Lautsprecher und Kopfhörer: Soundkarte, Stereo, Surround
Special
Unser neues Sound-Special dreht sich um Lautsprecher und Headsets. Der Schwerpunkt liegt auf Boxensets für den PC. Wir bieten Euch rund um die Thematik Wissens- und Kauftipps, damit ihr eine gute Wahl für Eure Klangerzeuger treffen könnt. Auch eine Marktübersicht mit knapp 70 Lautsprechersets haben wir vorbereitet.
Soundkarte nötig?
Wenn ihr den Sound analog nutzt, dann kann eine gute Soundkarte immer ein Vorteil sein. Wenn ihr aber als Verbindung zwischen dem PC und einem Boxenset oder Kopfhörer beziehungsweise einem Gerät, an dem Boxen oder Kopfhörer angeschlossen werden, USB oder HDMI verwendet, spielt die Soundkarte keine Rolle.
In diesem Artikel
Bei USB hat das per USB angeschlossene Gerät selbst einen Soundchip eingebaut, bei HDMI übernimmt die Grafikkarte den Sound, da sie ebenfalls einen eigenen Soundchip hat.
Verwendet ihr ein Digitalkabel, optisch oder koaxial, spielt die Soundkarte nur eine kleine Rolle. Sie sorgt gegebenenfalls für bestimmte Effekte oder Equalizerabstimmungen und verpackt den Surroundsound eines Spiels in ein passendes Signal - der wichtige A/D-Wandler kommt aber nicht zum Einsatz, so dass sich eine teure Soundkarte rein qualitativ nicht auszahlt.
Stereo-Lautsprecher: 2.1 oder 2.0 ?
Bei einem Stereo-Boxenset gibt es zwei Optionen: mit oder ohne Subwoofer. Die Varianten mit Subwoofer bieten meist einen satteren und tieferen Bass, die ohne Subwoofer punkten dafür mit einem klareren und detaillierteren Klang.
Quelle: Logitech
Beliebtes 2.1-Set für unter 100 Euro: Logitech Z623
Hier zählt also der Geschmack oder auch die Frage, ob man genug Platz auf dem Schreibtisch hat. Denn um ohne Subwoofer auf relativ günstige Art viel Bass zu erzeugen, ist es leichter, wenn der Lautsprecher viel Volumen hat, also groß ist. Genau aus diesem Grunde kamen überhaupt die ersten 2.1-Boxensets für PCs auf, denn in den Anfängen der Heim-PCs waren separate Lautsprecher noch unüblich und der PC-Tisch oft sehr klein, so dass man auf die Idee kam, den Bass einfach in eine eigene Box, den Subwoofer, auszulagern, die auch neben oder unter dem Tisch stehen kann. Für die höheren Töne sind dann die so genannten Satellitenboxen da. Wer aber genug Platz auf seinem Schreibtisch hat, sollte sich überlegen, ein 2.0-Set zu kaufen. Denn wenn dies nicht zu klein ist, dann kann es einen sehr ordentlichen und sauberen Bass bieten, was für viele in der Summe das bessere Klangerlebnis sein dürfte als ein gleichteures 2.1-Set mit eher wummerndem und unsauberem Sound. Für den PC ist es übrigens egal, ob man 2.0 oder 2.1 nutzt, denn beides schließt man mit einem Stereokabel an, das Ausgangssignal ist also 2.0 - die Trennung in 2.1 erfolgt erst im Subwoofer, der die tiefen Töne aus dem Soundsignal filtert und wiedergibt sowie die höheren Töne an die Satellitenboxen weitergibt.
Stereo oder Surround?
Bei Kopfhörern stellt sich die Frage eigentlich nicht, denn bis auf extrem wenige Modelle bieten alle rein technisch gesehen nur Stereosound. Sollte bei einem Kopfhörer (oder Headset) etwas von "Surround" stehen, dann handelt es sich fast immer um eine Softwarelösung, die sich anhört wie Surroundsound und auch beispielsweise die Ortung von Gegnern ermöglicht.
Quelle: Teufel
Das Teufel Concept CL 300 hat sechs Cinch-Eingänge ab Subwoofer für ein analoges 5.1-Signal.
Dies wird aber durch geschickte Echo-Effekte und Soundanpassungen erreicht und nicht dadurch, dass quasi in den Kopfhörermuscheln wirklich kleine Lautsprecher eher hinten und andere eher vorne sitzen. Bei Lautsprechern hingegen habt ihr eine größere Auswahl an Surround-Boxensets, vor allem wenn ihr bereit seid, einen AV-Receiver zu verwenden. Bei PC-5.1-Boxensets gilt es die Augen offen zu halten: Manche sind rein analog, sie werden mit drei Stereo- oder sechs Mono-Kabeln an die Soundkarte angeschlossen. Denn fünf Boxen plus ein Subwoofer benötigen logischerweise sechs Audio-Kanäle. Manche Boxensets haben einen eigenen kleinen Decoder, manchmal auch extern. Hier kann man meistens den optischen Digitalausgang der Soundkarte nutzen, im Falle eines AV-Receivers auch den HDMI-Anschluss der Grafikkarte. Bei Boxensets mit eingebautem Decoder oder einer kleinen Decoderbox im Lieferumfang handelt es sich dann um eine Art Miniaturausgabe eines AV-Receivers, wobei allerdings die Anschlussvielfalt eines echten AV-Receivers fehlt. Doch nun zur eigentlichen Frage: Stereo oder Surround? Was Preis-Leistung angeht ist Stereo bei Lautsprechern weit vorne. Dies ist auch klar, wenn man bedenkt, dass man für beispielweise 100 Euro bei einem Surroundboxenset Lautsprecher für im Schnitt weniger als 20 Euro bekommt, bei einem 2.1-Stereomodell aber rechnerisch etwa 35 Euro pro Box anfallen, bei einem 2.0-Set sogar 50 Euro pro Lautsprecher. Gerade wenn Ihr kein allzu hohes Budget habt, solltet Ihr also lieber zu einem Stereo-Setting greifen, denn die qualitativen Abstriche bei einem gleichteure 5.1-Set sind sehr hoch.
