Gruselige Aussichten
Special 17,99 €
Über 20 Jahre alt und so faulig wie eh und je: Die Survival-Horror-Reihehat sich in den vergangenen zwei Dekaden zu Capcoms wichtigster Serie gemausert. Ganz so rund wie erhofft lief es mit den letzten Teilen der Reihe aber nicht, weshalb sich die Macher für den radikalen Schritt der Neuerfindung entschieden haben. Ob dieser Plan aufgeht, lest ihr in unserer Vorschau.
Quelle: Capcom
Tolle Idee: Mit seltenen Psychostimulanzen könnt ihr kurzfristig den Aufenthaltsort diverser Gegenstände ausfindig machen. Sehr nützlich, wenn man mal nicht weiter weiß.
Die Angst ist wieder da
Lassen sich zu den diversen Vorgängern - egal ob zum Serienbeginn oder dem Third-Person-Einstand - also noch sehr leicht Parallelen ziehen, tappen wir auch nach rund fünf Stunden Spielzeit immer noch im Dunkeln, wo Resident Evil 7 in Sachen Story anknüpft. Anhand zahlreicher, überall im Spiel verteilter Zeitungsausschnitte kann aber schon mal festgemacht werden, dass die Geschichte zeitlich nach dem sechsten Teil angesiedelt ist. Direkte Bezüge darauf, dass Umbrella oder eine der zahlreichen berühmten Hauptfiguren der Horror-Saga im Spiel involviert ist, konnten wir allerdings noch keine entdecken. Die völlige Absenz von Leon oder Chris hat allerdings einen Grund, wie wir vor Ort vom Executive Producer Jun Takeuchi (Onimusha 3, Darkside Chronicles, Resident Evil 5) erfahren konnten. "Mit Resident Evil 7 wollen wir wieder das alte Gefühl der allgegenwärtigen Bedrohung aus den früheren Titeln ins Spiel packen. Dieser Ansatz funktioniert aber nicht, wenn wir einen der alten Charaktere als Protagonisten verwenden", so der gut gelaunte Japaner. "Eine Jill Valentine ist einfach schon viel zu kampferfahren, um in Situationen, wie sie in Resident Evil 7 vorkommen, in Panik zu geraten. Deshalb haben wir uns unter anderem für eine komplett neue Figur entschieden", fährt Takeuchi fort. Statements wie diese lassen vermuten, dass Resident Evil 7 sich auf lange Sicht wohl in den Kader einfügen, in jeder Hinsicht aber als Reboot funktionieren wird. Für den Fall, dass jetzt eure Neugier nach weiteren Infos geweckt ist, solltet ihr euch unser Interview anschauen, in dem auch weitere Entwickler zu Wort kommen.
In diesem Artikel
Versionsvergleich
Neben der uns zur Verfügung gestellten PS4-Version hatten wir außerdem noch die Gelegenheit, eine spielbare Fassung mit Playstation VR auszuprobieren. Bevor wir dasselbe Startareal wie im normalen Spiel erneut erkunden durften,
Quelle: PC Games
Immer noch eine ungeklärte Frage: Weshalb, Jack, Marguerite und Co. so verrückt spielen, ist und bleibt das große Mysterium des Spiels.
musste zunächst das Sichtfeld kalibriert werden. Umschauen erfolgt - wer hätte es gedacht - durch simples Neigen des Kopfes. Um sich umzudrehen, müsst ihr allerdings wie gewohnt den rechten Analogstick verwenden. Das kann entweder in einer flüssigen Bewegung oder in einzelnen Stufen vonstattengehen, je nachdem, wie euer Magen damit besser zurechtkommt. Da sich der Rest der Steuerung kaum von dem eigentlichen Spiel unterscheidet, gewöhnt man sich recht schnell an die VR-Fassung, die grafisch nur leichte Abstriche machen muss. Durch das Display der Brille weisen die Texturen einen leichten Grieselfaktor auf, doch fällt dieser durch das erweiterte Raumgefühl nicht weiter negativ auf. Richtig gut funktioniert dagegen das Zielen mit der Waffe, da ihr einfach nur den Kopf dorthin neigen müsst, wo ihr drauf schießen wollt. Von Beginn an warb Capcom damit, dass es sich bei der VR-Anbindung nicht um einen separaten Spielmodus handelt - ihr werdet tatsächlich das gesamte Spiel mit der neuen Hardware-Brille spielen können. Sofern euch eventuelle Kopfschmerzen nicht davon abhalten.
Weniger begeistert waren wir von der PS4-Pro-Version, die wir ebenfalls begutachten durften.Die Unterschiede hielten sich, abgesehen von ein paar besseren Texturen und Lichteffekten, nämlich in Grenzen. Einen optisch sehr guten Eindruck macht Resident Evil 7 aber so oder so, egal welche PS4-Fassung man zur Hand nimmt.
Quelle: Capcom
Vergleiche mit Konamis mittlerweile gecancelten P.T. sind unnötig: Resident Evil 7 steht ganz klar auf eigenen Beinen.
Einbrüche der Framerate oder andere technische Macken konnten wir auf unserer kleinen Horror-Tour bislang nicht ausmachen. Lediglich so manche Textur sah bei näherer Betrachtung ein wenig unscharf aus, aber dies war meist nur bei Türen oder Wänden der Fall. Wie es indessen mit der Xbox One- und PC-Fassung ausschaut, konnte vor Ort nicht in Erfahrung gebracht werden.
Kunstvoller Schocker
Einen richtig guten Job hat Capcom aber beim visuellen Design des Spiels gemacht. Auch wenn wir uns größtenteils nur in verschiedenen Landhäusern aufgehalten haben, wurde das Setting nie langweilig. Dies gilt ebenso für den kurzen Abstecher nach draußen, der darauf schließen lässt, dass sich Ethan in einem Sumpfgebiet aufhält. Da wir aber nur knapp ein Drittel des Spiels zu Gesicht bekommen haben, können wir nur vermuten, was für schaurige Orte Resident Evil 7 noch für uns bereithält. Die famos gestalteten Antagonisten des Spiels stehen ihrer Behausung währenddessen in nichts nach. Fast schon ist man geneigt, der vollkommen wahnsinnig gewordenen Familie Baker Sympathie entgegenzubringen - wenn da nur nicht ihre mörderischen Absichten wären. Sofern es Resident Evil 7 gelingt, dieses hohe Niveau von Artdesign und Spielfluss dauerhaft zu halten, steht uns im kommenden Januar ein echter Horror-Hit bevor.
Quelle: Capcom
Die Antagonisten, mit denen wir uns bis jetzt duellieren durften, haben uns überzeugt. Sowohl beim optischen als auch spielerischen Design.
