Soulstice angespielt: Schlachtplatte á la Devil May Cry - Seite 2
Special
Übertrieben, durchgestylt, blutig: Mit Soulstice entsteht bei den italienischen Reply Game Studios ein Hack & Slay, wie es im Buche steht. Wir haben uns durch ein frühes Kapitel des Dark-Fantasy-Schnetzlers gekämpft und finden: Es wurde wirklich mal wieder Zeit für ein solches Spiel!
Aus Kristallen und überall verteilten Kisten erhalten wir zwei verschiedene Arten von Erfahrungspunkten, mit denen wir die Skills der beiden Schwestern erweitern. So schalten wir für Briar zusätzliche Combos frei, Lute kann dann etwa dickere Gegner parieren oder sie länger einfrieren. Hier gefällt das Spiel mit einem großzügigen Respec-Feature: Wir können die Skills jederzeit wieder umtauschen und haben dadurch in der Theorie viel Freiheit bei der Gestaltung unseres Builds. Wie viel das Fähigkeitensystem letztlich hergibt, wird sich aber erst im fertigen Spiel zeigen - in der Demo sind die meisten Skills noch ausgegraut, übermäßig viele davon scheint es außerdem nicht zu geben.
Sein Potenzial für gleichermaßen spaßige wie fordernde Kämpfe zeigt Soulstice schließlich beim Bossgegner des Kapitels, einem Dämon namens Arrowhead. Wir müssen mit Lute seine Schüsse parieren und dann die richtigen Kraftfelder erzeugen, um ihn und seine Minions verletzen zu können. Der Boss wechselt schnell von einer Phase in die nächste, wodurch sich der Kampf action- und abwechslungsreich gestaltet. In der Vollversion dürfen die Entwickler gerne noch mehr aus ihrer Kraftfeld-Mechanik herausholen und den Schwierigkeitsgrad etwas anziehen - spielerisch kommt Soulstice aber schon jetzt sehr intuitiv und poliert daher.
In diesem Artikel
Der Gang in den Fleischwolf
Quelle: Reply Game Studios / Modus Games
Secrets gab's in der Demo leider noch kaum zu finden. Wir hoffen außerdem auf etwas mehr Bewegungsfreiheit im späteren Spiel.
Zwischen den Kampfarenen folgen wir dem linearen Missionspfad, finden gelegentlich einen geheimen Kristall und verarbeiten jede Menge Levelinventar zu Kleinholz. Ihre geplanten Plattformer-Passagen wollen die Entwickler mit einer dynamischen Kamera Marke Nier Automata ausschmücken, zudem soll es kleinere Rätsel geben. Die kleinen Jump&Run-Einlagen in der Preview waren zwar noch kaum der Rede wert, gelegentlich hat uns aber das etwas steife Sprungverhalten unseres Charakters gestört - eine Eigenschaft, die Briar offenbar direkt von ihren Devil-May-Cry-Kollegen übernommen hat.
Auch ein anderes Problem des Spiels ist für Hack&Slay-Freunde ein alter Hut: Der Kamerawinkel lässt sich nur marginal beeinflussen und schafft es oft nicht, das Kampfgeschehen vollständig einzufangen, worunter gerne die Übersicht leidet. Trotz seiner schicken Animationen und Effekte wären wir dem Spiel also nicht böse, wenn es seine Kamera manchmal etwas weiter entfernt platzieren würde.
Quelle: Reply Game Studios / Modus Games
Der Bosskampf der Demo hat es uns mit seinem schnellen Pacing und seinen netten Mechaniken angetan - bitte mehr davon!
Eine Prise Claymore und ganz viel Berserk
Optisch reißt Soulstice für einen reinen Next-Gen-Titel sicherlich keine Bäume aus - die coolen Charakterdesigns, die düstere Spielwelt und ein Hauch von Cel-Shading bringen den Look eines spielbaren Dark-Fantasy-Animes trotzdem ansprechend rüber. Bei den hölzernen Gesichtsanimationen und dem Voice-Acting sind wir uns hingegen noch nicht ganz so sicher: Während Stefanie Joosten die zerbrechliche Lute angemessen rüberbringt, kaufen wir ihr die hitzköpfige Briar noch nicht wirklich ab. Dass uns hier trotzdem ein tolles Hack & Slay erwartet, glauben wir dem Spiel aber sofort - unser vorläufiges Fazit folgt nach dem Meinungskasten!
Meinung
Kleinere Schönheitsfehler hin oder her: Das, was in diesem Genre wirklich zählt, nämlich Gameplay, Kampfsystem und Style, haben die Entwickler souverän und hochwertig verwandelt. Schafft es Soulstice, seine Mechaniken im Verlauf der 20-stündigen Geschichte sinnvoll auszubauen und mit abwechslungsreichen, vielschichtigen Kämpfen zu überzeugen, dann können sich ausgehungerte Hack&Slay-Fans am 20. September endlich wieder in ein großes und mit 40 Euro fair bepreistes Spiel verbeißen.
