Ratchet & Clank Rift Apart im Test: Ein audiovisueller und spielerischer Hochgenuss
Test
Am 11. Juni erscheint mit Ratchet & Clank: Rift Apart der nächste Exklusivtitel für Sonys Playstation 5. Wir haben das furiose Actionspiel bereits durchgespielt und verraten euch in unserem ausführlichen Test, warum das neue Spiel von Insomniac Games unserer Meinung nach nicht nur das beste Spiel der langlebigen Reihe, sondern ganz allgemein ein echter Kracher geworden ist.
Genau wie in den Vorgängern erhält man Bolzen für besiegte Gegner und das Zertrümmern von Kisten oder anderen Objekten. Die Bolzen gelten dann bei der Waffenhändlerin Miss Zurkon als Zahlungsmittel. Mit gesammeltem Raritarium rüstet man die Waffen dort schließlich auf. Je häufiger man eine Waffe benutzt desto mehr XP bekommt man dafür und die Wumme steigt im Level auf, wodurch sie durchschlagskräftiger wird und teilweise auch neue Features hinzukommen. Zudem bekommt die Waffe so mehr Slots, die man wieder mit Raritarium aufrüsten kann.
Ratchet & Clank: Rift Apart im Test
Es kracht und knallt und fühlt sich gut an
Im Hauptspiel liegt die maximale Stufe der Waffen bei 5. Die doppelläufige Schrotflinte wird dann beispielsweise zur vierläufigen Schrotflinte und der Blaster verschießt mehr Projektile, während eine Elektrowaffe die Gegner länger unter Strom setzt. Egal, ob nun einfache Stufenaufstiege oder Aufrüstungen per Raritarium, man spürt wirklich, wie die Lieblingswaffen immer mächtiger werden.
Quelle: PC Games
Die Waffen fühlen sich dank des DualSense unglaublich wuchtig an und die Partikeleffekte sehen fantastisch aus.
Nach dem Durchspielen von Rift Apart wird zudem der Challenge-Modus als eine Art New-Game-Plus freigeschaltet. Hier startet man das Abenteuer erneut, darf aber frei den Schwierigkeitsgrad festlegen und man nimmt sämtliche Waffen und Aufrüstungen aus dem ersten Durchgang mit. Der Clou ist dabei, dass es im Challenge-Modus dann aber noch mehr Waffen bei Miss Zurkon zu kaufen gibt und von den bereits auf Level 5 gebrachten Schießeisen gibt es dort sogar sogenannte Omega-Versionen zu erstehen, die sich noch weiter aufleveln lassen. So motiviert das neue Ratchet & Clank tatsächlich sehr, weitere Durchgänge zu starten, denn die zahlreichen, serientypisch teils wunderbar abgedrehten Waffen sind eine wahre Freude.
So kann man Gegner beispielsweise mit einem geworfenen Sprinkler von Pflanzen überwuchern lassen, oder man beschießt Feinde mit zielsuchenden Sägeblättern, oder man setzt eine ganze Gegnerhorde unter Strom, oder man verschießt einen alles durchdringenden Strahl Energie, oder, oder, oder ... Sämtliche Waffen machen richtig Spaß, sind clever gestaltet und einige der Wummen sind sogar richtig witzig. Auch hier wollen wir aber nicht zu viel verraten. Lasst euch überraschen und genießt einfach die zahlreichen Möglichkeiten, Gegner ins Jenseits zu schicken, welche mit jeder hinzukommenden Waffe in Miss Zurkons Angebot noch mal erweitert werden.
Dass das Waffenarsenal in einem Ratchet-&-Clank spaßig und abgefahren ist, ist ja an sich nichts Neues, aber Insomniac Games ist es mit Rift Apart gelungen, die alten Teile noch mal zu toppen. Das liegt jedoch nicht nur an gelungenen Designentscheidungen, sondern zu einem großen Teil an den Möglichkeiten der PS5. So sehen die Explosionen und Partikeleffekte bei oder nach einem Abschuss absolut großartig aus.
Quelle: PC Games
Hauptsächlich hüpft und ballert man, doch Insomniac Games streuen immer wieder kreative Abschnitte für die Abwechslung mit ein.
Noch genialer ist aber das Feedback durch den DualSense-Controller. Überhaupt unterstreicht das Pad wunderbar die Bewegungen von Ratchet und Rivet. Genau wie bei Astro's Playroom spürt man tatsächlich die verschiedenen Untergründe, über die sich die Lombaxe bewegen. Die Waffen wirken durch den DualSense zudem noch viel wuchtiger und vor allem die adaptiven Trigger sorgen für das richtige Gefühl beim Abfeuern.
Damit steuert man auch die verschiedenen Feuermodi der Schießprügel. Zieht man beispielsweise den rechten Trigger halb durch, feuert man mit dem Blaster gezielte Einzelschüsse oder leert mit der Vollstrecker-Schrotflinte nur einen Lauf. Zieht man ganz durch, resultiert das beim Blaster in Dauerfeuer und bei der Shotgun entleeren sich beide Läufe gleichzeitig. Die Widerstände im Trigger sind dabei so genau gesetzt, dass man selbst im Eifer des Gefechts immer Herr über den Abzug ist und nicht unabsichtlich immer durchdrückt. Ratchet & Clank: Rift Apart mag kunterbunt und kindgerecht sein, doch das Gunplay ist so gut, dass sich einige Shooter von dem Titel eine gehörige Scheibe abschneiden könnzen.
Mobiles Arbeiten im Kugelhagel
Gut funktionierende Waffen alleine sorgen aber natürlich nicht dafür, dass die Kämpfe Spaß machen und das wussten glücklicherweise auch die Entwickler. Die Action bei Ratchet & Clank war schon immer unterhaltsam, aber doch auch sehr gleichförmig. Das ändert sich nun mit dem erweiterten Move-Set von Ratchet und Rivet. In vergangenen Teilen wich man feindlichen Projektilen noch mit Seitwärtssprüngen aus, jetzt gibt es jedoch den Phantom-Dash, ein Ausweichmanöver, das den jeweiligen Lombax in sämtliche Richtungen schnellen lässt. Während dieser Aktion ist man unverwundbar.
Quelle: PC Games
Die Grind-Abschnitte sind spielerisch nicht sonderlich anspruchsvoll, sehen dafür aber verdammt cool aus.
Der Phantom-Dash lässt sich jedoch nicht nur zum Ausweichen einsetzen, sondern auch, um Sprünge zu verlängern oder sich schneller zu bewegen. Überhaupt wird das Tempo in Rift Apart ganz schön angezogen, denn nach einer Weile erhält man auch noch Düsenstiefel, die sich wie Rollschuhe einsetzen lassen und mit denen man übers Schlachtfeld flitzt. Hinzu kommen verbesserte Schwunghaken und natürlich die Möglichkeit, Wandläufe auszuführen.
Zudem tauchen immer wieder kleinere Risse auf, in die man sich hineinziehen kann, um schnell größere Entfernungen im Kampf zu überbrücken und die Gegner zu verwirren, indem man sie plötzlich aus einem anderen Winkel attackiert. So bleiben die vielen Schießereien über die ganze Zeit abwechslungsreich und frisch. Kleiner Wermutstropfen: Durch die vielen Möglichkeiten ist die Steuerung ein wenig überfrachtet, sodass man sich schon mal verdrückt, wenn man von Gegnern umzingelt ist.
Die Feinde greifen nämlich in viel größeren Gruppen an als in den Vorgängern. Man muss ständig in Bewegung bleiben, ausweichen und die Umgebung nutzen, um sich nicht das Lombaxfell über die langen Ohren ziehen zu lassen. In jeder Feindesgruppe gibt es dabei verschiedene Gegnertypen mit unterschiedlichen Waffen und Attacken. Außerdem trifft man immer wieder auf größere Fieslinge und Mini-Bosse. Das Gegner-Design ist dabei stets hübsch und kreativ und teilweise sogar wunderbar bescheuert.
Quelle: PC Games
Kurze Abschnitte mit Clank oder dem geschwätzigen kleinen Spinnen-Bot sorgen für Auflockerung im Spielablauf.
Doch auch abseits der Geschicklichkeitspassagen und Schießereien gibt es allerhand Abwechslung. So muss man an manchen Stellen beispielsweise Terminals mit Hilfe eines kleinen geschwätzigen Spinnen-Bots hacken. Dabei krabbelt man durch einen Abschnitt und muss Viren beseitigen.
Und auch Clank bekommt seinen großen Auftritt, wenn er Dimensionslöcher flickt. Hier muss man dann die grauen Zellen etwas anstrengen, denn Clank muss Ebenbilder seiner selbst durch Fallen bis zu einem Tor lotsen. Das ist alles nicht weltbewegend, macht aber richtig Laune und lockert den Spielablauf auf. Ratchet & Clank: Rift Apart überrascht einen bis zum grandiosen Finale immer wieder mit kreativem Design und coolen spielerischen Ideen.
Pixar zum Selberspielen
Wo wir gerade schon das Finale angesprochen haben: Die Inszenierung von Rift Apart ist absolut herausragend. Egal ob nun die gestörte Parade zu Beginn des Spiels, Bosskämpfe durch verschiedene Dimensionen hindurch oder Schussgefechte in der Schwerelosigkeit, der Titel ist stets packend. Dank der SSD der PS5 gibt es keine wahrnehmbaren Ladezeiten. Zudem gibt es selbst bei der größten Action und den Dimensionssprüngen keinerlei Framerateeinbrüche. Rift Apart läuft trotz bombastischer Optik jederzeit flüssig.
Quelle: Sony Interactive Entertainment / Insomniac Games
Die Weitsicht in den Levels ist enorm. Zudem glänzen die Abschnitten mit extrem vielen Details im Hintergrund.
Und zwar sowohl im Grafikmodus mit 30 fps als auch im ebenfalls enthaltenen Performance-Modus, bei dem das Spiel mit 60 Bildern pro Sekunde läuft und dafür auf einige Details und Raytracing verzichtet. Allerdings fielen uns während des Tests ein paar kleine Bugs auf, die hoffentlich schnell per Patch beseitigt werden. So blieben bei einer optionalen Quest beispielsweise die kleineren Gegner der Gegnerwellen an einer Absperrung hängen, an einer Stelle glitchten wir in einen Felsen hinein und wieder heraus und einmal wurden wir nach dem Besiegen eines Feindes in der Kampfarena noch von dessen letzten Geschoss getroffen und gingen selbst drauf, was in einem schwarzen Bildschirm und einem Freeze resultierte. Zudem fielen uns immer wieder mal kleinere Clipping-Fehler auf.
Dennoch kann man nun wirklich nicht von einem technisch unsauberen Spiel sprechen. Rift Apart sieht fantastisch aus und strotzt nur so vor Details. Hinzu kommt noch eine sehr gute Musikuntermalung. Das Spiel von Insomniac Games ist so rund, dass es teilweise wie ein Film des Animationsstudios Pixar wirkt. Nur eben mit dem Unterschied, dass man diesen Pixar-Film selber spielt. Ratchet & Clank: Rift Apart ist ein audiovisueller und spielerischer Hochgenuss, den sich PS5-Besitzer trotz der kleinen genannten Mängel nicht entgehen lassen sollten.
Anmerkung: Aufgrund von Embargo-Auflagen durften die Bilder im Artikel sowie die Spielszenen im Testvideo nur von drei Planeten stammen. Zudem durften wir nur zehn eigene Screenshots im Artikel verwenden. Anhand der angegebenen Bildquellen seht ihr, welche Screenshots von uns stammen und bei welchen es sich um Hersteller-Shots handelt.
