Aller Abschied fällt schwer - ich bedanke mich

Special Antonia Dreßler
Aller Abschied fällt schwer - ich bedanke mich
Quelle: PC Games

Es war mir ein innerliches Blumenpflücken

Da es bekanntlich am besten ist, das Pflaster mit Schwung abzureißen, mache ich es entsprechend kurz und schmerzlos: Meine Zeit bei PC Games geht zu Ende und für mich beginnt ein neues Kapitel. Wo und wie man dann noch von mir lesen und hören kann, erfährt man auf meinem Instagram-Kanal @ToniNrSlevin. Seid aber gewarnt, dass ich dort, wie auch hier, immer wieder über politische Themen rede und meine persönlichen Ansichten teile. Und damit möchte ich auch auf das überleiten, was PC Games für mich zu einem wahnsinnig tollen Arbeitgeber gemacht hat.

Schon während meines Pflichtpraktikums und dann in meinem Volontariat hatte ich immer die Chance bekommen, darüber zu schreiben, was mich bewegt. Aus meiner Sicht und ungefiltert konnte ich mich im Thema Gaming ausleben und auch Sachen auf das Tapet bringen, die im Videospieljournalismus oft nicht angesprochen werden.

Angefangen hat das mit NFTs und Krypto und ging weiter mit psychologischen Phänomenen sowie rechtlichen oder wissenschaftlichen Fragen. Dabei sind lange Reportagen entstanden, kürzere News und mittellange Kolumnen, in denen ich meinen Senf zum Besten geben durfte. (Das ist übrigens ein Beispiel für sämtliche falsche Redewendungen, die leider über die letzten Jahre immer wieder aus meinen Texten korrigiert wurden). Dabei habe ich nicht nur viel über die Branche gelernt, sondern auch über mich.

Denn Journalismus ist keine Einbahnstraße. Gerade die vielen Reaktionen von euch Lesern und die oft spannenden und tiefen Austausche, die wir hatten, haben mich als Person vorangebracht. Ich bin mir sicherer denn je, dass ein Dialog auch verfahrene Situationen besser machen kann. Ich bin stolz auf unsere Community, in der Diskussionen hart, aber fast immer fair geführt wurden und werden. Zumindest hat mich das nachhaltig beeinflusst und damit meine Art von Artikeln ausgeglichener und schließlich besser gemacht.

Gleiches gilt natürlich für meine Kollegen, die mir bei meinem Einstieg in das Berufsleben stets zur Seite gestanden haben. Ich kann nur hoffen, dass jetzt alle ein bisschen produktiver sind, nachdem ich gegangen bin, habe ich doch oft für Ablenkung im Büro gesorgt. Denn was ist spannender, als mit Leuten über ihre größte Leidenschaft zu reden? Und irgendwie haben wir ja auch immer einen Weg gefunden, unsere Fachsimpelei als relevante Arbeitszeit zu deklarieren.

Dementsprechend fällt es mir gar nicht leicht, diesen Text zu schreiben - denn ich zähle die letzten Jahre zu den schönsten meines Lebens. Auch wenn es wie bei jedem Job Höhen und Tiefen gab und ich mich freiwillig für einen neuen beruflichen Schritt entschieden habe, muss ich mir die nächsten Tage sicherlich öfter ein paar Tränchen verkneifen. Ich liebe euch Leute! Das gilt sowohl für die gefundenen Freunde, die mein Leben auch in Zukunft fest bereichern, als auch für die flüchtigen Bekannten im Forum, die mir regelmäßig Feuer unterm Hintern gemacht haben.

Und weil ich sonst wirklich anfange zu weinen, sage ich damit auch schon au revoir - Küsschen aufs Nüsschen und ab damit. Haut rein, meine Lieben, bis spätersilie. Paris, Athen - Auf Wiedersehn! Und lasst in den Kommentaren gerne eure unangenehmen Abschiedsgrüße, damit ich noch was zu lachen habe.

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