Kolossi, Steuerung, Spielzeit, Technik, Fazit
Test
Shadow of the Colossus im Test: Eines der großartigsten PS2-Abenteuer kehrt schön wie nie auf der PS4 ein - Shadow of the Colossus setzte anno 2005 auf der PS2 neue Atmosphäre-Maßstäbe. Doch kann das Abenteuer abseits der opulenten Grafik auch im Remake überzeugen? Die Antwort auf diese Frage geben wir in unserem Review zum Spiel!
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David gegen Goliaths
Keiner der 16 Bosskämpfe gleicht dem anderen und außnahmslos alle sind sie nicht als wilde Metzeleien zu verstehen, sondern als mehrteilige Puzzles, die geknackt werden wollen. Das grundsätzliche Ziel ist dabei immer dasselbe: Das leuchtende Mal irgendwo auf dem Körper der jeweiligen Bestie finden, dorthin gelangen und es mit unserem Schwert so lange beackern, bis sein Träger tot zusammenbricht. Schon alleine wegen der unterschiedlichen Größen der Kolosse sind hier extrem unterschiedliche Herangehensweisen notwendig. Einer ist kaum größer als ein Bulle und es liegt an uns, herauszufinden, wie wir den schützenden Panzer auf seinem Rücken zerstören; einer ist mehrere hundert Meter hoch und trägt ein gewaltiges Schwert bei sich, dem wir ausweichen müssen; wieder einer verfolgt uns und wir müssen aus seinem Sichtfeld entkommen, um uns ihm anschließend heimlich nähern zu können. Hinzu kommen das Terrain und die verschiedenen Fähigkeiten der Gegner, die sich teilweise etwa im Sand vergraben, untertauchen oder gar in zig Metern Höhe durch die Lüfte segeln können.
Quelle: PC Games
Wird es vom Sonnenlicht beschienen, kann unser Schwert mittels eines blauen Strahles das Versteck unseres nächsten Opfers anzeigen.
Neben unserem Schwert verfügen wir nur über einen Bogen, der jedoch zu kaum mehr taugt, als die riesigen Gesellen zu kitzeln und abzulenken - viel wichtiger ist unser Klettertalent. Jedes Monster verfügt nämlich über zumindest partiellen Fellbewuchs, an dem wir uns festhalten können. Stets im Auge behalten müssen wir allerdings unsere Ausdaueranzeige, die sich beim Klettern rasant leert - eine gute Strategie auf unserem Weg zum leuchtenden Mal ist also vonnöten. Oh, und Frusttoleranz aufgrund der wie schon im Original sehr hakeligen Steuerung, sowohl zu Fuß als auch auf Agro. Hinzu kommt die umständliche Tastenbelegung, die zwar im Remake verändert werden kann, dadurch aber auch nicht präziser oder markant besser funktioniert. Besonders mies fällt aber die Kamera aus,die ständig herumspinnt und uns nur selten das zeigt, was wir sehen wollen - oft genug sind unbeabsichtigte Sprünge ins Nichts die Folge.
Quelle: PC Games
Die Herausforderung in den Kämpfen ist nur selten der direkte Kampf, sondern besteht darin, herauszufinden, wie wir zum wunden Punkt der Bestien gelangen.
So fantastisch die Auseinandersetzungen gestaltet sind, rauben diese Makel, die man hätte ausbessern können, ohne dem Originalspiel damit seine Qualität zu rauben, ihnen eine Spur des Spielspaßes. Hinzu kommen andere, kleine Unzulänglichkeiten. So ist das Abenteuer doch sehr kurz, wenn man es auf seine Essenz runterbricht. Wer in normalem Tempo spielt und das ein oder andere Collectible aufsammelt, ist etwa fünf bis sechs Stunden beschäftigt. Nach Abschluss der Haupthandlung erwarten uns zwar New Game+, freischaltbare Galerien sowie versteckte Items, welche in den erneuten Durchgängen das Gameplay teils drastisch beeinflussen (und die wir an dieser Stelle nicht spoilern wollen), nicht jeder wird darin, das Abenteuer wieder und wieder zu spielen, aber Spaß finden.
Quelle: PC Games
Die Schwachpunkte unserer kolossalen Widersacher werden stets durch leuchtende Male auf ihren Körpern markiert, die mit unserer Klinge durchstoßen werden müssen.
Wenig Neues in fremden Landen
Außerdem schade: Bis auf einige neue Galeriebilder gibt es für Kenner des Originals kaum etwas Neues zu entdecken, allen voran keine neuen Kolosse. Zwar haben es ein paar zusätzliche Easter Eggs und ein mysteriöser neuer Sammelgegenstand ins Spiel geschafft, aber nichts davon ist wirklich essenziell. Das ist zwar verständlich, weil es die Struktur des Titels drastisch verändert hätte
Die aus Konzeptzeichnungen bekannten, vor dem Release des Originalspiels gestrichenen zusätzlichen Monster hätten wir aber dennoch gerne in PS4-Grafik zum Leben erweckt gesehen. Apropos Grafik: Wir haben sie zwar schon erwähnt, wollen aber noch einmal hervorheben, wie absolut herausragend gut Shadow of the Colossus aussieht. Dank den blitzsauberen Texturen, der phänomenalen Weitsicht, den hervorragenden Animationen und anderen Feinheiten kommt man hier gar nicht mehr aus dem Staunen heraus.Dass das Spiel damals wie heute zu den künstlerisch beeindruckendsten der Playstation-Spielebibliothek gehört, stört da freilich auch nicht. Oh, und die Musik! Jeder Moment des Abenteuers wird perfekt unterstrichen und wenn es mal still ist, dann aus gutem Grund - super! Während man das Gameplay von Shadow of the Colossus also aus gutem Grund kritisieren kann - es hat nun einmal 13 Jahre auf dem Buckel - sollte man es sich aufgrund all dessen, was es sonst auszeichnet, nicht entgehen lassen; sei es, um es nach langer Zeit erneut oder das allererste Mal zu erleben und sich verzaubern zu lassen. Das PS4-Spielejahr 2018 fängt verdammt gut an. (Shadow of the Colossus in der Wikipedia.)
