Nicht die Originalversionen
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Wir haben uns Sonic Origins angeschaut und stellen klar, warum die Nostalgie verlockend ist, ihr euch aber gut überlegen solltet, Sega dafür Geld zu geben.
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Mit Sonic Origins will Sega also das Spielgefühl von damals auf die Konsolen von heute bringen. Ein hehres Ziel, denn so können auch jüngere Generationen in den Genuss der Klassiker kommen. Das funktioniert mit der Sammlung auch tatsächlich, nur wer sich von Sonic Origins das absolut vollständige Spielgefühl von damals erhofft, der wird dann leider doch enttäuscht. Denn was Sega hier in die Sammlung steckt, sind nicht die Originalspiele des Mega Drive, nur für moderne Plattformen portiert, sondern Nachbauten bzw. Remaster.
Das remasterte Remake
Die stammen größtenteils von Christian Whitehead. Der hat 2011 mit seiner eigens entwickelten Retro Engine Sonic CD neu aufgelegt. Das hat Sega damals so beeindruckt, dass sie die Version kurzerhand neu veröffentlicht haben und Whitehead durfte auch noch Sonic 1 und 2 aufbereiten. Diese Versionen sind es, die Sega jetzt als Remaster in die Sammlung steckt.
Die liegen wirklich verblüffend nahe am Original, da kann man nicht meckern, doch hier und da gibt es eben auch Anpassungen. So beherrscht Sonic auch in Teil 1 seinen Spin Dash, man kann in allen Spielen mit Sonic, Tails oder
Quelle: pcgames.de
Die Spiele sind eigentlich nur Remaster der bereits bekannten Remakes der 2010er Jahre, die federführend von Christian Whitehead entwickelt wurden. Nur Sonic 3 & Knuckles wurde neu nachgebaut.
Knuckles an den Start gehen und einige Cheese-Taktiken in den Bosskämpfen wurden ausgehebelt. Außerdem steckt in Sonic 2 noch die geheime Hidden Palace Zone, die aus dem Originalspiel eigentlich herausgeschnitten wurde. Das ist wirklich cool, aber eben nicht original und neu ist hier obendrauf auch nichts.
Bei Sonic 3 & Knuckles wird es dann noch mal komplizierter. Das wurde im Zuge der Remakes der 2010er gar nicht berücksichtigt und erst jetzt für die Sammlung neu nachgebaut. Hier gibt es dann auch ein paar größere Änderungen, die den Soundtrack betreffen. Laut Sega mussten einige Tracks neu erstellt werden. Den genauen Grund dafür will man nicht verraten. Das offene Geheimnis ist aber, dass damals Michael Jackson himself am Soundtrack für Sonic 3 mitgearbeitet hat und man jetzt schlicht die Rechte an den Songs nicht mehr hat.
Das Resultat ist, dass die Carnival-Night-, Ice-Cap- und die Launch-Base-Zone andere Soundtracks haben als im Original auf dem Mega Drive. Neuen Spielern wird das nicht auffallen, da die alternativen Songs auch relativ gut passen, aber Fans werden sich hier auf eine Enttäuschung gefasst machen müssen.
Warum diese Einschnitte?
Auch sonst fühlt sich Sonic Origins leider wenig liebevoll zusammengestöpselt an. Das fällt hauptsächlich in den Spielmodi auf. Zur Auswahl stehen der bereits angesprochene Storymodus, in dem wir alle Spiele der Reihe nach durchzocken. Der Jubiläumsmodus ist identisch, nur dass wir uns hier die einzelnen Spiele heraussuchen können. Diese Modi bilden das Herzstück von Sonic Origins.
Enttäuschenderweise geht hier aber ein Teil des Schwierigkeitsgrads und damit des Spielgefühls der Originale verloren, denn das Spiel verpasst einem kurzerhand unendlich Leben. Stattdessen bekommt man bei 100 gesammelten Ringen oder an den Standorten der Extraleben im Spiel nur noch Münzen. Die kann man dann im Museum einlösen für Konzeptzeichnungen, originale Handbücher, Soundtracks und anderen Krimskrams. Wer will, kann die Währung auch für Extraversuche in den Bonuslevels ausgeben. Das ist zwar alles nett, aber nicht mehr als ein Gimmick. Dafür, dass hier der Anspruch der Spiele mit begrenzter Lebensanzahl geopfert wird, ein unserer Meinung nach schlechter Tausch.
Quelle: pcgames.de
In Story- und Jubiläumsmodus gibt uns das Spiel unendlich Leben. Wir verdienen nur noch Münzen, die wir im Museum für Making-Of-Material ausgeben.
Vielversprechender klingt da der Klassik-Modus ... aber auch nur auf den ersten Blick. Zwar kommen hier die begrenzten Leben zurück, aber auch hier erwarten uns nicht die originalen Mega-Drive-Spiele. Stattdessen setzt uns Sega dieselben Remaster vor, nur schneidet man schlicht links und rechts den Widescreen ab, damit man einen 4:3 Bildausschnitt bekommt. Unter "klassisch" stellen wir uns dann doch mehr vor als ein Röhrenfernseher-Format.
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