Hellblade 2 könnte das schönste Spiel aller Zeiten werden - und es ist auch sonst eine Wucht!

Special Carlo Siebenhüner
Hellblade 2 könnte das schönste Spiel aller Zeiten werden - und es ist auch sonst eine Wucht!
Quelle: Microsoft

Mit Hellblade 2 steht die langerwartete Fortsetzung des gefeierten Wikingerabenteurs an. Kurz vor Release waren wir bei Ninja Theory zu Gast und haben uns angeschaut, wie der Nachfolger die hohe Messlatte überbieten will.

Ob bei den Fantasie-Gegnern wieder Senuas Psychose mitspielt, ist bislang nicht klar. Wie im ersten Gameplay-Trailer erkennbar, sehen die anderen Menschen die Fantasiewesen ebenfalls und ob wir es hier gleich mit dem Phänomen der Folie à deux, also einer Massenpsychose zu tun bekommen, wird sich zeigen. Fakt ist jedoch, dass zumindest Senua weiterhin psychotische Symptome hat. Das wird sofort klar, als wir die ersten Schritte in unserer Demo machen.

Ein traumhafter Albtraum

Dort begrüßen uns die altbekannten Stimmen in Senuas Kopf. Die sogenannten Furien kommentieren all unsere Aktionen, geben uns Befehle oder beleidigen uns auch einfach mal.

Hellblade 2 könnte das schönste Spiel aller Zeiten werden - und es ist auch sonst eine Wucht! Quelle: Microsoft Sie sind ruhiger, wenn Senua ruhig ist, und sie werden nervös und abgehackt, wenn Senua großem Stress ausgesetzt ist. Die Furien sind ein ständiger Begleiter und die vermutlich deutlichste Repräsentation der Psychose unserer Protagonistin.

Schon in Hellblade 1 griff man für die akkurate Darstellung dieser Stimmen auf ein binaurales System zurück, vereinfacht gesagt auf Raumklang. Das wird vor allem dann deutlich, wenn man mit Kopfhörern spielt, was auch dringend zu empfehlen ist.

Die Stimmen bewegen sich um einen herum, kommen mal näher, sind mal weiter weg. Zusätzlich nutzt man diese Surround-Technik dieses Mal auch für alle anderen Sounds im Spiel. So hört man auch in der Ferne Stimmen von anderen Menschen, auch Musik und Geräusche bewegen sich um einen herum.

Hände umschließen Senuas Gesicht Quelle: Microsoft Das erschafft eine noch einmal sehr viel dichtere Atmosphäre und in der Demo bekamen wir mehrmals Gänsehaut. Das Audio-Design dürfte auch in Hellblade 2 wieder zum Besten gehören, das die Spielewelt zu bieten hat.

Reingehauen!

Eher konservativ sieht es da beim Kampf aus. Der erinnert sehr ans erste Hellblade, jedoch mit ein paar Verbesserungen. Beispielsweise geht man weg vom Arena-Aufbau des Vorgängers. Dort ging es relativ vorhersehbar von abgetrennten Puzzle-Arenen zu Kampf-Arenen.

Die Entwickler wollen den Kampf nun stärker mit der Story verknüpfen und so natürlicher in die Welt einbetten. Das funktioniert soweit ganz gut. Kampf-Arenen gibt es zwar noch, aber sie wirken natürlicher in den Aufbau der Welt integriert.

Ansonsten nutzt Hellblade 2 dasselbe System wie sein Vorgänger. Leichter Angriff, schwerer Angriff, Block und Ausweichen - alles wie gehabt. Doch wirken die Kämpfe jetzt noch ein Stück wuchtiger und die Timings zum Blocken sind im Nachfolger knackiger gesetzt.

Senua ersticht einen Gegner Quelle: Microsoft Während Hellblade 1 beim Blocken sehr viel Spielraum erlaubt und verzeihend ist, auch auf Kosten natürlicher Animationen, geht man diesmal mehr in Richtung realistische Bewegungen.

Alle, denen es im ersten Teil im späteren Spielverlauf im Kampf gegen größere Gegnergruppen zu hektisch zugegangen ist, dürfen übrigens aufatmen. Ninja Theory setzt jetzt auf 1vs.1 - Kämpfe, es steht also immer nur ein Feind im Fokus. Haben wir den erledigt, wird eine kurze Sequenz eingespielt, mit der unser nächster Kontrahent eingeleitet wird. Das macht die Auseinandersetzungen intensiver.

Einprägsamer sind unsere Gegner dadurch aber nicht unbedingt, obwohl sich Ninja Theory Mühe gibt, die Gegner vielfältig zu gestalten. Wir bekommen es mit schnellen und schweren Gegnern zu tun, Axtwerfer und Schwertkämpfer sind mit dabei und auch ein Feuerspucker stellt sich uns in den Weg.

Obwohl die Droika in ihrer Aufmachung mit ihren Tierschädelmasken und animalischen Schreien fantastisch gestaltet sind, kamen sie doch etwas charakterlos rüber. Hier könnte ein Anführer als klarer Antagonist noch Abhilfe schaffen.

Ein Muster ist erkennbar

Senuas psychische Erkrankung spielt natürlich auch in den Kämpfen eine Rolle. In einer psychotischen Phase, die Senua während der Demo erlebt, kämpfen wir beispielsweise gegen sehr spannend designte Fraktalgegner. Ein alter Kritikpunkt des Vorgängers ist aber ebenfalls wieder da.

Abseits davon kehrt nämlich auch das Suchen und Erkennen von Mustern zurück, ebenfalls ein gängiges Symptom mancher psychischer Erkrankungen. Schon in Hellblade 1 wurde das in Form von Rätseln eingebettet. An manchen Stellen müssen wir etwa Runen finden, die in der Umgebung versteckt sind, damit wir weiterkommen. Es finden sich auch wieder Gesichter in der Landschaft, die dieses Mal aber auch neue Wege freigeben.

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