Hellblade 2 könnte das schönste Spiel aller Zeiten werden - und es ist auch sonst eine Wucht!
Special
Mit Hellblade 2 steht die langerwartete Fortsetzung des gefeierten Wikingerabenteurs an. Kurz vor Release waren wir bei Ninja Theory zu Gast und haben uns angeschaut, wie der Nachfolger die hohe Messlatte überbieten will.
Das Erkunden der Spielwelt wird vor allem mit Audio-Logs belohnt, die uns Geschichten und Informationen über die Welt verraten. Mehr als Collectables sind die aber wohl nicht und auch das kennt man so bereits aus dem ersten Hellblade.
Die Schablonenrätsel waren, obwohl sie prinzipiell gut gestaltet sind, ein Kritikpunkt am ersten Teil, da ständig auf diese Puzzles zurückgegriffen wird. Auf Nachfrage versicherte man uns für dieses Mal abwechslungsreichere Rätsel. Gesehen haben wir von denen allerdings noch nichts.
Ein grafisches Schwergewicht
Eine Sache haben wir dafür schon sehr deutlich gesehen: Hellblade 2 ist bildhübsch! Während man selbst vier Jahre nach dem Start von Xbox Series und PS5 oftmals das Gefühl hat, dass die Grafikqualität bisher keinen besonders großen Schritt nach vorn gemacht hat, setzt Hellblade 2 diesem Stillstand ein Ende. Umgebungen, Charaktere, Lichtstimmung, Kleidung, Wettersystem und mehr haben uns mehr als beeindruckt.
Quelle: Microsoft
Dabei fällt vor allem die Detailverliebtheit der Entwickler auf. Wenn uns der Charakter-Designer ausladend davon erzählt, wie wichtig es ist, dass die verschiedenen Materialien einer Rüstung aus dem 9. Jahrhundert eine genau richtige Dicke haben müssen, damit sie sich auch realistisch bewegen, dann bekommt man großen Respekt vor seiner Arbeit.
Damit man dieses Gefühl auch absolut richtig hinbekommt, wurden die anschließend digitalisierten Rüstungen der Hauptcharaktere für Hellblade 2 deswegen auch aus authentischen Materialien wie Leder und Hanf gefertigt.
Für die Umgebungen machte man mehrere Ausflüge nach Island, um dort hochauflösende Fotos von Felsen und Landschaften zu schießen. Die wurden dann per Fotogrammetrie zu 3D-Objekten zusammengesetzt, dann in die Unreal Engine 5 und schlussendlich ins Spiel importiert.
Quelle: Microsoft
Allgemein scheint man mit der neuen Engine von Epic sehr zufrieden zu sein. Voller Stolz erklären uns die Entwickler etwa, wie angenehm es sei, Licht und Wetter live in der Engine verändern zu können, um verschiedene Stimmungen auszutesten. Und tatsächlich vermitteln vor allem die Lichtstimmungen ein sehr natürliches Bild.
Während Senuas Mimik schon im ersten Hellblade beeindruckte, legt man auch hier noch eine große Schippe drauf. In den Gesichtern der Figuren sieht man nun auch die kleinsten, sogenannten "Mikroexpressionen": kleine Regungen in der Mimik, die authentische Emotionen vermitteln. So sollen virtuelle Gesichter endgültig aus dem berühmten Uncanny Valley geholt werden.
Normalerweise sind wir sehr vorsichtig mit dem Begriff Fotorealismus. Doch bei Hellblade 2 waren wir in manchen Augenblicken nicht mehr so sicher, ob wir gerade ein Modell oder die echten Schauspieler sehen, so sehr stimmen hier Beleuchtung und Detailreichtum.
Ein neuer Level?
Die Grafikpracht hat natürlich ihren Preis. So peilen die Entwickler für Xbox Series X und S eine Framerate von 30 FPS an. Einen Performance-Modus haben wir in den Optionen nicht gefunden. Das ist dann wohl eventuell erst etwas für die kommende Generation der Xbox-Hardware. Außerdem setzt das Spiel auf ein 21:9-Breitbild-Format. Auf gängigen Fernseher hat man also oben und unten schwarze Balken. Das ist einerseits ein Stil-Mittel, weil es für den Film-Look sorgt, aber schwarze Flächen sparen natürlich auch Performance.
Quelle: Microsoft
Welche Hardware bei der PC-Version vorausgesetzt wird, konnten wir noch nicht einsehen, da unsere Demo auf der Xbox Series X lief. Framedrops oder Ähnliches konnten wir beim Spielen aber nicht feststellen. Die Balken sind uns beim Spielen nicht störend aufgefallen, da das Spiel von Haus aus recht dunkel war. Wir sind auch gespannt, wie und ob das Spiel zukünftig auch auf dem geplanten Xbox-Handheld laufen wird.
Hellblade 2 machte in der Demo allgemein einen sehr polierten Eindruck. Das sollte man einen Monat vor Release auch erwarten, aber schaut man sich so manchen Release aus der jüngeren Vergangenheit an, ist das leider nicht immer Standard. Und auch, wenn das Spiel allem Anschein nach spielerisch größtenteils mehr vom Gleichen sein wird, ist das keinesfalls als große Kritik gemeint.
Das audiovisuelle Erlebnis, das Ninja Theory hier köchelt, hatte es bereits in unserer kurzen Demo in sich. Durch das realistische Setting bekommen die Tragweite von Mord, Tod und Terror noch mal eine andere Tragweite. Auch die Vermittlung der Auswirkungen einer psychischen Krankheit für die Betroffenen hebt man auf einen neuen Level. Jetzt muss sich nur noch zeigen, ob die Kritikpunkte des Vorgängers wirklich ausreichend angegangen wurden. Dann könnte uns eine der intensivsten Spielerlebnisse des Jahres bevorstehen. Das ist auch schon sehr bald!
Senua's Saga: Hellblade 2 erscheint am 21. Mai 2024, und zwar neben dem PC konsolenexklusiv für Xbox Series X und S. Eine Version für Playstation 5 ist nicht geplant. Microsoft hat aber in den letzten Wochen seine Strategie etwas angepasst und ein paar andere ehemalige Exklusivtitel auf andere Plattformen portier t. Transparenzhinweis: Microsoft zahlte die Reisekosten zum Anspieltermin in Cambridge.
