zu der wir als nächstes kommen.
Surroundsound per Kopfhörer
Echte Surroundkopfhörer sind quasi ausgestorben. Zum einen boten derartige Kopfhörer ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis, da ja quasi ein kleines Surroundboxenset integriert werden musste.
Zum anderen sind Softwaretechniken immer besser geworden, die den Sound so verändern, dass es sich auf Stereokopfhörern anhört wie Surroundsound. Gegner scheinen also wirklich beispielsweise von hinten rechts zu kommen, während vorne links ein Fahrzeug zu hören ist. "Echte" Surroundkopfhörer verloren also ihre Daseinsberechtigung. Diese Softwaresimulation sorgt durch minimale Änderungen beim Timing und bei den Frequenzen des Sounds für ein Surroundfeeling - dies funktioniert deswegen sehr gut, da die Distanz zwischen Kopfhörermuschel und Nutzerohr sehr kurz ist - die Wege sind also gut berechenbar. Bei einem Stereo-Boxenset sieht dies ganz anders aus, da die Schallwellen in jedem Zimmer ganz andere Wege beschreiten können. Wenn man Glück hat, funktioniert eine Surroundsoundsimulation auch mit Lautsprechern, aber durch die etlichen möglichen Abstände der Boxen zum Nutzer, zu Wänden, zu Möbeln und so weiter gestaltet sich dies extrem schwer.
Quelle: Terratec
Für ein analoges Surroundboxen-Set sind drei Buchsen nötig. Kompatible Soundkarten bieten mindestens vier Buchsen, damit man auch noch ein Mikrofon anschließen kann. Die TerraTec Aureon 7.1 hat fünf Buchsen.
Eine Surroundsoundsimulation für Stereokopfhörer bieten viele moderne Spiele über ihre Audiooptionen, sie ist auch in der Software vieler USB-Headsets integriert, die dann auch als Surroundheadset beworben werden.
Stereo oder Surround?
Immer weniger Nutzer benötigen eine Soundkarte, die analogen Surroundsound bietet. Denn Boxensets, die man über drei Stecker anschließen muss, gibt es nur noch sehr wenige auf dem Markt. Daher kommt es bei Onboardsound immer häufiger vor, dass lediglich Stereosound geboten wird. Softwareseitig gibt es ja schließlich die zuvor schon beschriebene Surroundsound-Simulation für Kopfhörer. Bei Soundkarten gab es schon vor vielen Jahren, als es noch eine größere Auswahl an Surround-Boxensets gab, Produkte, die nur Stereo bieten. Zum einen besonders günstige Modelle, die aus Kostengründen nur Stereo bieten, zum anderen aber auch Edel-Soundkarten, die einen besonders guten Klang versprechen, damit man die Karte vor allem für Musik mit hochwertigen Kopfhörern oder Lautsprechen besonders brillant genießen kann. Kurz gesagt: Eure neue Soundkarte muss nur dann analogen Surroundsound bieten, falls ihr sicher seid, ein entsprechendes Boxenset zu nutzen oder falls ihr möglicherweise einen Kopfhörer besitzt, der ein echtes Surroundsetting besitzt und daher drei (bei einem Headset sogar vier) Steckeranschlüsse benötigt.
