Resident Evil - Retro-Special Seite 2
Special
Vor knapp 22 Jahren lehrte Capcom uns mit Resident Evil erstmals das Fürchten. Wir haben uns für euch ins gruselige Herrenhaus des ersten Spiels begeben und erklären, warum Fans auch heute noch sehnsuchtsvoll auf das Original zurückblicken.
Quelle: PC Games
Sämtliche Zwischensequenzen des Spiels sind vollständig vertont worden – die Qualität der englischen Sprecher lässt aber teilweise sehr zu wünschen übrig.
Diese erweiterte Fassung des Originalspiels brachte nicht nur neue Gegner, Items und Outfits für die Charaktere mit, sondern auch einige veränderte Kamerawinkel und das mit Realschauspielern gedrehte Intro gab es erstmals in Farbe zu sehen. Mit Intro fällt an dieser Stelle ein gutes Stichwort. So ernst Resident Evil durch sein Szenario und seine explizite Gewaltdarstellung auch wirkte, so drittklassig-lächerlich waren das Schauspielvermögen und die Sprachausgabe - Letzteres zumindest für die englischen Muttersprachler.
Anhand der Satzformulierung und den vielen Wortwiederholungen konnte man schnell feststellen, dass die Dialoge des Spiels von Japanern geschrieben wurden, wodurch natürlich alles ziemlich wirr klang. Die legendär schlechte Vertonung brachte aber auch so manch Gutes mit sich, darunter zum Beispiel so kultverdächtige Begriffe wie "Jill Sandwich". Bereinigt wurde die Sprachausgabe des Originals allerdings nie. Erst beim Remake ließ Capcom in Sachen Vertonung die Professionalität walten, die dem Spiel auch gerecht wurde.
In diesem Artikel
Mobiles Grauen
Auch bei der Umsetzung von Resident Evil für den Nintendo DS, zeitlich abgestimmt auf das zehnjährige Jubiläum, beließen es die Entwickler bei der fast schon liebgewonnenen Originalvertonung. Dafür statteten sie das erstmals portable Horror-Adventure mit zahlreichen neuen Inhalten aus. Neben dem klassischen Modus implementierte Capcom auch einen Rebirth-Modus, welcher dem Touchscreen viel Aufmerksamkeit zukommen ließ. So musstet ihr den Stylus benutzen, um aus der Ego-Perspektive herannahende Gegner mit dem Kampfmesser abzuwehren. Auch diverse Puzzles des Originals wurden für die DS-Portierung, welche übrigens den passenden Untertitel Deadly Silence trug, teilweise komplett ersetzt. Für Nintendo-Fans war es zudem das erste Mal, dass sie mit dem Initialtitel der seitdem gefeierten Serie in Kontakt kamen.
Quelle: PC Games
Endlich entkommen: Abhängig von euren Entscheidungen gibt es im Spiel mehrere Abspänne. Es lohnt sich also, Resident Evil mehrfach durchzuspielen.
Wenn heute vom ersten Resident Evil gesprochen wird, ist in der Regel die Neuauflage gemeint - und das aus einem guten Grund. Der einst Gamecube-exklusive Titel verpasste dem Spiel nicht nur einen optischen Feinschliff erster Güte, der sich sogar Jahre später noch sehen lassen konnte, auch das Gameplay wurde umfassend verbessert und machte das antiquierte Original fast schon obsolet. In seiner Bedeutung hat das erste Resident Evil aber nichts von seinem Stellenwert verloren, hat es doch wesentlich zum Erfolg des Survival-Horrors beigetragen und Capcom aus den roten Zahlen geholt. Es muss also einen Grund haben, warum die Macher für das 2017 erschienene Resident Evil 7 den ersten Teil als Inspirationsquelle Nummer eins angegeben haben. Ganz gleich, ob man hier nun vom Original oder der Neuauflage spricht. Mit dem Remake von Resident Evil 2 wird demnächst die nächste Neuauflage eines Spiels aus der Frühzeit der Serie erscheinen. Man sieht: Trotz Untoter ist Resident Evil lebendig wie eh und je!
Extrakasten: Resident Evil - das Remake
Die Neuauflage von 2002 zeigte eindrucksvoll, dass ein Remake mehr sein kann als bloß ein halbgares, überteuertes Update.
Quelle: Capcom
Resident Evil: Retro-Special zum Horror-Klassiker
Mit Resident Evil hatte sich Capcom 1996 aus dem Nichts heraus ein neues Standbein geschaffen, das in den folgenden Jahren erfolgreich ausgebaut wurde und heute zu den wichtigsten Stützpfeilern des Unternehmens zählt. Wie sich bald herausstellen sollte, waren die Macher mit dem Original offenbar aber noch nicht völlig zufrieden. Im Vorfeld der Gamecube-Veröffentlichung ließ Capcom dann die Bombe platzen: Gleich mehrere Resident Evil-Teile sollten exklusiv für Nintendos neue Konsole auf den Markt kommen, darunter auch eine Neuauflage des sechs Jahre zuvor veröffentlichten Originals. Das Remake demonstrierte eindrucksvoll, was der neue Würfel grafisch auf dem Kasten hatte. Lange Zeit war sogar von Fotorealismus die Rede.
Capcom hatte aber weit mehr in Aussicht als nur eine optische Generalüberholung, denn das Herrenhaus wurde nicht nur um neue Areale erweitert, sondern auch mit frischen Gegnertypen und veränderten Rätselaufgaben. Sogar an der Hintergrundstory hat Capcom etwas verändert, damit sie mit den diversen Fortsetzungen inhaltlich einhergeht. Dabei spielte man gekonnt mit dem Wissen der Fans: Anstelle eines Zombiehundes, der krachend durchs Fenster sprang, knackst an derselben Stelle im Haus nur kurz der Rahmen. Lange Zeit war das Spiel exklusiv nur auf Nintendo-Konsolen spielbar, denn neben der Gamecube-Version setzte Capcom das Remake auch für die Wii um.Dort enttäuschte man die Fans aber mit einer halbgaren, aufgesetzt wirkenden Steuerung. Es sollte noch eine weitere Konsolengeneration ins Land gehen, ehe Capcom das Spiel auch auf einen HD-Standard hievte und den Titel in einer Remastered-Neuauflage für Playstation 4, Xbox One und den PC veröffentlichte. Diesmal sogar mit einer merklich verbesserten Steuerung, bei der ihr den Stick nur noch in die Richtung neigen müsst, in die ihr auch laufen wollt.
