Griechenland und Ägypten, Strategie und Action: In Rise & Fall treffen sich Welten. Trotz Entwickler-Wirrwarr und Verspätung funktioniert die gewagte Mixtur blendend.
Gut beraten
Den frisch gewonnenen Ruhm investieren wir alsbald in den Ausbau unseres Helden -- und in Berater. Das Beratersystem ist sehr komplex, da jede Zivilisation über ihren eigenen Mentorenpool verfügt. Jede gewonnene Heldenstufe schaltet neue Ratgeber frei. Während der Waffenschmied die Kampfkraft von unseren Speerwerfern um ein paar Prozentpunkte steigert, erhöht der Pirat die Geschwindigkeit unserer Marine. Der Chirurg wiederum lehrt unseren Soldaten die Selbstheilung. Da Berater einen ganzen Batzen an Ruhmpunkten kosten, überlegen wir genau, welche wir in Lohn und Brot stellen. Auf Karten ohne Wasser macht der Pirat soviel Sinn wie ein Ball mit Ecken.
Schwimmende Kasernen
Apropos Pirat: Die Seegefechte in Rise & Fall sind sehr spannend und zeichnen sich durch viele taktische Möglichkeiten aus. Galeeren sind gleichzeitig schwimmende Kasernen, auf der wir den Bau neuer Einheiten inAuftrag geben dürfen. Mithilfe einer Einheit namens Trommler können wir feindliche Galeeren im 90-Grad-Winkel rammen und so in zwei Stücke spalten. Die Soldaten gehen übrigens nicht einfach unter, sondern paddeln eine Zeitlang im Wasser. Wenn wir sie zur Küste beordern, können wir sie sogar retten.
Ebenfalls möglich: das Entern feindlicher Schiffe. Sofern ein Held an Bord weilt, ist das der optimale Zeitpunkt, um in den Action-Modus zu springen und Seesoldaten zu jagen. 30 Sekunden später gehört der Kahn uns, inklusive der zivilen Ruderer.
Was ist es denn nun?
Trotz des hohen Action-Anteils ist Rise & Fall ein klassisches und recht komplexes Echtzeit-Strategiespiel. Beispiel: Bogenschützen sind gut gegen Speerwerfer, werden aber von berittenen Einheiten in Nullkommanichts vernichtet. Das Beratersystem sowie Spezialwaffen wie die Archimedes-Klaue, die Belagerungswaffen und Schiffe im Handumdrehen zerstört, bieten auch alten Strategiehasen viel Spaß. Der Action-Modus eine Art Trumpfkarte, um den Ausgang der Schlacht noch herumzureißen. Nur die reinen Action-Missionen fallen gegenüber den strategischen deutlich ab: Die wenigen Kampfmöglichkeiten werden schnell langweilig.
Grundsätzlich kommen Einsteiger gut mit Rise & Fall zurecht: Der oft niedrige Schwierigkeitsgrad und die wenig raffiniert agierende Gegner-KI erlauben schon bald ruhmreiche Siege.
Simon Fistrich
