SSDs: SATA, M.2 und PCIe 4.0
Special
In unserem Special erklären wir die Unterschiede zwischen Festplatten, SATA-SSDs und M.2-SSDs, um euch die Wahl für eine passende SSD zu erleichtern. Neben einer Marktübersicht mit mehr als 50 Modellserien geht es zudem auch um SSDs für die Playstation 5, die man mit der neuesten Beta-Version des Betriebssystems mit einer M.2-SSD erweitern kann.
Festplatte, SATA-SSD und M.2-SSD mit PCIe 3.0 und 4.0
Für einen privaten Gaming-PC sind zwei Bau- und Schnittstellen-Arten relevant, was SSDs angeht: SATA und M.2. Es gibt noch weitere Sorten, zum Beispiel SSDs als PCIe-Steckkarten, die aber wegen ihrer Preise nur für Profianwender Sinn ergeben. SATA-SSDs haben wegen der SATA-Schnittstelle die Beschränkung, nicht mehr als 600 MB/s bieten zu können. Bei M.2 sind mehr drin, wobei man dabei natürlich aufpassen muss, dass man nicht ein M.2-Modell erwischt, das intern mit SATA angebunden ist - hier gilt dann ebenfalls die Grenze von 600 MB/s.
In diesem Artikel
Mit M.2-PCIe sind Datenraten von über 2000 MB/s kein Problem. Dabei gibt es M.2-SSD, die den 3.0-PCIe-Standard bieten und theoretisch bis zu 4000 MB/s schaffen, aber auch neuere Modelle mit PCIe 4.0, die rein von der Schnittstelle her doppelt so schnell sein können. In der Praxis hängt es vom Modell ab, wie viel MB/s die SSD wirklich schafft. Wichtig für das Nutzen einer M.2-SSD mit PCIe 4.0 ist, dass auch der M.2-Slot des Mainboards PCIe 4.0 bietet - ansonsten läuft die SSD nur im PCie3.0-Modus.
Quelle: Seagate
Die Seagate FireCuda 530 M.2-SSD gibt es mit und ohne Kühlkörper
Man sollte allerdings nicht erwarten, dass eine besonders schnelle SSD spürbare Vorteile bringt. Die hohen Datentransferraten nutzen nur dann etwas, wenn sehr große Datenmengen an einem Stück geladen oder gespeichert werden sollen. Bei alltäglichen Dingen, etwa dem Laden eines Ordners oder eines Videos und so weiter, sind aber nicht so viele Daten im Spiel, als dass man es merken würde, wenn man anstelle von 500 MB/s beispielsweise 3000 MB/s zur Verfügung hätte. Was man allerdings sehr wohl merkt, ist das Wegfallen der Such- und Zugriffszeiten, die beim Laden von einer Festplatte - wie zuvor schon ausführlich erklärt - auftreten. Dieser Effekt macht das weitaus meiste aus, was man an Zeitgewinn beim Laden eines Games bemerkt, wenn man es auf eine SSD anstatt auf eine Festplatte installiert.
Es gibt auch Tests hierzu wie den der Website PC Welt vom letzten Jahr. Dazu wurden die Ladezeiten von 10 Spielen getestet, und zwar mit einer Festplatte sowie drei SSDs: SATA, M.2 PCIe 3.0 und M2 PCIe 4.0. Im Durchschnitt betrugen die Ladezeiten per Festplatte 38 Sekunden und per SSD zwischen 14,6 und 16,4 Sekunden. Das bedeutet: Schon mit der SATA-SSD lag zumindest bei der Auswahl an Spielen die Ladezeit bei nur noch 43 Prozent im Vergleich zur Festplatte. Zwischen der SATA-SSD und der PCIe 3.0-Varianten gibt es aber dann nur noch ein weiteres Plus von 10 Prozent - zur Verdeutlichung: Eine M.2-PCIe-3.0-SSD hat eine etwa vier- bis sechsmal so hohe Datenrate wie das SATA-Modell, also ein Plus von 300 bis 500 Prozent, und trotzdem beträgt der Zusatznutzen nur 10 Prozent (unter zwei Sekunden). Zwischen der PCIe 3.0- und 4.0-Version gibt es wiederum nur einen weiteren Effekt von einem Prozent. Da der Test bereits über ein Jahr alt ist, kann es inzwischen freilich einen etwas größeren Effekt durch besonders schnelle SSDs geben - aber nur einen "etwas" größeren Effekt. Die Differenz zwischen einer SATA-SSD und M.2-Modellen bleibt auf absehbare Zeit sehr gering.
Die geringeren Unterschiede zwischen den SSD-Varianten mag manch einen erstaunen, der dachte, dass die Datenrate eine viel größere Rolle spielt. Man muss hier bedenken: Große Teile der Ladezeit bestehen nicht nur aus Datenscheffeln, sondern auch aus dem Initiieren der Grafikengine oder anderen Bestandteilen des Spiels und mehr. Wobei der PC immer wieder kleine Datenpakete nachladen muss, aber eben nicht zwingend direkt mehrere Gigabyte Daten am Stück. Natürlich kann der Anteil an Daten, die geladen werden müssen, je nach Spieltitel abweichen - aber in aller Regel lädt eine sehr schnelle M.2-SSD ein Spiel nur wenig schneller als eine SATA-SSD. Der Unterschied von SSDs ganz allgemein zu einer Festplatte ist aber meist sehr groß, wobei es auch hier passieren kann, dass einzelne Spiele kaum profitieren, andere aber eine enorme Verkürzung der Ladezeit aufweisen. So oder so ist der Griff zu einer M.2-SSD eher ein wenig Luxus, den man sich aber auch gerne leisten darf, da die Preise von M.2-SSDs nicht mehr so stark von SATA-Modellen abweichen wie noch vor zwei bis drei Jahren.
