Shin Megami Tensei 5 im Test: Hardcore-JRPG mit jeder Menge Style
Test
Shin Megami Tensei 5 macht grafisch einen riesigen Sprung im Vergleich zum Vorgänger. Überzeugt das Hardcore-JRPG auch weiterhin mit seinen Mechaniken, oder steht statt Gameplay nun die Optik im Mittelpunkt? Erfahrt es in unserem Test mit Video!
Wenige Monate nach dem durchwachsenen Remaster von Shin Megami Tensei 3 steht Shin Megami Tensei 5 in den Startlöchern. Mal wieder in Tokio, und mal wieder sind Stadt und Welt vom Untergang bedroht. Dieses Mal steckt jedoch keine Gruppierung oder ein böser Overlord hinter der Katastrophe.
Stattdessen ist ein Krieg zwischen Dämonen und Engeln der Grund, wieso die japanische Hauptstadt, in der wir uns wiederfinden, in Trümmern liegt. Doch nicht nur verrückte Geschichten machen das rundenbasierte Rollenspiel aus, auch taktische Kämpfe sind seit jeher ein Hauptbestandteil der Shin-Megami-Tensei-Reihe.
Ohne sorgfältige Vorbereitung sind wir verloren. Und jetzt klären wir, ob sich dieses etablierte Konzept, diesmal immerhin mit deutlich verbesserter Optik, weiterhin zu beweisen vermag und ob die Geschichte, vollgepackt mit christlicher Symbolik, überzeugt.
In diesem Artikel
Das kenn' ich doch!
Wie in allen Teilen der Serie beginnen wir das Abenteuer in der Rolle eines einfachen Schülers. Als wir einem Klassenkameraden folgen, der in seiner Freizeit Videos von mysteriösen Geschehnissen aufnimmt, werden wir ohnmächtig - zack, schon sind wir mittendrin. Soweit das Auge reicht: nur Sand. Wo vorher Häuser standen, sind jetzt nur Ruinen übrig und es wird klar: Das Tokio, wie wir es kennen, existiert nicht mehr.
Quelle: PC Games
Auch ein paar Nebenmissionen können wir in der Spielwelt entdecken, diese sind manchmal tatsächlich recht interessant!
Als Schüler sind wir natürlich nicht für den Kampf ausgebildet, das macht aber nichts, da sich uns kurz nach unserer Ankunft der Dämon Aogami anschließt. Wieso er uns aufgesucht hat, wer er ist und auch seine Beweggründe werden im späteren Spielverlauf erklärt. Was wir jedoch früh in Erfahrung bringen: Die Welt ging wegen einem Krieg zwischen Dämonen und Engeln zugrunde. Wer schon einmal von einem obskuren Buch namens Bibel gehört hat, dem kommen einige Informationen zur Backstory des Krieges sicherlich bekannt vor.
Der grundlegenden Geschichte des Spiels ist jedoch auch außerhalb dieses Aspekts ein biblisches Ausmaß zuzuschreiben, denn was sich innerhalb der Geschichte entwickelt, ist JRPG-typisch völlig übertrieben, jedoch passend zum dystopischen Grundton von Shin Megami Tensei 5 (jetzt kaufen 35,19 € ).
Trotz der epischen Geschichte wird nicht allzu viel Zeit verschwendet, diese zu erzählen. Anders als bei der Schwesterserie Persona hangeln wir uns von einem großen Moment zum nächsten. Das ist jedoch nicht schlimm, da der Fokus der Reihe auf den taktischen Kämpfen liegt. Außerdem fesselt uns die Story immer wieder durch die interessanten Begleiter, die sich rund um unseren Helden sammeln.
Quelle: PC Games
Beim Level-Aufstieg bekommen wir zufällige Werte zugeteilt, können aber auch einen Punkt selbst vergeben.
Sie alle haben eigene Motivationen und Geheimnisse, die sich im Verlauf des Spiels offenbaren, dazu werden wir auch Zeuge von der ein oder anderen Charakterentwicklung. Dies ist aber auch nötig, da unser Spielcharakter nichts von alldem aufweist.
Zwischen den Schlüsselmomenten wird nicht viel geredet. Ab und an spricht unser Fusionskumpel Aogami mit uns, hier und da treffen wir freundlich gesinnte Dämonen, aber an sich ist unser stummer Protagonist mit den ebenfalls stillen Dämonen unterwegs, die wir für unsere Seite gewinnen. Wenn der Hauptcharakter einmal den Mund öffnet, dann in Form von Antwortmöglichkeiten, die wir aussuchen.
Schade: Fast alle Antwort- und Aktionsoptionen, die sich uns in den Dialogen bieten, sind völlig irrelevant, da die folgenden Szenen sich in den meisten Fällen exakt gleich abspielen.
Schnapp' sie alle! Oder rede einfach mit ihnen.
Wie auch in den Vorgängern können wir, ausgenommen von Bossen, mit allen Gegnern reden und sie überzeugen, sich uns anzuschließen. Dazu müssen wir abschätzen, welche Antworten unser Gegenüber hören möchte. Hilfreich dabei ist schon ein Blick auf die Designs der Monster, süße Elfen wollen umschmeichelt werden, während muskelbepackte Grobiane die "Aufs Maul"-Variante bevorzugen.
Das Aussehen der meisten Dämonen wurde inspiriert von Religionen und Fabelwesen aus unterschiedlichen Kulturen; wer sich dafür interessiert, erfreut sich besonders an den ausgefallenen Interpretationen diverser Sagengestalten. Doch nicht nur äußerlich zeigen sich die Dämonen vielseitig, auch alle Werte, Fähigkeiten und Resistenzen sind einzigartig, wodurch wir ein individuelles Team zusammenstellen, um gegen alle Feinde gewappnet zu sein.
Weiter geht's auf Seite 2!
