HDDs und SSDs: Was nehmen - SATA- oder M.2-SSD?

Special Antonio Funes
HDDs und SSDs: Was nehmen - SATA- oder M.2-SSD?
Quelle:  PC Games Hardware

Eine neue Festplatte erweitert den Speicherplatz des PCs, und durch eine SSD kann auch einiges beschleunigt werden, insbesondere die Ladezeiten. Mit Preisen ab 80 Euro für 1000GB lohnen sich SSD auch als Zusatzlaufwerke für Spiele - wir klären Unterschiede zwischen Festplatten, SATA-SSDs und M.2-SSD und haben eine große Übersicht mit mehr als 50 Modellreihen.

SSDs: SATA oder M.2?

SSDs im M.2-Format mit PCIe-Anbindung versprechen sehr hohe Datenraten und noch größere Vorteile als eine SATA-SSD. Doch der Vorteil der hohen Datenrate ist vor allem bei Dingen wie den Spieleladezeiten in den meisten Fällen viel weniger wichtig, als die meisten Nutzer vermuten. Zur Ladezeit eines Games gehört nämlich nicht nur pures Datenscheffeln, sondern es werden auch Daten entpackt, eine Spiele-Engine initiiert und mehr.

Am Ende zeigt sich, dass der wirklich große Vorteil einer SSD im Vergleich zu einer Festplatte die Zugriffszeit ist und nicht unbedingt die Frage, ob es 500, 2500 oder 5000 MBps sind, die fließen können. Denn in Vergleichstests zeigt sich sehr oft, dass der Umstieg von einer Festplatte auf eine SSD für den Installationsort eines Spiels die Ladezeit zwar meistens mehr als halbiert. Der Unterschied zwischen einer SATA- und sehr schnellen M.2-SSD beträgt dann aber nur noch weitere wenige Sekunden zusätzliche Zeitersparnis, teilweise sind praktisch gar keine Unterschiede zu sehen.

SanDisk Plus SATA-SSD Quelle: SanDisk SanDisk Plus SATA-SSD Die Website PC-Welt testete beispielsweise 10 Spiele per HDD, SATA-SSD und M.2-SSD, letztere jeweils mit PCIe 3.0 und 4.0. Durch eine SATA-SSD betrug die Ladezeit bei den 10 Beispiel-Games im Schnitt weniger als die Hälfte im Vergleich zu einer HDD, nämlich gut 16 statt 38 Sekunden. Eine M.2-SSD mit PCIe 3.0 braucht aber, obwohl sie mindestens fünfmal mehr Megabyte pro Sekunde bewegen kann als eine SATA-SSD, immer noch knappe 15 Sekunden, ist also nur eine gute Sekunde schneller, was etwa 10 Prozent entspricht. Die PCIe 4.0-SSD ist weniger als zwei Sekunden schneller als die SATA-SSD - umgerechnet etwa 11 Prozent. Das heißt, dass es (im Durchschnitt und bezogen auf die Stichprobe) nur weitere 10 bis 11 Prozent Zeitgewinn sind, obwohl selbst die eher günstigeren M.2-PCIe-Varianten 400 Prozent mehr MBps bieten. Das Fazit lautet also, dass die SSD-Technik per Se den Vorteil zu einer Festplatte begründet, es aber wenig Zusatznutzen bringt, wenn man dazu auch noch sehr hohe Datenraten zur Verfügung hat. Wer zum Beispiel für Videobearbeitung enorm große Projektdateien laden muss, bei denen viele Gigabyte an Daten ins RAM geladen werden sollen, profitiert von einer schnellen M.2 möglicherweise - ansonsten aber macht sie rein für die Performance wenig Sinn.

Ob sich der Kauf einer M.2-SSD am Ende lohnt, hängt daher sehr vom Preis ab. Derzeit sind die wirklich sehr schnellen M.2-SSDs noch merkbar teurer als SATA-Modelle, aber selbst dann kann der kleine Vorteil natürlich trotzdem dem ein oder anderen Nutzer den Aufpreis wert sein. Einen leistungsunabhängigen Vorteil von M.2-SSDs wollen wir nämlich nicht unterschlagen: Da eine solche SSD direkt in einen Slot des Mainboards eingelegt und fixiert wird, nimmt sie effektiv keinen Platz weg, und man benötigt auch kein SATA- und Stromkabel im Gegensatz zu einer SATA-SSD. Im Einzelfall muss man sich aber informieren, vor allem wenn ein Mainboard mehrere M2-Slots bietet, ob das Nutzen eines Slots irgendein anderes Feature des Mainboards blockiert (zum Beispiel einen SATA-Port) oder einen benachbarten PCIe-Slot verlangsamt. Unproblematisch ist bei modernen Mainboards aber das Verwenden des ersten (von oben nach unten gesehen) vorhandenen M.2-Slots in Verbindung mit einer Grafikkarte.

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  2. Seite 2 HDDs und SSDs: Unterschiede, Ladezeiten und Performance
  3. Seite 3 HDDs und SSDs: Was nehmen - SATA- oder M.2-SSD?
  4. Seite 4 HDDs und SSDs: Laufwerk bei Windows einrichten und Übersicht Festplatten
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