Resident Evil 3 im Test: Fazit und Wertung
Test 35,99 €
Am 3. April ist es bereits soweit: Raccoon City öffnet seine virtuellen Pforten und Capcom stellt euch nicht nur jede Menge Zombies entgegen, sondern hetzt auch noch die Bio-Waffe Nemesis auf euch. Wir haben das Remake von Resident Evil 3 sowie den ebenfalls entahltenen Multiplayer-Modus Resistance getestet und verraten euch, warum der Titel verdammt gut ist, aber nicht an Resi 2 herankommt.
Auf der Flucht
An der allgemeinen Präsentation des Survival-Horror-Remakes gibt es jedoch kaum etwas auszusetzen. Die Inszenierung von Resident Evil 3 ist einfach absolut herausragend. Zwischensequenzen sehen superschick aus und zeigen cool choreografierte Action-Szenen, die Jill sowohl als echtes Bad Ass darstellen, aber auch immer wieder ihre Verletzlichkeit und Verzweiflung zeigen. Story und Charakterzeichnung sind immer noch ein bisschen flach und trashig, aber viel besser erzählt als damals und bei Weitem nicht so peinlich-cheesy wie das in dieser Hinsicht schlecht gealterte Original.
In diesem Artikel
Lediglich die Sprachausgabe ist nicht immer überzeugend. Die meisten Charaktere sind gut getroffen, doch gerade bei der Protagonistin Jill passt die deutsche Stimme nicht so recht. Wer kann, nutzt lieber die englische Tonspur. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau, denn sämtliche Schauplätze werden toll in Szene gesetzt und wirken hinsichtlich des Gameplays enorm durchdacht.
Wenn es dann auch noch zu einer der Begegnungen mit Nemesis kommt, vergisst man ohnehin, dass man sich zuvor über eine unpassende Stimme oder ein fummelig zu bedienendes Ausweichmanöver geärgert hat. Die Aufeinandertreffen mit der wandelnden Biowaffe sind echte Highlights, die einen im Spiel in wohlige Panik versetzen und an die man sich wohl auch noch einige Zeit nach dem Beenden des Spiels erinnern wird.
Quelle: PC Games
Das ganze Spiel ist absolut hervorragend inszeniert, die Konfrontationen mit Nemesis sind jedoch klar die größten Highlights.
Nemesis sieht herrlich widerlich sowie gefährlich aus und wird als echte Tötungsmaschine dargestellt. Nemesis ist einem nicht immer auf den Fersen, sondern nur in bestimmten Abschnitten (man muss also nicht nur weglaufen). Aber wenn er erscheint, bringt das den Puls zum Rasen. Normale Waffen richten kaum etwas aus, sodass man ihn geschickt in Fallen locken muss, um ihn kurzzeitig zu betäuben, damit man etwas Abstand zu der Bestie gewinnen kann.
Mehrmals im Spiel kommt man aber nicht drumherum, sich dem Umbrella-Monstrum zum Kampf zu stellen. Auch hier muss man bestimmte Schwachstellen beharken oder die Umgebung nutzen, um dem hässlichen Verfolger Schaden zuzufügen. Das Biest hat jedoch selbst einige Überraschungen in petto und präsentiert sich durchaus "wandelbar". Während der Bosskämpfe steht man aufgrund der grandiosen Inszenierung ganz schön unter Strom, allerdings fragt man sich später, warum das der Fall war. Die Kämpfe gegen Nemesis sind nämlich eigentlich ziemlich leicht. Hat man die passende Strategie herausgefunden, kann man sie bis zum Ende des Bossfights durchziehen. Bei einer Bestie, die so gefährlich dargestellt wird wie Nemesis, wären durchaus verschiedene Kampfphasen angebracht gewesen.
Hier gilt das Gleiche wie für den Rest von Resident Evil 3: Der Titel macht verdammt viel richtig und zudem auch noch richtig Spaß, aber an allem hängt eben so ein lästiges Aber, an dem mal kleinere, mal größere Ärgernisse oder Elemente, die einfach ein bisschen unrund sind, kleben. Das Resi-3-Remake ist deshalb zwar ein tolles, nervenzerreißendes Spektakel, kommt aber eben nicht ganz an den besseren Vorgänger ran.
Vive la Résistance?
Oder waren wir hier mit unserem Fazit zu voreilig? Schließlich gehen wir jetzt ja noch auf den ebenfalls enthaltenen asymmetrischen Multiplayer-Modus namens Resident Evil: Resistance ein. Spoiler: Nö, passt schon so. Hört man sich so das Feedback der Resi-Fans an, interessiert sich eh kaum einer für die Mehrspieler-Partien und in der momentanen Form ist Resistance auch nicht mehr als ein netter Bonus.
Doch erst mal von vorn: In Resident Evil: Resistance tritt ein Team, bestehend aus vier Überlebenden, gegen einen sogenannten Mastermind an. Der Mastermind hat die Überlebenden gefangen und hetzt sie jetzt durch verschiedene Umgebungen. Die Überlebenden hingegen müssen zusammenarbeiten, um ihrem Peiniger zu entkommen. Dafür müssen sie innerhalb eines Zeitlimits Schlüssel finden, um in den nächsten Bereich zu gelangen.
Quelle: PC Games
Im Multiplayer-Modus kann man Zombies und andere Kreaturen auch selbst steuern. Hier kontrollieren wir G-Birkin.
Die Schlüssel unterscheiden sich jedoch. Im ersten Bereich müssen drei bestimmte Teile gefunden und an einer Statue angebracht werden. Im zweiten Bereich muss man einen Wächter-Zombie töten, diesem die Sicherheitskarte abnehmen, um diese dann an drei verschiedenen Terminals zu scannen. Danach muss man drei Röhren zerschießen, bevor sich die Tür in die Freiheit öffnet.
Der Mastermind beobachtet das Geschehen über Sicherheitskameras und versucht natürlich, die Überlebenden an der Flucht zu hindern. Dafür nutzt er Fallen oder Geschütze, spawnt verschiedene Zombies an bestimmte Stellen und darf sogar auf eine eigene Biowaffe zugreifen. Annette Birkin schickt beispielsweise ihren mutierten Mann in den Kampf, während Daniel Fabron Mister X auf die Überlebenden hetzt.
Insgesamt gibt es vier Masterminds mit unterschiedlichen Biowaffen sowie Fähigkeiten. Diese werden nacheinander freigeschalten, wenn man im allgemeinen Mastermind-Level aufsteigt. Das Schöne ist übrigens, dass man als Mastermind auch selbst die Kontrolle über die eingesetzten Zombies und sogar die Biowaffen übernehmen kann. Für einige Serienfans dürfte also ein Traum in Erfüllung gehen, wenn sie als Mister X durch die Gänge der verschiedenen abwechslungsreichen Maps stampfen.
Quelle: PC Games
Im Überlebenden-Modus muss man Schlüssel finden, um schnell in den nächsten Bereich zu gelangen. Der Mastermind versucht natürlich, dies zu verhindern.
Sadismus und Egoismus
Allein die Möglichkeit, mal ungestraft ein richtiges Ekel sein zu können, ist natürlich verlockend. Damit offenbart sich auch schon ein Problem von Resident Evil: Resistance: Jeder will als Mastermind spielen! Starteten wir ein Match als Überlebender, fanden wir superschnell eine Partie, in die wir einsteigen konnten. Als wir dann nach mehreren Partien mal als Mastermind loslegen wollten, hingen wir über zehn Minuten in der Warteschleife.
Wollt ihr nicht unbedingt als Überlebender spielen, wählt also am besten den Modus "Zufällig", in dem ausgelost wird, wer den Mastermind spielt. Die Erfolgschancen, hier zügig ein funktionierendes Spiel als MM zu starten, sind höher als bei der Direktauswahl. Spielt man dann mal als Mastermind, fällt schnell auf, dass Resistance noch kein perfektes Balancing aufweist. Selbst auf Stufe 1 ist man als Fiesling so mächtig, dass die Überlebenden kaum gegen einen ankommen. Hier sollte noch nachgepatcht werden.
Quelle: PC Games
Als Überlebender kommt es in Resistance auf Teamwork an. Mit Randoms ist das teilweise aber so gut wie unmöglich.
Das Spiel als Überlebender macht dafür mehr Spaß, als wir bei unserem letzten Preview noch dachten. Dank Tutorial und Übungsmodus versteht man schnell, wie man spielen sollte, und lernt die unterschiedlichen Spezialfähigkeiten der Charaktere kennen. Ein Charakter kann beispielsweise einen Feuerstoß aussenden, während ein anderer Überlebender Kameras hacken kann. Vor jeder Runde kann man sich zudem mit gefundenen Credits Waffen und Heilkräuter kaufen, sodass man die eigene Spielweise nicht nur auf die jeweiligen Fähigkeiten des Charakters abstimmen muss.
In einem guten Team machen die etwa 15- bis 20-minütigen Partien durchaus Laune, doch wenn man keine feste Party hat, ist die Gefahr eben auch groß, an berühmt-berüchtigte Random-Dödel zu geraten. Während unseres Tests erlebten wir unter anderem. wie ein Teamkollege, den wir heilen wollten, vor uns wegkroch und wie ein Kamerad nicht zu uns und den anderen ins Ziel kam, sondern meinte, sich vollkommen unnötig mit G-Birkin anlegen zu müssen. Spielt also lieber mit Freunden zusammen! Zudem finden wir es nicht so toll, dass man Credits, um Ausrüstungsboxen zu kaufen, nur im Spiel verdient, dass man Credit-Booster jedoch mit Echtgeld kaufen kann. Auch das wird dem Balancing nicht unbedingt guttun.
