Lautsprecher und Kopfhörer: aktiv und passiv sowie Anschlussarten

Special Antonio Funes
Lautsprecher und Kopfhörer: aktiv und passiv sowie Anschlussarten
Quelle: Edifier

Unser neues Sound-Special dreht sich um Lautsprecher und Headsets. Der Schwerpunkt liegt auf Boxensets für den PC. Wir bieten Euch rund um die Thematik Wissens- und Kauftipps, damit ihr eine gute Wahl für Eure Klangerzeuger treffen könnt. Auch eine Marktübersicht mit knapp 70 Lautsprechersets haben wir vorbereitet.

Lautsprecher: Aktiv oder passiv?

Ein PC-Boxenset mit eigenem Stromanschluss ist ein aktives Boxenset. Es verstärkt nämlich das ankommende Soundsignal selbst, also aktiv. Im Boxenset ist ein kleiner Verstärker eingebaut. Derartige Boxensets verbindet man direkt mit einem PC, auch ein Smartphone oder andere Geräte mit Kopfhöreranschluss lassen sich anschließen.

Viele PC-Boxensets haben dafür sogar einen separaten Eingang, damit man die Verbindung zum PC nicht trennen muss. Einige bieten auch Bluetooth, um Musik per Handy oder Tablet kabellos zu übertragen. Für kabellosen Musikgenuss gibt es auch Lautsprecher, die ausschließlich dafür konzipiert sind und dies per Bluetooth oder WLAN tun - um diese kümmern wir uns aber in unserem Special nicht.

Typische passive Regalbox zum Anschluss an einen Verstärker: Heco AURORA 300 Quelle: Heco Typische passive Regalbox zum Anschluss an einen Verstärker: Heco AURORA 300 Ebenso wenig sind passive Lautsprecher Teil unseres Specials - wir wollen hier nur kurz erklären, worum es dabei geht, damit ihr den Unterschied zu aktiven Lautsprechern versteht. Von passiven Lautsprechern spricht man, wenn diese keine eigene Stromversorgung und somit keinen eigenen Verstärker haben. Solche Boxen müssen mit einem separaten Verstärker verbunden, beispielsweise ein Stereo-Vollverstärker oder ein AV-Receiver. Den PC oder auch beispielsweise einen CD-Player oder eine Spielekonsole verbindet ihr dann mit dem Verstärker - passive Boxen könnt ihr nicht direkt an einen PC anschließen. Um ganz präzise zu sein: bei PC-Boxensets steckt der Verstärker meist in einer der Boxen, bei Sets mit Subwoofer sitzt er in eben diesem. Die anderen Boxen des Lautsprechersets sind strenggenommen wiederum auch passive Boxen - wir sprechen aber trotzdem in der Summe von einem aktiven Boxen- oder Lautsprecher-Set. Übrigens: Technisch gesehen sind Kopfhörer auch passiv, denn ihr braucht keinen Verstärker. Der Strom, der aus der Kopfhörerbuchse kommt, ist stark genug . Welchen Strom wir meinen, erfahrt ihr im nächsten Abschnitt.

Analog und digital

Bei der Methode, um den Sound von einem Gerät zu einem anderen zu befördern (zum Beispiel von einem PC zu einem Boxenset oder von einer Spielekonsole zu einem AV-Receiver) gibt es zwei grundsätzliche Methoden: analoge und digitale Soundübertragung. Analog bedeutet, dass am Ausgang des sendenden Gerätes, zum Beispiel den Buchsen der PC-Soundkarte, vereinfacht gesagt Stromschwankungen herauskommen. Diese fließen dann durch das angeschlossene Kabel zu einem Kopfhörer oder zu einem PC-Boxenset. Die Boxenmembranen am Ende der Kette schwingen dann - der Name ist Programm - analog zu den Stromschwankungen, so dass Schallwellen entstehen.

Der Nachteil: durch elektrische Felder ist es vor allem bei langen Kabelwegen möglich, dass ein Rauschen oder Störgeräusche aufgeschnappt werden. Beim digitalen Soundsignal kann dies nicht passieren. Der Sound wird in Form eines Datenstroms gesendet. Da aber die Boxenmembranen aber letzten Endes immer ein analoges Signal benötigen, muss der digitale Sound kurz vorher dann doch in analogen Sound umgewandelt werden, und zwar mit Hilfe eines Decoders, der den Datenstrom versteht, sowie einem D/A-Wandler. Manche Lautsprecher haben dies eingebaut, ansonsten benötigt man einen externen Decoder oder einen Verstärker mit einem Decoder, zum Bespiel einen AV-Receiver. Doch welche Stecker braucht man für die beiden Methoden?

Stecker und Kabel

Für die analoge Übertragung von Sound verwendet man an PC in aller Regel Stereokabel mit 3,5mm-Stecker, wie man sie auch von Kopfhörern kennt, die für die allermeisten Handys passen. Die Kabel haben in ihrem Inneren zwei getrennte Leitungen, die den Ton für die linke und rechte Box getrennt transportieren, bei einem 5.1-Set befördert eines der Stereokabel das Signal für den Center und den Subwoofer. Für die Verbindung eines CD-Players mit einem Verstärker oder AV-Receiver sind Cinch-Kabel üblich. Diese sind aber nur mono, so dass für ein Stereosignal ein Kabel mit je zwei solchen Steckern benötigt wird. Bei vielen PC-Boxensets hat das Verbindungskabel auf der einen Seite einem 3,5mm-Stecker und auf der anderen, die an das Boxenset angeschlossen wird, zwei Cinch-Stecker. Es gibt auch hochwertige Soundkarten, die Cinch-Ausgänge bieten, da dies für die Qualität ein Vorteil sein kann. Aber egal wie genau die Stecker aussehen: beim analogen Ton kann man stets auch mit günstigen Adaptern arbeiten.

HDMI - hier der zweite Anschluss links unten - überträgt den Ton digital, zum Beispiel zu einem AV-Receiver. Quelle: MSI HDMI - hier der zweite Anschluss links unten - überträgt den Ton digital, zum Beispiel zu einem AV-Receiver. Zur digitalen Soundübertragung gibt es drei wichtige Stecker: HDMI- sowie optische und koaxiale Digitalstecker. HDMI nutzt man beim PC vor allem dann, wenn man Bild und Ton zu einem Monitor, einem Fernseher oder einem AV-Receiver senden will. Letzterer ist problemlos in der Lage, Surroundsound zu bieten. Den Ton sendet dabei dann die Grafikkarte beziehungsweise bei einem PC ohne Grafikkarte der Onboardsoundchip über den HDMI-Ausgang des Mainboards. Bei einem optischen Kabel wird der Datenstrom in Form eines Lichtsignals übertragen - viele Soundkarten und auch die meisten Onboardsounds bieten dies, wobei nicht immer der typische Toslink-Eingang vorhanden ist: Einige 3,5mm-Buchsen haben nämlich die nötige Lichtquelle integriert, die man aber erst über die Software aktivieren muss. Beim koaxialen Digitalkabel kommt das Signal über ein Mono-Kabel, das rein technisch gesehen auch ein 3,5mm-Kabel oder Cinch-Kabel sein kann. In jedem Falle muss aber auch beim empfangenden Gerät die gleiche Art von Eingang sein wie beim sendenden Gerät, also HDMI, optisch oder koaxial.

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