Scorn in der Vorschau: Ein Albtraum aus Fleisch und Fasern
Special 9,49 €
Vergesst Kaffee und Energydrinks! Wenn ihr nachts länger wach bleiben wollt, dann solltet ihr euch zum Release am 21. Oktober mal Scorn anschauen. Denn nach ein paar Minuten in dem First-Person-Horror-Abenteuer werdet ihr so schnell sicher keinen Schlaf mehr finden. Wir haben uns auf dem PC eine Demo des spielbaren Albtraums angeschaut und teilen in der Vorschau unsere verstörenden Erlebnisse.
Ein hautloses Etwas reißt sich eine Art Nabelschnur aus dem Bauch. Eine lebendige Waffe ballert auf seltsam entstellte Insektenviecher. Grausam verrenkte Kreaturen versuchen, aus ihren Knochengefängnissen zu entkommen - die Münder verzerrt, als wollten sie vor Schmerz laut aufschreien. Ihren Lippen entweicht aber kein einziger Laut.
Die bisherigen Szenen, die wir aus Scorn zu sehen bekommen haben, waren vor allem eines: eklig und verstörend. Worum es in dem Horror-Adventure geht, hat sich uns aber auch nach etlichen Trailern noch nicht so wirklich erschlossen. Umso glücklicher waren wir, das Ding im Rahmen der Gamescom endlich mal selbst anspielen zu können und uns ein Bild davon zu machen, was uns zum Release am 21. Oktober erwartet. Ein gutes Stück schlauer sind wir durch unsere knapp 45-minütige Hands-on-Session zwar nicht geworden. Wir können aber zumindest schon einmal mit Sicherheit sagen: Scorn (jetzt kaufen / 9,49 € ) wird eines der Horror-Highlights des Halloween-Monats, für das ihr starke Nerven und einen starken Magen mitbringen solltet. Denn die Entwickler von Ebb Software servieren euch definitiv keine leichte Kost.
In diesem Artikel
Ein gruseliger Walking Simulator?
Zu Beginn werden wir zunächst in den Prolog geschmissen, um uns so ein wenig mit dem Spiel vertraut zu machen. Das klappt aber eher mäßig. Scorn bleibt auch in den ersten Live-Minuten ziemlich kryptisch: Wir wachen mit unserer nackten Spielfigur irgendwo im Nirgendwo auf, reißen uns aus einer Art Wuchs los, krabbeln auf einen Turm zu und fallen dann einen bröckelnden Abhang hinunter. So richtig blicken wir da immer noch nicht durch.
Quelle: Kepler Interactive
Scorn angespielt: Das First-Person-Horror-Adventure in der Vorschau. (6)
Nach dem kurzen Intro dürfen wir aber wenigstens endlich selbst die Kontrolle übernehmen und uns der Frage widmen: Was genau ist Scorn denn jetzt eigentlich? Am ehesten könnte man den Titel wohl als Horror-Action-Adventure beschreiben, mit einem leichten Hang zum Walking Simulator.
Wir sind in unserer Demo nämlich ganz schön viel zu Fuß unterwegs, um erst einmal die Welt zu erkunden und herauszufinden, was man in der eigentlich so macht. Die Entwickler sind sehr sparsam, was grundlegende Informationen angeht.
Ihr bekommt weder Missionsmarker gesetzt, noch ein HUD am oberen Bildschirmrand angezeigt. Bei Interaktionen mit Umgebungsgegenständen kriegt ihr nicht einmal gesagt, welche Taste ihr dafür drücken müsst.
Wir wandern also recht ziellos durch die düsteren Gänge, bis wir uns an einem Automaten eine Art Schlüssel an den Arm operieren lassen können. Die Prozedur sieht zwar nicht unbedingt angenehm aus, hat aber angenehme spielerische Konsequenzen: Wir können jetzt endlich weitere Areale der Welt erkunden, zumindest bis wir irgendwann vor der nächsten verschlossenen Pforte zu stehen. Doof!
Die Kunst des Horrors
Es heißt also: Weiter durch die Gegend streifen und sich irgendwie in der verwinkelten Levelstruktur zurechtfinden. Gar nicht mal so einfach ohne eine Karte. Wir fühlten uns in Scorn gelegentlich verwirrt und verloren, was von den Entwicklern aber wohl beabsichtigt wurde.
Laut offizieller Beschreibung ist die Idee hinter dem Spiel, "in eine fremde Welt hineingeworfen zu werden". Das kann zwar teilweise schon ein wenig frustrierend werden, zwingt euch aber eben auch dazu, euch mehr mit eurer stimmungsvollen Umgebung zu beschäftigen.
Beim trostlosen Level-Design haben sich die Macher stark an H.R. Giger orientiert. Der Schweizer war unter anderem für den Look des Aliens aus Ridley Scotts gleichnamigem Horror-Filmklassiker verantwortlich und ist vor allem für seine "Biomechanoiden" bekannt, also morbide Verschmelzungen von organischen und technischen Elementen. Auch beim polnischen Künstler Zdzisław Beksiński hat man sich ein klein bisschen was abgeguckt. Der hat unter anderem solche aufmunternden Bilder gemalt.
