Spezialmissionen und die Ernüchterung am Ende
Test 8,70 €
Wir haben uns Sonic Origins angeschaut und stellen klar, warum die Nostalgie verlockend ist, ihr euch aber gut überlegen solltet, Sega dafür Geld zu geben.
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Die Hauptspiele, die in Sonic Origins enthalten sind, haben also leider in beiden verfügbaren Spielmodi ein paar seltsame Designentscheidungen, doch gibt es abseits des einfachen Durchzockens der Titel noch ein paar weitere Modi, die den Mehrwert der Sammlung erhöhen sollen.
Keinen Gedanken zu viel
Wer sich nur mit Dr. Robotnik messen will, kann das im Bossturm machen. Hier treten wir ausschließlich gegen die Levelbosse der einzelnen Spiele an und versuchen, sie so schnell wie möglich zu plätten. Fatalerweise steckt hier ein dicker Designfehler drin. Zwar hat man nur insgesamt drei Leben für alle Bosse, aber man bekommt bei manchen Endgegnern noch extra Ringe und bei manchen wieder nicht. Dadurch schwankt der Schwierigkeitsgrad extrem, denn mit Ringen hält man mindestens einen Treffer aus, wenn nicht sogar mehr. Wer geschickt ist, sammelt die Ringe dann nämlich einfach wieder ein.
Hier werden wir den Verdacht nicht los, dass es sich Sega für den Bossturm so einfach wie möglich gemacht und die Arenen nicht gesamtheitlich austariert hat. Man spawnt uns schlicht durch die jeweiligen Level, die mit einer Mauer abgegrenzt wurden und man hat sich keine Gedanken darüber gemacht, dass vor manchen Arenen im Spiel ja Ringe liegen und vor
Quelle: pcgames.de
Im Bossturm wurden die Endgegner-Arenen einfach nur abgetrennt. Dabei hat man sich keine Gedanken gemacht, ob eine Respawn-Laterne oder Ringe Sinn machen bzw. sich auf das Balancing auswirken.
manchen nicht.
Als letzter Spielmodus der normalen Spiele wartet der Spiegelmodus. Den schalten wir frei, wenn wir ein Spiel komplett durchgespielt haben. Darin zocken wir dann Spiele noch mal durch - nur eben spiegelverkehrt. Anstatt nach rechts, laufen wir also nach links, um zum Ziel zu kommen. Das ist zwar keine große Kunst der Spieleentwicklung, gibt dem ganzen aber zumindest noch etwas mehr Abwechslung, da man bekannte Levels auf neue Weise kennenlernt.
Den Sack zu machen dann noch die Spezialmissionen. In denen müssen wir bestimmte Aufgaben erfüllen, wie mit einem Ring durch den Level kommen oder so und so viele Gegner mit dem Spin Dash umnieten. Dafür wurden die Levels sogar teilweise umgebaut.
Die Aufgaben sind durchaus unterhaltsam und werden zum Ende hin auch knackig schwer, belohnen uns aber auch nur mit den Münzen, die wir wieder im Museum einlösen.
Quelle: pcgames.de
Die Spezialmissionen sind eine Reihe an Aufgaben, die Geschick erfordern. Unterhaltsam, aber kein Game Changer.
Dem Original nicht würdig
Das war es dann auch mit allen Inhalten. Mehr steckt in Sonic Origins nicht drin und das lässt uns sehr ernüchtert zurück. Zum 30-jährigen Jubiläum von Sonic, mit dem neu entfachten Hype durch die Filme und in so einer groß angekündigten Nostalgiebox, hätten wir uns definitiv mehr erhofft.
Das liegt aber nicht an den Spielen. Die 2D-Sonics sind nach wie vor ein spielerischer Genuss und ein schöner Trip in die 16-Bit-Ära des Sega Mega Drive. Es ist auch toll, die Spiele in einem Paket auf den neuen Konsolen zu sehen. So leben sie weiter und eröffnen sich für jüngere Spieler. Nur ist dieses geschnürte Paket den Klassikern nicht würdig.
Man wird man nie das Gefühl los, dass Sega nur mit minimalem Aufwand auf der Nostalgiewelle reiten will. Anstatt die Originale des Sega Mega Drive wenigstens optional spielbar zu machen, setzt man auf nachgebaute Versionen, die es obendrauf schon seit Jahren gibt und die nur neu aufgewärmt werden. Ja, Sonic 3 ist neu gebaut, aber selbst da muss man Abstriche machen, denn offenbar ist Sega nicht gewillt, die Musikrechte für ihr eigenes Spiel zu klären.
Auch für neuen Content hat es nicht gereicht, dabei wäre eine Art Extended Version durchaus drin gewesen. Sonic 2 ist berühmt-berüchtigt dafür, dass die Entwickler zwei Drittel an fast fertigem Content vor Release rausschneiden mussten. Am Ende bleibt also eine Sammlung mit einigen der ikonischsten 2D-Plattformern der 90er-Jahre, die mit seltsamen Designentscheidungen und für Fans ohne großen Mehrwert für 40 Euro auf den Markt geschmissen wird.
Meinung
Wer trotzdem mit Sonic Origins liebäugelt, allein schon, weil man die Spiele nun nicht mehr einzeln kaufen kann, sollte zumindest warten, bis der Preis gefallen ist. Denn für so einen dreisten Versuch, die Nostalgiekuh zu melken, sollte Sega nicht auch noch mit so einem recht hohen Preis belohnt werden.
